Es bedeutet nichts, wenn du es nicht fühlst

· 5. Juni 2018

Wie oft hast du dich schon vor einer Aufgabe gedrückt, obwohl du ganz genau wusstest, dass du sie hättest erledigen können? Solange dir der entscheidende Schub fehlt, der dich aus deinem Trott herausführen kann, solange wirst du mit deiner Situation unzufrieden sein. Wenn du dir deiner emotionalen Leistung nicht bewusst bist, dann wirst du wahrscheinlich auch nicht die Energie aufbringen können, dich endlich aufzuraffen.

Das muss sich nicht nur auf deine berufliche Situation beziehen. Auch persönliche Beziehungen können davon betroffen sein. Nehmen wir an, deine Beziehung hat sich von einem romantischen zu einem freundschaftlichen Verhältnis entwickelt. Deinem Verstand ist diese Entwicklung nicht entgangen, aber dein Gefühl lässt diese Erkenntnis nicht zu. In der Folge klammerst du dich weiter an eine Beziehung, deren Ende eigentlich schon feststeht und das sich auf lange Sicht auch nicht vermeiden lässt.

Du wirst dich fragen, warum so etwas ausgerechnet dir passiert. Emotionen sind sehr wichtig, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen. Sie können mitverantwortlich dafür sein, dass du etwas nicht tust, von dem du weißt, dass du es tun solltest. In so einer Situation kooperieren deine Emotionen einfach nicht: Angst, falsche Vorstellungen und Unsicherheit können dich ausbremsen.

Wenn du es nicht fühlst, kannst du keine klaren Grenzen setzen

Auch wenn du weißt, dass dein Chef dir nicht die Arbeitsbedingungen bietet, die du verdienst, auch wenn du weißt, dass du deine Beziehung beenden willst, weil sie nicht mehr funktioniert – solange der Lichtschalter in deiner Gefühlswelt nicht betätigt wird, ist das egal. Du wirst in diesen Situationen verharren und nicht einen einzigen Schritt gehen, um das zu erreichen, was du dir eigentlich wünscht. 

Es kommt dir vor, als seist du an irgendwas angekettet. Als stünde dein Schicksal schon fest und du könntest nichts an ihm ändern. Dabei liegt das Problem in der Denkweise, dass die Dinge eben so seien, wie sie sind. Tatsächlich ist es möglich, dass sich die Welt bereits durch eine einzige Entscheidung um 180° dreht.

Über einer jungen Frau hängen lauter Glühbirnen.

Anhand der richtigen Beispiele kann diese Aussage sehr deutlich gemacht werden. Anstatt zu fragen „Warum erlaube ich es meinem Chef, mich schlecht zu behandeln?“  oder „Warum sollte ich an einer sterbenden Beziehung festhalten?“, solltest du deine Fragen vielleicht auf etwas Wesentlicheres richten und formulieren: „Wovor habe ich Angst? Was versuche ich zu vermeiden?“

Es ist sehr wahrscheinlich, dass deine Unsicherheiten dich davon abhalten, ein Problem in Angriff zu nehmen. Das kann die Suche nach einem neuen Job sein oder vielleicht hast du auch Angst vor dem Alleinsein. Die Angst kann dazu führen, dass du eine Abhängigkeit von Sicherheit entwickelst, die wiederum einer Bindung entstammt. Das führt dazu, dass du in deiner Komfortzone verweilst. Es hindert dich daran, zu empfinden, was du eigentlich schon erkannt hast, und entsprechende Schritte zu unternehmen, um deine Situation zu verändern.

Auf Gefühle hören – deine Emotionen sind dein Motor

Deine Emotionen sind der Motor, der dich voranbringt. Sicherlich kannst du dich mindestens an eine Situation erinnern, in der du gehandelt hast, ohne nachzudenken. Dein Körper hat gewissermaßen von selbst gehandelt. Er hat die Initiative übernommen, ohne deinen Geist zu konsultieren, ob die Folgen gut oder schlecht sein würden. Er ist das Risiko eingegangen, weil er gefühlt hat, dass er es tun musste.

Eine blonde Frau ist allein im Wald und von zahlreichen, lilafarbenen Schmetterlingen umgeben.

Höre auf deine Gefühle, schenke ihnen Aufmerksamkeit und lass‘ sie heraus! Das Gleichgewicht zwischen Verstand und Gefühl ist der Schlüssel zur guten Entscheidungsfindung. Dazu gehört auch, sich bestimmten Ängsten zu stellen, die durch tiefsitzende Vorstellungen entstanden sind. Dein Verstand liegt vielleicht falsch, aber deine Emotionen sprechen eine klare Sprache.

Wenn du weißt, was du zu tun hast, es aber nicht schaffst, da du es nicht fühlst, dann ist die Zeit gekommen, für Veränderungen zu sorgen. Es ist nicht leicht, bestimmte Gewohnheiten und Verhaltensmuster abzulegen. Dennoch, mit etwas Hilfe und Willensstärke wirst du wundervolle Ergebnisse erhalten können.

„Wir wissen, was wir sind, aber wir fühlen es nicht.“

Silvia Congost