Erfinde dich neu, indem du etwas Neues ausprobierst

· 18. Januar 2018

Es scheint mehr und mehr akzeptiert zu werden, dass die Zeit aus Moment und Moment besteht, während wir Erfahrungen sammeln, die uns durch die uns umgebenden Ströme rütteln und drücken. Der deutsche Physikprofessor und Wissenschaftler Georg Christoph Lichtenberg sagte einst, dass uns nichts schneller altern ließe, als ständig an das Älterwerden zu denken.

Wenn du denkst, dass es zu spät sei, etwas zu tun, legitimierst du das Wort „nie“ und tötest Chancen und Möglichkeiten der Veränderung. Bewerte Chancen nicht auf der Grundlage der Zeit, die dir heute, diese Woche oder im Rest deines Lebens bleibt. Beurteile sie basierend auf dem gegenwärtigen Moment.

„Passe auf die Minuten auf und die Stunden werden auf sich selbst aufpassen.“

Lord Chesterfield

Dinge, die ewig in der Schwebe sind

Du kannst immer wieder verlorene Stunden, verschwendete Freizeit und vernachlässigte Hobbies bereuen. Das kann ein gewisses Maß an Angst verursachen und dazu führen, dass du dir Vorwürfe machst: „Ich hätte es nicht zurücklassen sollen …“, „Was hat mich das gekostet?“, oder, „Wann werde ich den Moment nutzen?“

Zu hoch gesteckte Ziele können dazu führen, dass du dich enttäuscht fühlst, wenn du feststellst, dass sie außerhalb deiner Reichweite liegen.

Frau macht sich Notizen

Wenn wir uns Ziele setzen, geht es dabei häufig um die Integration neuer Aktivitäten in unser Leben, was keine schlechte Idee ist. Du kannst dir jedoch auch Dinge ansehen, die du bereits gemacht hast, und diesbezüglich etwas Neues ausprobieren. Sich neu erfinden bedarf nicht immer eines kompletten Neustarts.

Arbeite daran, Bekanntes und Gekonntes zu verbessern, deine Sichtweise zu erweitern und denke darüber nach. Wenn du diesem scheinbar bescheideneren Weg folgst, wird dich das mehr bereichern, als wenn du Ziele verfolgst, die außerhalb deiner Möglichkeiten liegen, egal wie attraktiv sie auf den ersten Blick erscheinen.

„Wenn wir sagen, dass die Vergangenheit immer besser gewesen wäre, verurteilen wir die Zukunft, ohne es zu wissen.“

Francisco de Quevedo

Erfinde eine alltägliche Aktivität neu

Du kannst viel mehr aus der Neuinterpretation eines Teils deines Tages herausholen, wenn du die Linse, durch die du schaust, wechselst. Wachstum ist oft nicht so weit weg, wie wir glauben. Indem du einfach deine Perspektive änderst, durch die du viele Teile deines täglichen Lebens betrachtest – Beziehungen, Verhaltensweisen, Ziele usw. – kannst du riesige Entdeckungen machen.

Du kannst eine unendliche Anzahl von Fähigkeiten erlernen, wenn du deinen Ansatz änderst. Ich nehme eine persönliche Erfahrung als Beispiel: Während der Weihnachtszeit, als ich viel freie Zeit hatte, beschloss ich, einen Teil von mir neu zu erfinden. Ich konzentrierte mich auf eine Aktivität, die ich bis dahin immer sehr automatisch gemacht hatte: das Kochen. Mit diesem Perspektivenwechsel wurde mir klar, dass ich viel mehr zu meinem Leben hinzufügen konnte als eine reichhaltige und abwechslungsreiche Ernährung, wenn ich wirklich kochen lernte.

Holztisch in der Küche

Während Kochen für einige Leute motivierend ist, kann es für andere ein Albtraum sein. Wir reduzieren es gewöhnlich auf ein Mittel zur Sozialisierung, zur Gewinnung von Nährstoffen und zur Aktivierung unserer Geschmacksknospen. Aber hinter all dem stecken andere Möglichkeiten, die wir noch nicht einmal erforscht haben, und ich hatte das Glück, einige von ihnen in die Praxis umzusetzen und sie zu verbessern.

Jenseits des Offensichtlichen

Hinter jeder Aktivität verbergen sich Qualitäten, mit denen wir aus jedem Moment das Beste herausholen können. In meinem speziellen Fall habe ich folgende entdeckt:

  • Kreativität: Ein wichtiger Teil des Kochens ist Veränderung. Es zu wagen, sich neue Gerichte vorzustellen, sie zu kochen und auszuprobieren. Es stimmt, dass es manchmal besser ist, sich an ein bestimmtes Rezept zu halten – besonders beim Backen – aber das ist Teil des Prozesses. Der Prozess der Kreativität ist nicht beendet, bis du jemanden findest, der es schon einmal versucht hat. Schließlich kannst du selbst bei der Präsentation und Dekoration des Gerichts fantasievoll sein.

„Jede Woche gibt es eine Katastrophe in meiner Küche. Der Feueralarm wurde schon mehrmals ausgelöst. Aber das hält mich nicht davon ab, abenteuerlustig zu sein. „

Paul O’Grady

  • Disziplin: Dies ist die andere Seite der Medaille. Präzision und Zeit sind wichtige Elemente in vielen Aufgaben. Damit das Ergebnis gut wird, müssen beide Elemente kontrolliert werden. Zu lernen, wie man Anweisungen und geordnete Schritte misst und befolgt, ist eine Disziplin, die eine gute Grundlage für deine Kreativität bildet.
  • Geduld: Dieser Faktor beinhaltet sowohl Geduld mit sich selbst als auch Geduld mit der anstehenden Aufgabe. Um erfolgreich zu sein, ist es wichtig, die Zeit zu respektieren, die zum Erlernen und Ausführen der Aufgabe benötigt wird. Eile und der Wunsch, fertig zu werden, kann das Endergebnis negativ beeinflussen. Auch beim Kochen ist es wie bei jeder anderen Freizeitaktivität gut, wenn du es in einem anderen Rhythmus als dem angehst, in dem du dich deinen täglichen Verpflichtungen stellst.

„Ich habe keine Zeit zu hetzen.“

John Wesley

  • Gedächtnis: Du kannst die Aufgabe als Herausforderung definieren. Wenn du versuchst, Rezepte, Mengenverhältnisse und Zutaten auswendig zu lernen, trainierst und testest du sowohl dein Kurzzeit- als auch dein Langzeitgedächtnis.
  • Planung: Dies ist ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens. Zu jeder Zeit zu wissen, wann, wie und was zu tun ist, wird dir helfen, dich auf die Aktivität zu konzentrieren, die du tust, anstatt dich immer wieder in deiner mentalen Agenda zu verlieren. Ein strukturierter und dennoch flexibler Zeitplan befreit dich von mentalen Ressourcen, mit denen du dann die Erfahrung deiner Aktivitäten verbessern kannst.
  • Frustrationstoleranz: Versagen. Üben und wieder versagen. Zu denken, dass du etwas nicht wüsstest oder nicht könntest, ist ein Dämon, der hinter jedem Moment, jeder Situation lauert. Wenn du versagst, dann fängst du wieder von vorn an – und dann versagst du möglicherweise erneut. Alles hängt davon ab, ob du deine Erwartungen anpasst, deine Fehler analysierst und nach und nach daran arbeitest, dich zu verbessern.
Glückliche Frau auf einer Wiese

Ich wollte nicht enden, ohne auf ein letztes Ziel hinzuweisen: dich von dem wahrscheinlich ängstlichen Rhythmus deiner täglichen Routine zu trennen. Sich auf etwas konzentrieren, das dich anzieht, hält dich davon ab, an etwas anderes zu denken. Ob du dich durch Kochen neu erfindest, deine Möbel neu anordnest oder aus alten Bücher ein dein Bücherregal bauen möchtest, spielt keine Rolle. Eine Aktivität zu finden, die dir helfen kann, deine Routine zu ändern, ist grundlegend für dein Wohlbefinden.

Schau dich um, werde langsamer. Sich neu erfinden, versagen, lernen – all das ist notwendig, um sich von der Routine zu trennen.