Gib auf, wenn sie keine Zuneigung mehr für dich hegen

1. August 2017 en Emotionen 663 Geteilt

Gib alle diese Situationen auf, die ein Unbehagen in dir erzeugen. Gib Menschen auf, denen du nicht mehr wichtig bist. Es gibt Augenblicke, in denen uns keine andere Wahl bleibt, wenn wir nicht weiter leiden wollen. Und dennoch, aufgeben ist schwer. Es ist ein äußerst wichtiger Schritt, bei dem wir uns allerdings unsicher und voller Zweifel fühlen.

Es ist schwer für uns, Menschen aufzugeben, die uns einmal wichtig waren. Sie schauen nicht mehr in die gleiche Richtung wie wir und ihre Ziele im Leben stimmen nicht mehr mit den unseren überein. Wenn wir uns weiterhin an sie binden, werden wir leiden und können nicht vorangehen. Die schlaueste Lösung ist, sie aufzugeben.

Aufgeben steht nicht immer für Schwäche. Manchmal zeigst du auf diese Weise, dass du stark genug bist, etwas gehen zu lassen.

Gib auf – aus Respekt für dich selbst

Wie viele Male haben wir schon die schöne Metapher mit dem Zug erwähnt? Der Zug, in dem wir die Reise unseres Lebens antreten. In den einige Leute einsteigen und viele Stationen mitfahren, während andere nur für einen gewissen Zeitraum an Bord bleiben. Gewisse Menschen werden von uns nur einen einfachen Gruß erhalten. Andere jedoch nehmen aktiv an unserer Reise teil. Zu ihnen werden wir eine viel tiefere Verbindung schaffen.

Was geschieht mit denjenigen, die für uns von großer Bedeutung sind? Wir möchten sie gern in unserem Zug behalten und sie davon abhalten, auszusteigen. Aber wir können niemanden zwingen, uns bis zum Ende der Strecke zu begleiten. Viele dieser Menschen werden unseren Zug verlassen und das wird erst einmal wehtun. Aber mit der Zeit wirst du verstehen, dass es eine Aufgabe für dich ist, zu lernen, sie gehen zu lassen. Denn niemand ist unser persönliches Eigentum.

Sich an eine Situation zu klammern, die sich nirgendwohin entwickelt, wird dir Schmerzen bereiten. Du gibst dich ganz einer Beziehung hin, die kein Ziel mehr hat. Es wurde uns stets gesagt, dass man geben muss, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Wenn sich das aber zu einem Dauerzustand entwickelt, dann laufen wir Gefahr, uns selbst Schmerzen zuzufügen. Das ist wie immer wieder gegen dieselbe Wand anzurennen.

Jemanden aufzugeben, der uns wichtig war, ist eine schwierige Sache.

Jemanden aufzugeben ist ein Akt der Selbstliebe. Du musst dir selbst die Chance geben, die Wunden dieser misslungenen Beziehung heilen zu lassen, bis sich schließlich Narben bilden. Das ist der einzige Weg für dich, um wieder in die Lage zu kommen, neue Leute kennenzulernen. Du findest dann heraus, dass es da draußen Menschen gibt, die dir aus freien Stücken die Hand reichen – dein ganzes Leben lang.

Ich weiß nicht, ob er mir nicht mehr wichtig sein kann – selbst wenn er mich genauso sieht wie zuvor

Manchmal können sich die Gefühle, die jemand für uns empfindet, verändern. Dennoch lässt er oder sie uns nicht im Stich. Das geschieht oft in Beziehungen, wo an die Stelle der Liebe Fürsorge getreten ist. Trotzdem bleiben die beiden zusammen. Manchmal deswegen, weil sie nicht den Mut haben, sich zu trennen. Sie haben sich „daran gewöhnt“, zusammen zu sein. In anderen Fällen liegt es daran, dass einer der beiden davon überzeugt ist, dass es ja nicht die Schuld des Partners sei, dass er ihn nicht mehr liebt.

Das Problematische an dieser Situation ist, dass beide Beteiligten schlussendlich leiden. Einer von beiden wird sich leer fühlen, weil der Partner die Bedürfnisse des anderen nicht befriedigt. Der andere fühlt sich gefesselt, weil er beim Gegenüber bleibt, für den er keine Gefühle mehr hegt. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass die Zeichen der Zuneigung durch Gefühle der Frustration ersetzt werden. Die folgenden Anzeichen machen deutlich, dass alles vorbei ist:

  • Dein Partner verwendet keine Gedanken mehr auf deine Bedürfnisse, vor allem, was eine zugeneigte Grundhaltung angeht. Zuneigungsbekundungen sind eine Sache der Vergangenheit. Du fühlst dich allein und verlassen.
  • Er übergeht deine Ideen und Meinungen und trifft seine eigenen Entscheidungen. Die meiste Zeit handelt er so, dass seine eigenen Bedürfnisse befriedigt werden.
  • Du bist der Partner, der die Beziehung über Wasser hält. Du gibst alles. Wenn du an einem gewissen Punkt damit aufhörst, weiterhin zu geben – weil du ja weißt, dass du keine Gegenleistung erhalten wirst – hat die Beziehung ihren Schlusspunkt erreicht.
  • Er fängt an, dich zu demütigen und zu kritisieren. Er fängt aus unersichtlichen Gründen damit an, sich von dir zu distanzieren. Plötzlich wird der Mensch, der bislang die Quelle deines Glücks war, zum Vollstrecker deines Todesurteils.

Wenn du leidest, weil du jemanden aufgeben musst, dann denke daran, dass es kein größeres Leid gibt, als sich selbst aufzugeben.

Aus irgendeinem Grund bist du für diesen besonderen Menschen keine Priorität mehr – und das tut weh. Er verhält sich dennoch richtig, wenn er dir reinen Wein einzuschenkt. Dann musst du dir nicht dieser Anzeichen gewahr werden, was durchaus nicht angenehm ist. Behalte im Hinterkopf, dass das Aufgeben einer anderen Person eine freiwillige Handlung ist. Du willst es wirklich nicht tun – aber dir bleibt nichts anderes übrig, als diese Entscheidung treffen, damit du in der Beziehung nicht weiterhin leidest.

Im Laufe deines Lebens wirst du diesen Situationen ins Auge sehen – du gibst Lebensgefährte, Freunde oder sogar Familienmitglieder auf. Die Lektion, sich zu verabschieden und zu wissen, dass das Lebewohl für einen selbst eine gute Sache sein wird, kann man erst mit der Zeit begreifen.

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