4 Filme, um über die psychische Gesundheit zu sprechen

Die psychische Gesundheit wird in vielen Filmen behandelt. Sie bringen uns die Realität betroffener Menschen näher und fördern unser Verständnis.
4 Filme, um über die psychische Gesundheit zu sprechen

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 04. Juni 2022

Die psychische Gesundheit ist ein ebenso geheimnisvolles wie faszinierendes Thema, das sowohl die kleine als auch die große Leinwand inspiriert hat. Während einige Werke dieses Thema akkurat behandeln, fantasieren andere über lückenhafte Einzelaspekte. Viele Filme leugnen die Wahrheit, mit der viele Menschen täglich konfrontiert sind.

Die besten Filme, die über die psychische Gesundheit sprechen

Auf der Kinoleinwand wurden schon viele Versuche unternommen, psychische Krankheiten darzustellen. Viele waren genau das: Versuche oder ungenaue Ansätze zum Thema. Manche Filme zeigen jedoch die Realität auf einfühlsame und realistische Weise.

Anschließend empfehlen wir dir verschiedene Filme, die auf die eine oder andere Weise über die psychische Gesundheit sprechen.

1. “Die Lipsett-Tagebücher” von Theodore Ushev

Dieser Dokumentarfilm beleuchtet das Leben und Werk des kanadischen Experimentalfilmregisseurs Arthur Lipsett, der 1986 im Alter von 49 Jahren Selbstmord beging.

Arthur Lipsett inspirierte Generationen von Filmemachern, darunter George Lucas und Stanley Kubrick. Dieser preisgekrönte Animationsfilm von Theodore Ushev veranschaulicht den Kampf und den steilen Fall des kanadischen Filmemachers.

Es handelt sich um ein intimes Tagebuch, das anhand eines Bombardements von Bildern und Tönen präsentiert wird. Der Regisseur versucht so, die Persönlichkeit Lipsetts widerzuspiegeln und den schwindelerregenden fall des Künstlers darzustellen, der an einer Depression leidet und fälschlicherweise als “wahnsinnig” bezeichnet wird.

2. “Silver Linings” von David O. Russells

Der Film “Silver Linings” versucht, die bipolare Störung auf der Leinwand darzustellen. Wir hören oft über diese Störung, an der unter anderem Prominente wie Mariah Carey oder Kanye West leiden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff jedoch falsch verwendet. Bipolar zu sein bedeutet nicht nur, schlechte Laune zu haben oder häufig seine Meinung zu ändern.

“Silver Linings” ist eine romantische Komödie, der es gelingt, dieses in Verruf geratene Genre durch die Emotionen eines realistischen Dramas wiederzubeleben. Die beiden Hauptfiguren werden von den Schauspielern hervorragend dargestellt. Sie zeigen, wie schwer es den Patienten und ihrer Umgebung fällt, sich in den Momenten der Manie zu orientieren und richtig zu verhalten.

Dieser Film zeigt jedoch zu wenig von den depressiven Phasen der Störung, die oft am schmerzhaftesten sind, weil sie am längsten dauern. In diesen Phasen kommt es zu problematischen Verhaltensweisen, die in der manischen Phase gezeigt werden.

3. “Sorrow and Joy” von Nils Malmros

Sorrow and Joy ist der Abschluss des Lebens und der Arbeit eines der wichtigsten Regisseure des dänischen Films, Nils Malmros. Der Regisseur nutzt den Film als kathartisches Mittel: Dieser autobiografische Film über den Mord an seinem Sohn durch seine Frau ist ein anschauliches Beispiel dafür.

Nils Malmos drehte “Sorrow and Joy” am Ende seines Lebens, denn er wollte seine Frau vor der Stigmatisierung und Ablehnung schützen. In diesem Film verkörpert die fiktive Figur Johannes (Jakob Cedergren) die Rolle des Regisseurs, der versucht, seine Frau Signe (Helle Fagralid) nach einer Tragödie vor der Justiz zu schützen.

Die Stimmung ist traurig und ernst und der Film enthält verschiedene emotional sehr intensive Szenen, der Regisseur vermeidet jedoch reißerische Tragik. Es geht darum, das Umfeld zu verstehen, das den psychotischen Ausbruch einer Mutter zum Mord an ihrer Tochter führt.

Diese extrem harte autobiografische Tragödie ist in der Filmgeschichte einzigartig. Der Regisseur wollte damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Psychose leisten.

4. “Eine andere Frau” von Woody Allen

Als die Philosophieprofessorin Marion Post (Gena Rowlands) eine Wohnung mietet, um an ihrem neuen Buch zu arbeiten, stellt sie fest, dass sie den Raum nebenan belauschen kann, in dem sich die Praxis eines Psychiaters befindet.

Marion lässt sich von den Sitzungen einer Patientin namens Hope (Mia Farrow) fesseln. Während Hope über ihre emotionalen Probleme spricht, beginnt Marion, ihr Leben neu zu bewerten. Sie erkennt, dass ihre Kälte sie von Freunden und Familie entfremdet und dass sie ihre Chance verpasst hat, die wahre Liebe zu finden.

Dieser Film ist eine psychologische Charakterstudie, die nicht den gewohnten Neurotizismus von Woody Allen aufweist. Er enthält jedoch einige sehr scharfsinnige Selbstbeobachtungen. Es handelt sich um die zärtliche, komplexe und bewegende Geschichte einer Frau, die in der Mitte ihres Lebens zwischen Reue und ehelicher Verbitterung gefangen ist.