Gefängnis als Karrieresprung? Aus der Krise neue Kraft schöpfen

Wie sich Boris Becker und Schwester Ewa neu positionieren und was wir von ihnen lernen können. - Ein Gastbeitrag von Martina Peukert.
Gefängnis als Karrieresprung? Aus der Krise neue Kraft schöpfen

Geschrieben von Martina Peukert

Letzte Aktualisierung: 11. Juli 2022

Ob Boris Becker, Ulli Höhnes, der Tinder Schwindler oder Schwester Ewa, alle haben ein Gefängnis bereits von innen gesehen und sind an dem Tiefpunkt ihrer Laufbahn angelangt. Wo man selbst in eine tiefe Krise stürzen würde, zeigen diese Promis, wie sie das Beste aus der Situation gemacht und sich dabei auch noch hervorragend vermarktet haben.

Blick in den Spiegel bei einer Krise

Der Blick in den Spiegel.

In einer Situation angelangt, in der nichts mehr geht, man kurz vor einem Burnout steht, eine herausfordernde private oder berufliche
Situation oder sogar beides meistern muss, da stehst du oft an dem Punkt zu sagen: Wie soll das alles weitergehen? Warum passiert mir das? Es geht gerade einfach nicht mehr weiter und die Kräfte verlassen dich. Du hast das Gefühl, alleine auf der Welt zu sein und dass es niemanden mehr gibt, der dir helfen kann. Das stimmt sogar! Denn die einzige Person, die dir wirklich helfen kann, aus dieser Situation herauszukommen, bist DU.

Durchatmen und annehmen.

Was zuerst einmal banal und einfach klingt, ist, die Situation so zu sehen, wie sie ist. Mit einem ruhigen und nüchternen Blick, wie ein
Außenstehender sie sehen würde, und diese Situation erst einmal anzunehmen. Den genannten Prominenten blieb auch
nichts anderes übrig. Das Urteil wurde verkündet und die Gefängnistüren hinter ihnen geschlossen. Kein Ausweg, keine Ausreden, kein Gejammer. Das hilft alles nichts, denn in dieser Situation kann man nur eins machen, um sie einigermaßen gut zu überstehen – sie akzeptieren. Manche Menschen benötigen Minuten, manche Tage und manche Wochen für diesen Prozess. Doch wenn man eine Krise als solche akzeptiert hat und sich ein Scheitern eingesteht, dann ist der erste wichtige Schritt gemacht.

Akzeptiere dein Schicksal.

An diesem Punkt angelangt, kann man sich von den Promis einiges abgucken, denn sie haben ihr Schicksal akzeptiert und sind aktiv
geworden. Sie haben Außenstehende um Hilfe gebeten, eine Biografie zu schreiben begonnen oder den Inhalt für eine Netflix-Doku über sich zusammengestellt. Sie haben sich also intensiv mit ihrer Krise beschäftigt, um sie zu verarbeiten.

Das kleine Glück.

Und genau das solltest du jetzt auch tun, sobald du merkst, dass du einen klaren Kopf hast. Nach vorne schauen. Was gibt es aktuell in deinem Leben, was dich glücklich macht? Das kann eine Kleinigkeit sein, beginne langsam und Schritt für Schritt. Du fühlst dich wie im Gefängnis, wunderbar. Stell dir vor, du sitzt gerade in einer Zelle, welche Kleinigkeit würde dich glücklich machen? Was ist der nächste wichtige Schritt?

Nimm es mit Humor.

Was in dieser Situation auch immer hilft, ist Humor, so absurd das auch gerade klingen mag. Sobald du beginnst, dich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen und dich vielleicht sogar als ein wenig anders oder verrückst zu betrachten, hilft dies, die Situation zu entspannen. Denn jetzt kannst du dich vielleicht sogar damit vermarkten und ein Buch darüber schreiben, über das, was du erlebt hast.

Kampfgeist in einer Krise

Entwickle Kampfgeist.

Schwester Ewa beispielsweise musste ohne ihre kleine Tochter ins Gefängnis, sie musste sie ihrer Freundin anvertrauen, die sich nicht sonderlich gut um ihr Kind kümmerte. Nach dem ersten Schock begann sie zu kämpfen und tat alles dafür, wieder so schnell wie möglich bei ihrer Tochter zu sein.

Entwickle Kampfgeist.

Scheitern hilft beim Erfolg. Eine Krise birgt ein großes Potenzial in sich, was viele immer noch unterschätzen. Du willst dieses quälende Gefühl, die Angstzustände oder die Traurigkeit gerne sofort loswerden, aber genau das ist der Wegweiser in eine glückliche Zukunft. Sie weisen dich auf direktem Weg darauf hin, wo und was gerade falsch läuft.

Die besten Ideen entstehen in einer Krise.

Dein Gehirn und dein Körper suchen nach Lösungen. Es ist enorm anstrengend und hier ist das, was unmöglich erscheint, gerade sehr
wichtig: Loslassen. Geistesblitze, neue Begegnungen oder auch Orte, sodass alles neu entsteht, weil du aus der Komfortzone hinausgeworfen wurdest.

Nach der Krise.

Und es gibt noch einen Grund, warum sich eine Krise lohnt. Du siehst die Welt mit anderen Augen, lernst wieder die Kleinigkeiten zu schätzen, achtsamer zu sein, zu wissen, wer deine wahren Freunde sind und was dir Kraft gibt. Und eins weißt du für dein ganzes zukünftiges Leben: Du hast diese schwere Krise gemeistert und nichts kann dich so schnell wieder aus der Bahn werfen.

Noch ein Hinweis.

Auch wenn du gerade das Gefühl hast, niemand kann dir helfen: Es gibt immer Menschen, die dir helfen können. Ob Coach, Therapeut, Telefonseelsorge, Freund, Gläubiger oder der Bäcker von nebenan. Manchmal reicht ein einziger Satz, um deinem Leben eine neue Richtung zu geben. Habe vertrauen und stehe zu deiner Krise!

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