Freunde: Die Familie, die wir uns selbst aussuchen

· 24. Juli 2018

Man sagt, dass Freunde die Familie seien, die wir uns selbst aussuchen. Und ich möchte in diesem Artikel nicht einfach über irgendeine Freundschaft reden, die Rede ist von FREUNDEN, in Großbuchstaben. Diese Verbindung, die so stark ist, wie nur wenige andere; das Ergebnis dieses Zufalls, im Leben aufeinander getroffen zu sein. Diese Liebe, die nicht schmerzt, uns nicht erdrückt und auch noch über eine kilometerweite Entfernung hinweg besteht.

Der Duden definiert Freundschaft als „auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander“. Und ich gebe zu, dass mich diese Definition sowohl überrascht als auch fasziniert. Jahrhundertelang galten Beziehungen zu Blutsverwandten als die stabilsten, bedingungslosesten und liebevollsten Beziehungen, und der Wichtigkeit von Freunden wurde wenig Beachtung geschenkt.

Wie wichtig Freunde sind

Seit unserer Kindheit sind unsere Freunde aber eine wichtige Stütze für uns. Sie erlauben uns, Werte zu verinnerlichen, verschiedene Rollen zu erleben und herauszufinden, wer wir sein wollen. Sie helfen uns, unsere Identität zu erschaffen, Empathie zu entwickeln und Teil einer Gruppe zu sein.

Lachende Freundinnen liegen nebeneinander

Das Verständnis von Freundschaft ist etwas Persönliches und deshalb teilweise etwas Subjektives. Unsere Erwartungen an eine Freundschaft verändern sich mit der Zeit, aufgrund unserer Erfahrungen und die uns umgebenden Umstände. Je älter wir werden, desto wählerisch werden wir mit unseren Freunden, suchen mehr nach Qualität als nach Quantität und wissen besser als früher, was wahre Freunde ausmacht – oder zumindest Freunde, mit denen wir uns gern umgeben.

Durch unsere Freunde können wir außerdem verschiedene Facetten unserer selbst entdecken und entwickeln. Sie helfen uns dabei, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen und positive Gefühle zu erzeugen, die eine größere mentale Stabilität zur Folge haben. Wir könnten deshalb sagen, dass uns eine Freundschaft schützt, uns umsorgt und stärkt.

„Ein Bruder ist vielleicht kein Freund, aber ein Freund wird immer ein Bruder sein.“

Demetrios von Phaleron

Was wahre Freunde ausmacht

Entweder, weil wir keine dazu Gelegenheit hatten, eine wahre Freundschaft zu genießen, oder weil wir uns in einem Moment in unserem Leben befinden, in dem wir schlicht unsicher sind – es ist manchmal schwierig, zwischen Bekannten, Kollegen und Freunden zu unterscheiden. Die folgenden Merkmale zeichnen eine wahre Freundschaft aus:

  • Vertrauen und Bedingungslosigkeit: Wir können uns so geben, wie wir sind, und müssen uns nicht verstellen. Bei einer wahren Freundschaft haben wir die absolute Gewissheit, dass wir unserem Freund vollkommen vertrauen können. Sowohl wenn etwas gut als auch wenn etwas schlecht läuft, ist er an unserer Seite und unterstützt uns. Wir wissen, dass er uns die Wahrheit sagen wird, auch wenn sie nicht unbedingt dem entspricht, was wir gern hören wollen.
  • Gegenseitigkeit: Eine Freundschaft ist eine gemeinsame Bindung, die auf Gegenseitigkeit beruht, was die Kommunikation, Taten, Gefühle und Interessen anbelangt. Es ist normal, dass es Phasen gibt, in denen wir diese Gegenseitigkeit aus irgendeinem Grund vernachlässigen. Wenn das passiert, ist es wichtig, mitfühlend zu sein, daraus zu lernen und unser Verhalten zu korrigieren. Wir alle können Fehler machen. Freunde vergeben uns und lehren uns auch, bessere Freunde zu sein.
  • Freunde wünschen uns nur das Beste: Ein Freund freut sich für uns, wenn es bei uns gut läuft, feiert Erfolge mit uns und ist glücklich, wenn wir glücklich sind. Es gibt keinen Platz für Neid oder Egoismus; ein guter Freund ist immer an unserer Seite, ohne auf den eigenen Vorteil aus zu sein.
  • Der Wunsch, gemeinsam Zeit zu verbringen und Erfahrungen zu teilen: Wahre Freunde möchten ihre Zeit mit uns teilen, neue Erfahrungen zusammen mit uns erleben und neue Anekdoten entstehen lassen, die die Bindung stärken. Es spielt auch keine Rolle, wie viel Zeit vergeht und wie viele Kilometer uns von ihnen trennen – wenn es eine wahre Freundschaft ist, bleibt das Miteinander intakt.
  • Freiheit: Eine Freundschaft erzeugt kein Gefühl der Unterdrückung. Sie erlaubt uns, wir selbst zu sein und basiert auf Respekt. Wir fühlen uns durch sie freier und wie ein besserer Mensch. Wir fühlen uns in einer wahren Freundschaft weder benutzt noch versucht unser Freund, uns zu manipulieren. Wir werden von einem wahren Freund nicht unter Zeitdruck gesetzt und er versucht niemals, aus uns jemanden zu machen, der wir nicht sind. Wahre Freunde laden uns dazu ein, nachzudenken, lassen uns Raum für unsere Meinungsfreiheit und geben uns Luft zum Atmen.
Zwei Freunde sitzen am Meer und unterhalten sich

Ein Freund ist ein wahrer Schatz

Nicht in jedem Menschen finden wir einen Freund. Es gibt viele Menschen, die kommen und gehen, aber manchmal springt im unerwartetsten Moment der Funke über und es entsteht diese so besondere, wichtige und langanhaltende Verbindung. Das passiert nicht oft im Leben. Deshalb solltest du dich gut um diese FREUNDE kümmern, wenn du sie gefunden hast. Sieh ihre Anwesenheit nicht als selbstverständlich an. Pflege deine Beziehung zu ihnen mit Geduld, Aufrichtigkeit, Liebe und Aufmerksamkeit.

Wahre Freunde prägen unser Leben. Wenn du also das Glück hast, dich an solch einer Freundschaft erfreuen zu dürfen, bist du ein unendlich gesegneter Mensch. Du hast eine magische, authentische und bedingungslose Verbindung zu einem anderen Menschen aufgebaut. Du hast eine Schwester, einen Onkel für dein Kind oder einen Kollegen fürs Leben. Wenn du einen wahren Freund hast, hast du einen Schatz, der dich zum Strahlen bringt.

„Mit einem Freund im Dunkeln zu gehen ist besser als allein im Licht zu gehen.“

Gotham