Freunde, die sich passiv-aggressiv verhalten

08 Juni, 2020
Passiv-aggressives Verhalten verletzt nicht nur die Rechte der Menschen, sondern macht es auch unmöglich, miteinander auszukommen. Manchmal geschieht diese Art von Verhalten zwischen Freunden. In diesen Fällen nutzt eine Person das Vertrauen der anderen aus und arbeitet außerdem mit Erpressung, Schikanieren und anderem schädlichen Verhalten.
 

Freunde, die sich passiv-aggressiv verhalten, sind ein schlechter Umgang. Trotzdem kann es schwierig sein, ihnen den Rücken zu kehren und ihnen zu sagen, dass sie alles schwierig machen, dass ihre Freundschaft schmerzhaft ist und dass sie dich verletzt haben. Obwohl es kompliziert sein kann, sich solchen Beziehungen zu stellen, ist es dennoch wichtig, dies zu tun.

Doch was ist der beste Weg, um diese Situationen anzugehen? Solltest du ein ernstes Gespräch mit deinem Freund führen und eine Änderung fordern? Oder die Situation weiter ertragen und hoffen, dass es besser wird? Die Wahrheit ist die, dass es keine universelle Antwort gibt. Denn es gibt Untertypen von passiv-aggressiven Persönlichkeiten, von denen einige schädlicher sind als andere.

In jedem Fall bedeutet der Umgang mit einer passiv-aggressiven Person, sich mit ihrem Verhalten abzufinden, das mit Unsicherheit, Zwiespältigkeit, Bitterkeit und versteckter Aggressivität behaftet ist. Manchmal ist es wirklich subtil, aber wenn du mehr Zeit mit jemandem verbringst, der dieses Verhalten an den Tag legt, werden diese Feinheiten klar und sie sind so scharf wie Messer.

 

Ohne Zweifel ist es angebracht, zu reagieren. Wenn du einen Freund hast, der passiv-aggressiv ist, wirst du ständig mit Konflikten zu tun haben. Es ist ein allmählich demoralisierender Prozess. Vor allem, weil eine Freundschaft genau das Gegenteil davon sein sollte. Lass uns im Folgenden etwas genauer auf dieses Thema eingehen.

„Angst manifestiert sich im Allgemeinen auf zwei Arten: durch Aggressivität oder Unterwerfung.“

-Paulo Coelho-

Freunde, die sich passiv-aggressiv verhalten sind hinterhältig

Freunde, die sich passiv-aggressiv verhalten

Die Psychologie identifizierte die passiv-aggressive Persönlichkeit vor mehr als einem Jahrhundert. Der österreichische Psychoanalytiker Wilhelm Reich sprach unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg als Erster darüber. Laut Reich war dies damals der Persönlichkeitstyp, der am häufigsten in der Bevölkerung beobachtet wurde.

 

Ebenso trat die Passiv-Aggressivität kurz danach im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (kurz DSM, dt. diagnostisches und statistisches Handbuch für psychische Störungen) als Persönlichkeitsstörung auf.

In den neuesten Versionen des Handbuchs wird sie jedoch nicht mehr als „Störung“ angesehen. Stattdessen wird die Passiv-Aggressivität als eine Art von Persönlichkeit klassifiziert, die sich manchmal bei anderen Erkrankungen, wie Zwangsstörungen oder abhängigen Persönlichkeitsstörungen, äußern kann.

Wie du wahrscheinlich bereits weißt, verhalten sich die Menschen andererseits um dich herum manchmal passiv-aggressiv, wie zum Beispiel:

  • Eltern
  • wichtige andere Personen
  • Mitarbeiter
  • Freunde usw.

Das Interessante an der Passiv-Aggressivität ist, dass es einfacher ist, dieses Verhalten bei anderen als bei uns selbst zu erkennen. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir alle in der Lage sind, uns auf diese Art von schädlichem Verhalten einzulassen. Niemand ist immun dagegen.

 

Passiv-aggressive Freunde und ihr Verhalten

Über Freunde zu sprechen, die passiv-aggressiv sind, ist ein ziemlich kompliziertes Thema. Denn was uns oft in diesen Freundschaften hält, ist die investierte Zeit und eine emotionale Bindung. Vielleicht hast du bereits viel mit dieser Person durchgemacht und hast dich daran gewöhnt, geduldig mit ihr zu sein und ihr zu vergeben. Tatsächlich hast du ihr bereits unzählige Chancen gegeben.

Trotzdem weißt du, dass etwas nicht ganz richtig ist, aber du bist dir nicht sicher, bei welchem Namen du es nennen sollst. Lies im Folgenden weiter, um mehr über diesen Persönlichkeitstyp zu erfahren, damit du ihn in deinem eigenen Leben identifizieren kannst. Wir werden uns auf die Arbeit von Theodore Millon beziehen, um die passive Aggressivität zu erklären.

Freunde, die sich passiv-aggressiv verhalten sind hinterhältig

Was meinen wir mit hinterhältig? Dieser Begriff bezieht sich auf eine Art klar verdrehten Verhaltens. Hier sind einige Beispiele:

 
  • Sie neigen dazu, zu zögern und brauchen somit lange, um auf Fragen zu antworten und sie erscheinen zu spät zu Terminen. Außerdem reagieren sie nur langsam, wenn jemand etwas von ihnen erwartet.
  • Sie „vergessen“ Dinge immer wieder. Man kann ihnen nicht wirklich vertrauen und sie haben immer eine Million Ausreden und Rechtfertigungen parat.
  • Sie werden schnell wütend. Wenn sie verärgert sind, bestrafen sie ihre Umgebung mit Schweigen.

Sie sind harsch mit anderen

Passiv-aggressive Freunde verhalten sich aggressiv und hinterlassen emotionale Spuren. Mit anderen Worten, sie neigen dazu, dich auf verletzende Weise zu behandeln. Manchmal nehmen sie eine moralisch überlegene Haltung ein, um dich zu beurteilen und zu kritisieren. Einen Augenblick später sind sie dann wieder unterwürfig und abhängig.

Instabilität ist ihre Lebensweise

Der beste Weg, um diese Aussage zu beschreiben, ist „mit dir, aber ohne dich“. Sie wollen dich kontrollieren und jeden Aspekt deines Lebens mikromanagen. Gleichzeitig können sie aber nicht ertragen zu hören, was du von dem hältst, was sie tun oder lassen. Passiv-aggressive Menschen wirken oft zuerst voller Energie und Bestimmtheit, aber kurze Zeit später sind sie wütend und leiden.

 
Instabilität scheint die Lebensweise passiv-aggressiver Menschen zu sein

Ewige Unzufriedenheit

Passiv-aggressive Freunde sehen die negative Seite jeder Situation. Sie suchen in jeder netten Geste einen Fehler, nach dem Staubfleck auf der polierten Oberfläche. Es ist schwer, dein Glück mit ihnen zu teilen, weil sie Experten darin sind, deinen Erfolg zu schmälern.

Dieser Persönlichkeitstyp ist auch geübt darin, das Opfer zu spielen. Ihre Sicht auf die Realität ist verzerrt und sie drehen die Dinge so, dass sich alles um sie selbst dreht.

Was kann ich tun, wenn ich Freunde habe, die sich passiv-aggressiv verhalten?

Passiv-aggressive Freunde können das Konzept der Freundschaft völlig verzerren. Du solltest dich daher nicht an diese Art von Verhalten gewöhnen oder es einfach ertragen. Stattdessen solltest du die folgenden konkreten Strategien anwenden und entsprechend reagieren:

 
  • Du solltest nicht in ihre Falle treten. Wenn sie wütend werden und aufhören, mit dir zu reden, lass sie „schmollen“. Wenn sie dich nach etwas fragen, das du nicht tun möchtest, tu es nicht. Und wenn dein „Freund“ dich wegen jeder Kleinigkeit zur Rede stellt, ignoriere ihn. Das Letzte, was du möchtest, ist es, sein schlechtes Verhalten zu verstärken und dich in irgendeiner Weise davon beeinflussen zu lassen.
  • Denke immer daran, dass die größte Furcht eines passiv-aggressiven Menschen die ist, ignoriert zu werden und deine Freundschaft zu verlieren. Höre daher nicht auf seine Drohungen oder Erpressungen.
  • Sei standfest und ruhig. Sie solltest deinen passiv-aggressiven Freunden klar machen, dass du diese Art von Verhalten nicht tolerieren wirst. Kommuniziere deine Gefühle auf ruhige und freundliche Weise. Das Gleichgewicht zu finden, ist die beste Wahl.
  • Wenn sie sich nicht ändern können, lass sie gehen. Stelle dabei sicher, dass sie verstehen, dass du ihr schädliches Verhalten nicht tolerieren wirst. Wenn es so weitergeht und keine Anzeichen einer Veränderung oder Verbesserung erkennbar sind, ist es am besten, auf Distanz zu gehen.
 

Abschließend

Wenn du einen Freund hast, der sich passiv-aggressiv verhält, braucht er wahrscheinlich professionelle Hilfe. Da du keine Kontrolle darüber hast, ob er diese in Anspruch nimmt oder nicht, ist es am besten dein eigenes psychisches Wohlbefinden zu schützen. Denke daran, dass diese Art von Verhalten schädlich ist und du es nicht ertragen musst.