Fünf kontrovers diskutierte Filme, die dennoch sehr erfolgreich waren

In der Kinogeschichte gab es zahlreiche kontrovers diskutierte Filme. Aber einige von ihnen haben sich zu echten Kultfilmen entwickelt, die du keinesfalls verpassen solltest!
Fünf kontrovers diskutierte Filme, die dennoch sehr erfolgreich waren

Letzte Aktualisierung: 03. Januar 2021

Einige kontrovers diskutierte Filme haben aus gutem Grund zu Diskussionen geführt. Trotzdem verbleiben viele von ihnen im kulturellen Gedächtnis und einige avancierten sogar zu echten Kultfilmen. Und genau das sind die Filme, die eine neue Ära einläuten, eine neue Ästhetik erschaffen oder einen moralischen Skandal hervorrufen.

In unserem heutigen Artikel wollen wir über fünf kontrovers diskutierte Filme sprechen. Diese Produktionen zeigten die gruseligsten Sexszenen, die grausamste Gewalt oder enthielten die obszönste Sprache. Zumindest schien dies zu der Zeit, als sie erstmals auf die Kinoleinwand kamen, so zu sein. In jener Zeit waren Aktivisten, religiöse Anhänger und Kultur- und Moralwächter wesentlich schneller alarmiert als heutzutage.

Dennoch haben einige dieser Filme einen oder mehrere Oscars gewonnen und zählen trotz (oder vielleicht gerade wegen) ihrer Umstrittenheit zu den besten. Allerdings möchten wir hier eines ganz deutlich machen. Wir werden nicht über verrückte Filme wie A Serbian Film, Nackt und zerfleischt (Originaltitel: Cannibal Holocaust) oder Irreversibel sprechen. Wir möchten dir einfach nur einige Filme empfehlen, die wunderschön gealtert sind, obwohl sie bei ihrer Veröffentlichung durchaus kontrovers diskutierte Filme waren und vielleicht sogar etwas „gehasst“ wurden.

Kontrovers diskutierte Filme: Brokeback Mountain (2005) von Ang Lee

Insbesondere in den Vereinigten Staaten waren politische und religiöse Konservative völlig schockiert von diesem Film, der eine homosexuelle Mainstream-Romanze auf die Leinwand brachte. Dennoch wurde der Film von zahlreichen Kritikern und der Öffentlichkeit hochgelobt.

Dieses Melodrama feierte beinahe ein Vierteljahrhundert nach dem Film Making Love (1982), der ein ähnliches Thema behandelte, seine Premiere und erhielt unter anderem eine Oscar-Nominierung als bester Film. Brokeback Mountain erzählt die Geschichte zweier junger Cowboys, die sich im Jahr 1963 in einem Schafzuchtbetrieb kennen und lieben lernten und wie sich ihre Liebe in den folgenden drei Jahrzehnten auf ihr Leben auswirkte.

Einige konservative katholische Organisationen in den Vereinigten Staaten sagten, der Film sei “moralisch anstößig”, weil er eine homosexuelle Beziehung so explizit darstellt. Andere kritisierten den Film als sexuell propagandistisch. Darüber hinaus beklagten konservative christliche fundamentalistische Gruppen, der Film sei eine Glorifizierung der Homosexualität und würde eine sexuelle Agenda befeuern. Allerdings wurden am Ende all jene, die diesen Film kritisiert hatten, als „homophob“ bezeichnet.

Obwohl Brokeback Mountain als “revolutionärer” Film für das homosexuelle Kino angesehen wird, waren weder die zwei Hauptdarsteller noch der Regisseur oder die Drehbuchautoren homosexuell. Als die Produzenten den Film ankündigten, erwähnten sie dabei nie speziell den homosexuellen Hintergrund der Geschichte.

Baise-Moi (2000) von Virginie Despentes

Als Mischung aus Natural Born Killers und Thelma & Louise wurde dieses Drama über zwei Frauen, die vergewaltigt wurden und sich dann gemeinsam auf eine Art Rachefeldzug begeben, in Frankreich verboten. Die Kontroverse über die Zensur war sehr groß, da die gleiche Gewalt in Filmen mit Männern durchaus üblich ist.

Es handelt sich um ein gewagtes und skandalöses Kunstwerk über den sexuellen Zorn von Frauen. Dieser Film über die rücksichtslose und irrationale Flucht zweier starker Frauen war die erste Zusammenarbeit zwischen der französischen Filmemacherin Virginie Despentes und der ehemaligen Pornodarstellerin Coralie Trinh Thi. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Roman von Despentes aus dem Jahr 1995. Darüber hinaus halten viele Menschen Baise-Moi für einem Kultfilm.

Kontrovers diskutierte Filme: Das Leben des Brian (Monty Python, 1979, Großbritannien)

Die berühmte britische Komikergruppe Monty Python konnte sich über die Queen lustig machen, ohne irgendwelche Konsequenzen befürchten zu müssen. Aber in dem Moment, als sie einen durchschnittlichen Nazarener verspotteten, der versehentlich für den Messias gehalten wurde, erhielten sie auf einmal Morddrohungen.

Darüber hinaus proklamierten christliche Organisationen, dass es eine Todsünde sei, sich über Jesus lustig zu machen. Allerdings war dies in der Tat sehr ironisch, denn in ihrem Film verspotteten Monty Python in Wahrheit religiöse Fanatiker.

Psycho von Alfred Hitchcock (1960), einer der umstrittensten Filme aller Zeiten

Dieses filmische Schwarz-Weiß-Kunstwerk überraschte all jene, die Fans von Hitchcocks polierten Technicolor-Thrillern waren. Darüber hinaus wagte es der Film, in der ersten Hälfte den Filmstar Janet Leigh zu “töten”.

Dieser kraftvolle und komplexe Psychothriller von Alfred Hitchcock war die „Mutter“ aller modernen Horror- und Suspense-Filme. Er leitete praktisch im Alleingang eine Ära ein, in der viele schlechte Slasher-Filme mit blutigen Morden und schockierenden Bildern folgen sollten.

Darüber hinaus brach Psycho mit allen Filmkonventionen. Gleich in der ersten Szene zeigt er die weibliche Hauptdarstellerin, die nichts weiter als ihre Unterwäsche trägt. Außerdem wird der Hauptstar des Films, Janet Leigh, getötet, lange bevor der Film endete. Aber die Mordszene in der Dusche ist bis heute ein echter Klassiker.

Außerdem ist Psycho so komplex, dass der Zuschauer den Film mehrmals ansehen muss, um all seine Nuancen erfassen zu können. Keiner der Kritiker hat den Film bei seiner Veröffentlichung vollkommen verstanden. Das Publikum spürte den Schrecken und die Spannung tief in sich, wenn man bedenkt, dass die Geschichte Tabuthemen wie Cross-Dressing, implizite Inzest und Nekrophilie beinhaltete.

Der Mann mit dem goldenen Arm (1955) von Otto Preminger

Frank Sinatra spielt in diesem Film von Otto Preminger die Hauptrolle. Es ist der erste Hollywood-Film überhaupt, der eine Heroinsucht darstellt. Und das war ganz sicher für alle Moralisten ein Grund zur Panik.

Allerdings liefen die Zuschauer Gefahr, ganz andere Arten von Abhängigkeiten zu entwickeln. Eine Sucht nach den eleganten filmischen Montage-Sequenzen von Saul Bass und eine weitere nach Elmer Bernsteins wundervoller Filmmusik. Nachdem Otto Preminger mit Carmen Jones Filmgeschichte geschrieben hatte, inszenierte er diesen kühnen Film Noir.

Kontrovers diskutierte Filme: Lolita (1997) von Adrian Lyne

Lolita könnte manche Menschen auch noch 35 Jahre nach Kubricks milder Adaptation überraschen. Der Regisseur Adrian Lyne drehte im Jahr 1997 eine sinnliche und erotisch aufgeladene Version von Vladimir Nabokovs Roman über eine 14-jährige “Nymphe” (Dominique Swain) und einen von ihr besessenen Lehrer namens Humbert Humbert (Jeremy Irons).

Die Tatsache, dass der Film ein so tabuisiertes und sensibles Thema wie jugendliche Sexualität und inzestuöse Pädophilie behandelt, löste von Anfang an heftige Kritik aus. Darüber hinaus warfen extremistische Gruppen dem Film vor, Pädophilie zu fördern.

Wenn du den Film allerdings wirklich genau analysierst, wirst du feststellen, dass der Film ein solches antisoziales Verhalten weder toleriert noch fördert. Denn er zeigt praktisch keine weibliche Nacktheit (in einer kurzen nächtlichen Sexszene wurde ein Körper-Double eingesetzt). Und auf diesen Aspekt wurde während des gesamten Drehs besonders geachtet.

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