Einen Menschen zu treffen ist wunderbar, aber sich mit ihm zu verbinden ist magisch

8. Oktober 2017 en Emotionen 1234 Geteilt

Einen Menschen zu treffen ist leicht, das tun wir oft, wir treffen am Tag auf dutzende Menschen. Doch was wirklich magisch ist, ist, sich mit jemandem zu verbinden, Seele und Herz zu vereinen und zu entdecken, wie unsere Welten zusammenpassen, wie sich Galaxien auftun, wo andere nur Regenpfützen sehen, oder wie wir zur gleichen Zeit und aus demselben Grund lächeln.

Oftmals verbinden wir diese Anziehungskraft mit etwas Fantastischem, ohne zu verstehen, dass das Leben selbst noch Unglaublicheres, Magischeres und sogar Unbekanntes für uns bereithält als jeder Science-Fiction-Film. Was passiert da zwischen zwei Menschen, die sich zur gleichen Zeit und am selben Ort befinden und sich voneinander angezogen fühlen?

„Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern; ein Herz in zwei Seelen.“

Aristoteles

Die Rede ist nicht nur vom Verlieben, wir sprechen auch von dieser einzigartigen Verbindung, die die stärksten Freundschaften entstehen lässt, die weder Zeit noch Entfernung kennen, aber sehr wohl Komplizen, Pakte und diese harmonische Zuneigung, bei der sich beide sorgen und aufrichtig lieben.

Wir Menschen verbinden uns, so wie gewisse Atome, wie der Mond mit dem Wasser der Ozeane, was die Gezeiten verursacht. Vielleicht ist das Leben genau so und wir sollten einfach zulassen, dass diese wunderbare Verbindung mit bestimmten Menschen uns im Laufe unseres Lebens an ein bestimmtes Ziel bringt, das ein Teil des Wachstumsprozesses ist, in dem wir uns ermöglichen, zu lernen, zu teilen, zu helfen und uns helfen zu lassen, und eine unvergängliche emotionale Spur im Herzen des anderen hinterlassen.

Das Gesetz der Anziehung in der Freundschaft

Elena und Sarah lernten sich in der Universität kennen. Im Kommunikationsunterricht zeigte der Professor ein Video der Monty Python, das den ganzen Kurs einige Sekunden lang zum Lachen brachte. Aber als der Großteil des Kurses bereits wieder absolut still und auf seine Aufgabe konzentriert war, lachte Sarah noch immer und konnte einfach nicht aufhören. Als Elena sie hörte, brach auch sie erneut in lautes Gelächter aus. So begann ihre Freundschaft, eine großartige Freundschaft.

Wenn von Liebesbeziehungen oder von Freundschaft die Rede ist, dann wird oft thematisiert, welche Vorteile diese Art der Verbindung für die Partner hat, aber über ihren Auslöser wird nur selten gesprochen, über die Prozesse, die diese zufällige, aber so entscheidende magische Verbindung erst entstehen lassen.

Hinter einer Freundschaft verbergen sich viel komplexere Prozesse als jene, die die Anziehungskraft in einer Partnerschaft ausmachen. Es gibt eine Reihe von Gesetzen und psychologischen Dynamiken, auf die wir jetzt näher eingehen möchten.

Die Selbstentdeckung

Eine wahre Freundschaft beruht nicht nur darauf, gemeinsame Vorlieben zu teilen, den gleichen Geschmack oder dieselben Wertvorstellungen zu haben. Spaß zu haben, wenn man Zeit miteinander verbringt, ist auch nicht ausschlaggebend dafür, wie stark und tiefgründig eine Freundschaft ist.

Experten auf dem Gebiet der Sozialpsychologie wissen, dass es einen ausschlaggebenden Punkt dafür gibt, ob eine Freundschaft lange währt oder nicht: die Selbstentdeckung. Wir Menschen brauchen es, unsere Sorgen, Ängste und Gedanken mit anderen Menschen zu teilen, um Hilfe zu erhalten, um diese Intimität und diese manchmal auch therapeutische Unterstützung zu spüren: Sobald wir jemandem etwas Vertrauensvolles mitteilen und dieser Mensch das Geheimnis bewahren kann und wir auf seine Hilfe bauen können, beginnt der Zauber. Wenn dieser Freund uns sein Herz öffnet und auch uns seine eigenen Geheimnisse anvertraut, so bleibt dieser Zauber für immer.

Der Klebstoff, der uns verbindet, und das Spiegelgesetz

Sobald wir erkennen, dass wir dieser Person vertrauen können, leiten wir weitere Prozesse ein, die diese mächtige Verbindung festigen, die aus einem zufälligen Ereignis heraus entstanden ist. Die Rede ist selbstverständlich von emotionalen Geschenken wie Loyalität, Beachtung, bedingungslose Unterstützung, Anerkennung, Ehrlichkeit oder die Fähigkeit, unser persönliches Wachstum gegenseitig zu begünstigen.

In diesem Zusammenhang wollen wir auch das Spiegelprinzip in einer Freundschaft erwähnen. Es geht hierbei um etwas Elementares wie auch gleichzeitig Bedeutsames: Sich mit jemandem zu verbinden, bedeutet, sich auf einen Menschen einzulassen, dessen Identität zu unserer passt. Das ist jemand, der oftmals wie wir selbst handelt, ein Spiegelbild unserer selbst ist und so einen Anker setzt, der uns das Gleichgewicht halten lässt. Ein guter Freund ist dazu in der Lage, uns beispielsweise mitzuteilen, dass diese Wahl, die wir getroffen haben, oder dieser Mensch, in den wir uns verliebt haben, nicht zu unserem Wesen passt oder aus uns sogar etwas macht, das wir in Wahrheit nicht sind.

Manche würden das wohl Intuition oder sechsten Sinn nennen, aber unser Gehirn weiß in der Regel sehr gut, mit wem wir uns am besten verbinden können, mit wem wir einen Kaffee trinken sollten, um uns unseren Schmerz von der Seele zu reden, und mit wem eine Tasse heiße Schokolade, die nach Hoffnung riecht; wen wir besser meiden und wem wir die Tür vor der Nase zuschlagen sollten, um von einer möglichen Freundschaft Abstand zu nehmen, die nur auf dem Interesse des Gegenübers basiert.

Unserem Gehirn gefallen solide und langwährende Freundschaften, und das aus einem bestimmten Grund: Sie helfen uns dabei, zu überleben, geben unserem Alltag mehr Sinn. Diese zufriedenstellende Verbindung ist wirksame Medizin gegen Stress, der Balsam, der die Cortisolwerte senkt und eine Dopamin- und Serotoninfreisetzung bewirkt, um uns glücklich zu machen.

Wir sollten uns vom Zufall leiten lassen und dem Leben ermöglichen, uns mit diesen besonderen Menschen, die unsere Welt schöner, wärmer und interessanter machen, auf magische Weise zu verbinden.

Eine Geschichte über Hoffnung: Das Farnkraut und der Bambus

Wir könnten sagen, dass die Geschichte vom Farnkraut
und Bambus eine Geschichte über die Hoffnung ist… >>> Mehr

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Jerry LoFaro und Claudia Tremblay

Auch interessant