Führungsstile nach Daniel Goleman

· 4. Mai 2019

In der modernen Gesellschaft erledigen wir zahlreiche Aufgaben in Gruppen und deshalb ist Führung eine so grundlegende Fähigkeit. Schon sehr viele Psychologen haben dieses Konzept erforscht, unter denen Daniel Goleman besonders erwähnenswert ist. Goleman ist vor allem für seine Arbeit an der emotionalen Intelligenz bekannt. Er schreibt aber auch über Führungsstile. So studieren CEOs und Manager seine Arbeit, um ihre Führungsfähigkeiten zu verbessern. Daniel Golemans Klassifizierung von sechs verschiedenen Führungsstilen wird aber in einer Vielzahl von Kontexten angewendet.

Heute wollen wir mehr über diese unterschiedlichen Führungsstile erfahren.

Was sind die Führungsstile von Daniel Goleman?

Daniel Goleman beschreibt in seinem Buch Leadership that Gets Results  (noch nicht auf Deutsch erschienen, zu Deutsch: Führung, die Ergebnisse erzielt) sechs verschiedene Führungsstile. Dabei basiert jeder Stil auf einer Komponente emotionaler Intelligenz.

Laut Goleman seien diese sechs Führungsstile nicht inkompatibel. Im Gegenteil, die besten Führungskräfte können Elemente jedes Stils verwenden, um sich der gegebenen Situation am besten anzupassen.

Daniel Goleman hält einen Vortrag.

Um für die Situation, in der du dich befindest, den besten Stil auszuwählen, musst du zuerst wissen, welche Stile dir überhaupt zur Verfügung stehen:

  • Befehlend
  • Demokratisch
  • Gefühlsorientiert
  • Visionär
  • Leistungsorientiert
  • Beratend

1. Die befehlende Führung

Dieser erste Führungsstil basiert auf Disziplin. Menschen, die diesem Stil folgen, legen viel Wert auf Disziplin. Zu diesem Zweck geben sie meist kurze, konkrete und genaue Anweisungen. Im Allgemeinen sind die Konsequenzen für das Nichtbeachten ihrer Anweisungen hart. Diese Art von Führungskräften versucht häufig, am schlechten Verhalten anderer Menschen ein Exempel zu statuieren, damit niemand versucht, diesen Weg ebenfalls zu beschreiten.

Dieser Führungsstil sorgt normalerweise nicht dafür, dass das Team sich besonders motiviert fühlt. Die Mitarbeiter haben vielmehr das Gefühl, keine Kontrolle über ihre Arbeit und deren Folgen zu haben. Sie haben den Eindruck, dass sie nicht viel besser (oder wert) wären als Maschinen.

Daher solltest du diesen Führungsstil nur in extremen Situationen einsetzen. Er ist zum Beispiel dann nützlich, wenn du sehr konkrete Maßnahmen ergreifen musst oder wenn deine Organisation oder Gruppe zahlreiche Probleme hat, etwa während eines Notfalls oder für eine äußerst komplexe Aufgabe, die Präzision erfordert.

2. Die demokratische Führung

Dieser Führungsstil geht davon aus, dass es sehr wichtig sei, im Voraus einer Entscheidung alle Meinungen zu berücksichtigen. Das bedeutet in der Regel viele Meetings, Debatten und Diskussionen. Dieser Stil ist besonders nützlich, wenn du viel Zeit für die Auswahl eines bestimmten Pfads zur Verfügung hast. Er ist auch praktisch, wenn die Gruppenmitglieder untereinander ähnliche Hintergründe haben.

Die demokratische Führung ist ebenfalls hilfreich, wenn du mit einem multidisziplinären Team arbeitest. Dann geht es darum, die verschiedenen Disziplinen zusammenführen, um das Projekt voranzubringen. Mit anderen Worten, du musst die geeigneten Stellen finden, an denen sich verschiedene Disziplinen überschneiden und zusammenfallen, um volles Potenzial aus allen Kompetenzen zu schöpfen.

Eine Teambesprechung von engagierten Mitarbeitern

3. Die gefühlsorientierte oder emotionale Führung

Die dritte Art der Führung beruht auf der Schaffung von persönlichen Bindungen zwischen den Teammitgliedern, sodass sie in Harmonie zusammenarbeiten können. Führungskräfte, die diesen Stil verwenden, versuchen, eine gute Arbeitsumgebung zu gewährleisten, weil sie sich derer Auswirkungen auf ihre Mitarbeiter bewusst sind.

Probleme, mit dem diese Art von Führungskräften konfrontiert werden können, entstehen vor allem, wenn es an Disziplin und Organisation mangelt oder wenn es zu Konflikten kommt, da die Gruppe wesentlich emotionaler in die Situation eingebunden ist.

4. Der visionäre Führungsstil

Führungskräfte, welche diesen Führungsstil nutzen, motivieren ihre Mitarbeiter mit einer klaren und aufregenden Vision. Sie helfen auch der einzelnen Person, ihre Rolle in dieser Vision zu erkennen. Der Hauptvorteil dieser Art von Führung besteht darin, dass jeder ein klares Bild vom endgültigen Ziel hat. Dadurch fühlen sich alle motivierter.

Dieser Führungsstil ist einer der derzeit beliebtesten Stile.

Ein Manager, der die verschiedenen Führungsstile kennt

5. Die leistungsorientierte Führung

Die Aufgabe eines sogenannten Schrittmachers besteht darin, einen Plan zu entwerfen und sicherzustellen, dass alle daran festhalten. Der Schrittmacher möchte allen anderen ein gutes Beispiel abgeben. Im Allgemeinen sind es Manager und Chefs, die in einem Projekt gern die führende Rolle übernehmen.

Das Problem bei diesem Führungsstil ist, dass es dem Team unmöglich ist, etwas Neues vorzuschlagen, das nicht nur eine Nachahmung dessen wäre, was der Schrittmacher bereits vorgemacht hat. Also ist diese Art der Führung besonders effektiv, wenn der Führer ein Experte auf seinem Gebiet ist, und das Team noch sehr viel von ihm lernen kann. Daher müssen die übrigen Gruppenmitglieder das Projekt wirklich auch als Lernmöglichkeit verstehen und nicht etwa als gleichwertige Teamarbeit.

6. Der beratende Führungsstil

Die letzte Art der Führung basiert darauf, den Mitgliedern einer Gruppe dabei zu helfen, ihre Stärken und Schwächen zu finden. Dann kann der Coach dem Einzelnen dabei helfen, sein volles Potenzial zu entfalten. Die Idee hinter diesem Stil ist, dass ein guter Arbeiter mehr zu bieten habe als einer, der sein Potenzial nicht maximiert hat.

Jeder der Führungsstile nach Daniel Goleman hat seine Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund ist es wichtig, die jeweilige Situation sorgfältig zu analysieren und den Stil zu wählen, der den Umständen am ehesten entspricht. Die Entwicklung von Führungsfähigkeiten ist nicht nur für Manager und Vorgesetzte von Nutzen, sondern auch für alle anderen, die im Team arbeiten müssen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.