Es wird derjenige Teil meines Lebens bleiben, der mir zeigt, dass er mir guttut

· 9. Juni 2016

„Es sollen diejenigen Menschen einen Teil meines Lebens bilden, die mir etwas geben, die mich bereichern und die die Absicht haben, mir gut zu tun.“ – Dies ist eine der Botschaften, die wir uns sagen sollten, wenn wir uns betrogen fühlen.

In unseren Beziehungen ist nicht alles rosarot und manchmal verletzten uns die Konflikte, die wir mit anderen führen. Dies kann etwas ganz Normales sein, solange wir noch dazu in der Lage sind, unsere Streitigkeiten auf angebrachte Weise zu lösen.

Doch manchmal führen fehlende Gegenseitigkeit, schlechtes Verhalten und eine negative Einstellung zu dem Gedanken, dass man eine Entscheidung treffen und getrennte Wege gehen sollte.
 
Freiheit

Der harte Moment der Trennung

Manche Trennungen sind für unser Wachstum lebenswichtig. Jedoch ist es sehr schwer, sich zu verabschieden, und dies noch mehr, wenn wir hierbei auch von einem wichtigen Teil unserer Essenz Abschied nehmen müssen.

In diesem Sinne sollten wir, wenn die Entscheidung treffen, loszulassen und einen Schlusspunkt zu setzen, uns vorher die dankbare Frage stellen, was wir bei diesem ganzen Hin und Her gelernt und verlernt haben und was uns nicht gut getan hat. Diese oder auch jede andere Form, die es erlaubt, einer Trennung einen Sinn zu geben, basiert auf dem Verständnis, dass wir durch alles, wirklich alles, etwas lernen können.

Das Leben ist potenziell bedeutungsvoll bis zu seinem letzten Moment, bis zum letzten Seufzer, dank der Tatsache, dass man selbst im Leiden eine Bedeutung sehen kann.

Viktor Frankl 

Nadel

Wenn uns die Nicht-Liebe verletzt

Als Person nicht geliebt zu werden führt bei uns zu schweren Wunden, denen des Verlassenseins und der Erniedrigung. Die letztere ist schwieriger zu erkennen, da es vorraussetzt, unser Leiden ans Licht zu stellen und das für uns ins Positive zu wenden, was wir als Scheitern ansehen, aber was uns in Wirklichkeit erst zu Personen macht.

Wenn uns jemand nichts Gutes tut oder uns nicht liebt, jemand, wegen dem wir uns Hoffnungen gemacht haben und mit dem wir wunderbare Geschichten erlebt haben, dann führt dies zu einem schweren Riss in unseren Gefühlsmustern.

Das wirft uns für eine Zeit lang aus der Bahn und wir hören ständig das Echo von Trommelschlägen in unserem Ohr, was uns frustriert und was wir nicht abstellen können, weil wir nicht herauszufinden können, woher diese kommen und wie man mit ihnen kommunizieren kann.

So sehr wir uns auch selbst lieb haben, so sehr wir uns kennen und so entschlossen wir auch in unseren Entscheidungen sind, die Entscheidung zu treffen, sich zu verabschieden, ist immer etwas ausgesprochen Schmerzhaftes.

Herz-begraben

„Man sollte immer wissen, wann eine Etappe des Lebens zu Ende ist. Wenn du darauf bestehst, länger als nötig zu verweilen, dann verlierst du die Freude und den Sinn für alles andere. Kreise schließen sich, oder Türen gehen zu, oder Kapitel werden abgeschlossen, wie auch immer du es nennen willst.

Das Wichtigste ist, sie schließen zu können und Momente des Lebens loszulassen, die ihrem Ende zugehen. 

Wir können nicht in der Gegenwart sein und die Vergangenheit bewundern. Noch nicht einmal uns nach dem Warum fragen. Was passiert ist, ist passiert, und man muss es loslassen, man muss sich loslösen. Wir können nicht für immer Kinder sein, noch späte Jugendliche, noch Angestellte nicht mehr existierender Firmen, noch Kontakt mit jemandem haben, der mit uns nichts zu tun haben will.

Die Dinge passieren und man muss sie gehen lassen!“

Paulo Coelho

Wir werden nach einem Abschied nicht mehr dieselben sein

Bei Abschieden gibt es immer etwas, was in uns kaputt geht, was unsere Träume zerkratzt, unsere Hoffnungen und Gefühle. Dieser Teil wird nie mehr so sein wie früher, und wird sich nie mehr wieder aufbauen, noch jeden Tag mit uns aufstehen.

Dies erzeugt in uns Nostalgie, einen tiefen Schmerz, erzeugt Fantasien über das, was hätte sein können, aber nicht passiert ist, als auch eine große Angst vor dem Abschied, die uns dazu anhält, uns am Unmöglichen festzuhalten.

Blaetter-sammeln

Am Ende ist es ein Prozess der Trauer, wenn wir jemandem die Türen unseres Lebens verschließen, und entsprechend leidet man darunter. Aber diese Abschiede sind notwendig, um uns wiederzufinden und um unsere Affektivität und unser emotionales Sein wieder aufzubauen.

Wir Menschen verändern uns und das Gleiche machen auch unsere Beziehungen zur Außenwelt mit uns. Dies passiert, obwohl wir alles versuchen, damit es nicht so ist. Und es kann unsere Rettung sein, sich von solchen Beziehungen zu verabschieden, die uns nicht guttun und für die keine Heilung in Aussicht ist.

Wenn wir uns also bewusst werden, dass etwas nicht gut läuft und wir uns auf einmal in Abwesenheit von jemandem scheinbar gut fühlen, dann ist es wichtig, uns vorzusagen, dass wir in der Lage sind, auszuwählen, wen wir in unserem Leben haben wollen und wer aus ihm verschwinden sollte.