Eine gesunde Liebesbeziehung beruht auf diesen 7 Pfeilern

· 28. Januar 2018

Eine gesunde Liebesbeziehung wird auf sieben Pfeilern aufgebaut: auf Respekt, Vertrauen, Ehrlichkeit, Unterstützung, Gleichberechtigung, der Bewahrung der eigenen Identität und guter Kommunikation. Damit ein Paar eine gesunde Liebesbeziehung aufbauen kann, muss es Gegenseitigkeit geben, die Liebe muss gleichermaßen gegeben und erhalten werden und beide müssen sich umeinander kümmern.

Autoren wie Walter Reese oder Jorge Bucay erklären uns, wie wichtig es ist, dem Partner durch fürsorgliche und liebevolle Gesten Dankbarkeit zu zeigen. Nicht einfach nur von ihr auszugehen und sich gegenseitig anzuerkennen, werde dazu führen, eine tiefe und gesunde Beziehung aufzubauen, zu erleben und sie zu genießen.

„Eine Definition der Liebe: die Freude daran, dass der andere existiert.“

Walter Riso

Manchmal erscheint es wie eine unmögliche Mission, den perfekten Partner zu finden, der gleichzeitig auch der Meinung ist, das wir das für ihn sind. Wenn das dann passiert, verspüren wir ein großartiges Gefühl, so großartig, dass uns die Schwierigkeiten des Lebens weniger wichtig vorkommen. So als wären sie winzig klein im Gegensatz zu diesem Glück.

Zu Beginn einer Beziehung ist es häufig der Fall, dass wir die Welt durch eine rosarote Brille sehen. Ein Farbton, der so fantastisch wie auch gefährlich ist, da er uns blind und es uns unmöglich machen kann, zu erkennen, dass die Beziehung nicht so verläuft, wie sie es sollte. Daher muss eine gesunde Liebesbeziehung von Anfang an gesund sein.

„Man muss nicht für den anderen sterben, sondern leben, um zusammen zu genießen.“

Jorge Bucay

Verantwortungen übernehmen

In jeder Partnerschaft gibt es Verantwortungen. Wenn zwischen zwei Menschen etwas nicht funktioniert, ist es das Problem von beiden und beide müssen zu der Lösung des Problems beitragen, wobei die Proportionen des Einzelfalls zu beachten sind.

In diesem Sinn geht es nicht darum, zu glauben, für alles, was passiert, verantwortlich zu sein, oder sich keine Fehler eingestehen zu wollen. Es geht mehr darum, ein Gleichgewicht hinsichtlich der Verpflichtungen zu finden, die jeder einzelne übernimmt und denen er nachkommen kann. Ein intelligentes Paar weiß daher, wie Verantwortungen aufgeteilt werden sollten, damit jeder mit seinen Stärken glänzen kann.

Paar mit Ast, auf dem eine Blume wächst, auf dem Kopf

Um Verpflichtungen aufzuteilen, spielt die Kommunikation eine entscheidende Rolle. Besonders wenn die Rede davon ist, Verantwortungen zu übernehmen oder zu Übereinkünften zu kommen. Ein weiterer wichtiger Punkt, wenn wir Verantwortungen übernehmen, ist, auf realistische Weise abzuwägen, was wir tun können und was nicht. Vielleicht können wir kein sehr teures Geschenk kaufen, aber wir können eventuell eines mit unseren Händen gestalten. Vielleicht können wir den anderen nicht von der Arbeit abholen, doch wir können ihn vielleicht hinbringen.

Wir sprechen hier von einem konstanten Wachstumsprozess, in dem verschiedene Teilprozesse durchlaufen und abgeschlossen werden. Ein Prozess, der in einer Partnerschaft vonstattengeht, wenn es sich um eine gesunde Liebesbeziehung handelt, der aber auch von beiden Partnern individuell gestaltet wird.

„Ich war schon immer der Meinung, dass die schönste Antwort auf ein ,ich liebe dich‘ ein ,und ich fühle mich sehr geliebt von dir‘ ist.“

Jorge Bucay

Erlernte Verhaltensweisen

Wir alle haben – vor, während und nachdem eine Liebesbeziehung ihren Anfang gefunden hat – eine Vorstellung davon, wie diese aussehen soll. Auch stellen wir uns vor, wie unsere Freunde oder Familienmitglieder sich verhalten sollen. Die meisten von uns neigen darüber hinaus auch dazu, unseren Partner, wenn wir ihn dann haben, mit seinem „idealen Double“ zu vergleichen und alles in unserer Macht Stehende zu tun, damit er sich diesem Idealbild anpasst.

Dieser bestehende Unterschied zwischen dem idealen und dem realen Partner beinhaltet für gewöhnlich jene Einstellungen, Gedanken oder Verhaltensweisen, die uns am anderen stören. Damit die Beziehung funktioniert, werden wir einen Großteil des Inhalts dieses Päckchens akzeptieren müssen. Für manches können wir eine Lösung finden, aber mit anderen Dingen müssen wir uns arrangieren oder uns bleibt nichts anderes übrig, als den Partner zu verlassen.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass beide Partner ihre Toleranzschwelle an ihre gemeinsame Realität anpassen, damit die gesunde Liebesbeziehung weiter wachsen kann. Und die Veränderungen auf eine intelligente Weise anzugehen, ohne zu versuchen, den anderen zu manipulieren, wird dazu führen, dass sich die Beziehung in diesem Sinn weiterentwickeln kann.

Wenn es um erlernte Verhaltensweisen geht, wie beispielsweise den Teller nicht vom Tisch wegzuräumen oder andere Aufgaben im Haushalt zu missachten, können wir mit unserem Partner sprechen und ihn bitten, dieses Verhalten zu ändern, oder wir entscheiden uns dazu, nichts zu tun und die Situation zu akzeptieren. Wenn es hingegen etwas ist, das Teil seines Charakters ist, z.B. dass unsere bessere Hälfte schüchterner ist als wir, sollten wir das einfach akzeptieren. Was wir allerdings niemals akzeptieren sollten, sind Verhaltensweisen, die unsere Integrität angreifen, wie Schläge und Beleidigungen, gegen die wir uns ja auch außerhalb der Beziehung zum Partner wehren.

Eine gesunde Liebesbeziehung hat mehr mit der Qualität als mit der Quantität zu tun. Sehr zu lieben, bedeutet nicht, auf gute Weise zu lieben. Auf gute Weise zu lieben, beinhaltet, Respekt, Vertrauen, Ehrlichkeit, gegenseitige Unterstützung, ein ausgeglichenes Geben und Nehmen in der Partnerschaft zu haben, seine eigene Identität zu bewahren und eine gute Kommunikation zu pflegen.

Eine gesunde Liebesbeziehung und ihre sieben Pfeiler

„Halte an einer Liebe fest,
die dir Antworten gibt und dir keine Probleme macht,
die dir Sicherheit gibt und dir keine Angst macht
die dir Vertrauen gibt und keine Zweifel bei dir aufkommen lässt.“

Paulo Coelho

Zusammengefasst können wir sagen, dass in einer gesunden Liebesbeziehung Folgendes gleichermaßen gegeben und erhalten wird:

1. Respekt

Respekt beschreibt die Fähigkeit, den Menschen, so wie er ist, zu sehen und zu akzeptieren, und sich seiner Einzigartigkeit bewusst zu sein. Das bedeutet, uns zu wünschen, dass sich der andere gemäß seiner eigenen Wünsche und Wege entwickelt, und nicht nach unseren Plänen.

2. Vertrauen

Das Vertrauen in einer Partnerschaft besteht darin, nicht alles, was unser Partner sagt oder tut, zu hinterfragen. Es ist das Gefühl, dass wir dem anderen vertrauen können, um sowohl gute als auch schlechte Zeiten mit ihm teilen zu können.

Sich umarmendes Paar

3. Ehrlichkeit

Es ist wichtig, ehrlich zu uns selbst in Bezug auf unsere Gefühle und ehrlich mit unserem Partner zu sein. Es kann kein Gefühlsaustausch stattfinden, wenn es keine Selbstkritik gibt. Die Rede ist davon, uns sicher zu sein, dass unsere Vorlieben, Wünsche, Träume, Hoffnungen und Forderungen vernünftig sind und die Rechte des anderen nicht verletzen.

4. Unterstützung

Es ist unabdingbar, sich gegenseitig zu zeigen, dass man sich unterstützt. Wir müssen dazu in der Lage sein, unsere Bedürfnisse von den Bedürfnissen unseres Partners zu unterscheiden und zuzulassen, dass der andere sich auf persönlicher und beruflicher Ebene weiterentwickeln kann.

„Die wahre Liebe ist nichts anderes als der unvermeidbare Wunsch, dem anderen zu helfen, damit er sein kann, wer er ist.“

Jorge Bucay

5. Gleichberechtigung – ein ausgeglichenes Geben und Nehmen

Beide Partner haben die Verantwortung über die Beziehung und sollten sich um diese kümmern. Das Prinzip der Gegenseitigkeit ist die Grundlage einer fairen, einer gesunden Liebesbeziehung. Wenn wir Liebe geben, erwarten wir Liebe, denn eine Liebesbeziehung nährt sich durch das Geben und Nehmen. Es geht nicht um Habsucht, sondern um gegenseitige Selbstlosigkeit: zusammen sind wir stärker. Diese Idee sollten wir auch unseren Kindern vermitteln.

„Die Behauptung, dass man in einer Liebesbeziehung nichts im Gegenzug erwartet, ist eine Erfindung der Unterwürfigen: Wenn wir geben, möchten wir etwas erhalten. Das ist normal, das ist Gegenseitigkeit.“

Walter Riso

6. Die Bewahrung der eigenen Identität

Seine eigene Identität innerhalb der Partnerschaft zu bewahren, in der beide ihre Identität, ihre Persönlichkeit und all das, was denjenigen zu dem Menschen macht, der er ist, zu wahren, ist wichtig. Die Verantwortung für sich als Individuum zu übernehmen, die Eigenliebe in der ausgewählten Beziehung aufrechtzuerhalten, sich um den Partner zu kümmern, aber auch um unsere eigene Person. Wir als Menschen sind vollständig.

„Sich zu verlieben, bedeutet, Zufälle zu lieben, und lieben bedeutet, sich in Unterschiedlichkeiten zu verlieben.“

Jorge Bucay

Paar schaut sich an

7. Eine gute Kommunikation

Die Kommunikation ist der Schlüsselfaktor in jeder Art von Beziehung. In einer Liebesbeziehung, in der wir eine gesunde Liebe aufbauen wollen, ist es unabdingbar, zu jeder Zeit eine gute Kommunikation zu pflegen. Man muss sich gegenseitig etwas erzählen, aber sich auch widersprechen oder dankbar zeigen können.

Eine Partnerschaft besteht aus zwei Menschen, die gemeinsame Entscheidungen treffen sollten und die nicht immer die gleiche Sichtweise teilen. Um zu Übereinkünften zu kommen, müssen wir ruhig und vertrauensvoll kommunizieren.

Diese sieben Pfeiler sichern vielleicht nicht die Zukunft einer Partnerschaft, doch sicherlich stehen sie für eine gesunde, würdevolle, angenehme Liebe, die eine Quelle für Wachstum und Inspiration für die beiden Personen ist, die diese teilen. Was gibt es Schöneres, als solch eine Beziehung aufrechtzuerhalten?