Identitätskrise: Wenn ich an mir zweifle

3. März 2016 en Psychologie 45 Geteilt

Schon in der Kindheit beginnt der Prozess, in dem sich unsere Identität formt. Manchmal werden wir von der starken Persönlichkeit eines anderen mitgerissen, bis wir schließlich unsere eigene Identität entdecken. Eine einzigartige – unsere eigene Identität, die wir bis ans Ende unser Tage positiv nähren werden.

Aber was passiert, wenn uns nicht ganz klar ist, wer wir sind? Zweifel überkommen uns,  wir fühlen uns unsicher und beginnen uns so zu fühlen, als existierten wir, ohne zu sein. Es kommen Gedanken auf, die uns in eine Leere und schreckliche Einsamkeit führen können.

„Ich habe dich gesucht, um herauszufinden, wer ich bin, denn ich weiß nicht, wer ich bin.“

Hanni Ossot

Einige der bedeutsamsten Fragen, die uns in der Zeit beschäftigen, in der wir an unserer eigenen Identität zweifeln und uns verwirrt fühlen, sind: Wer bin ich? Was tue ich da mit meinem Leben? Wohin gehe ich gerade?

Verzweifelte Frau 2

Leide ich an einer Identitätskrise?

Im Laufe unseres Lebens sind wir durch mehrere Krisen gegangen, was aber nicht bedeutet, dass diese nur negativ waren, sondern ganz im Gegenteil –

Krisen können unsere Persönlichkeit stärken und uns helfen, den richtigen Weg für uns zu finden.

Es gibt bestimmte Altersstufen, in denen es schwierig ist, diesen Krisenzeiten zu entkommen:

Die Jugend: eine komplizierte Phase, in der das Kind zu einem Erwachsenen wird. Hier können variierende Identitätskrisen auftreten, weil jeder sein eigenes Selbst sucht. Gegen alles und jeden zu rebellieren, schlecht zu sprechen, sich von Freunden mitreißen- bzw. beeinflussen zu lassen – all dies hat eine Erklärung: Die Suche danach, wer man wirklich ist.

Die Lebensmitte, um die 40: ein Alter, in dem wir bereits verschiedene Erfahrungen erlebt haben. Und nun kommt es zu einem Wendepunkt. Wir werden älter, und in der Bemühung, die Jugend zurückzugewinnen, die hinter uns liegt, fallen wir in eine Krise, in der wir oft nicht wissen, warum wir so handeln, wie wir es tun.

Dies die häufigsten Krisen. Die beiden kritischen Phasen im Leben, in denen wir uns verloren, leer, ohne Erwartungen und desorientiert fühlen. Zwei Etappen, in denen die Überwindung dieser Krisen ein notwendiger Schritt ist, um uns erneut als Person zu bestätigen.

Die beiden beschriebenen Altersphasen zeichnen sich durch emotionale Instabilität aus.

Wenn uns dies während der Pubertät passiert, scheint das total akzeptabel zu sein – außerdem sind wir dann ja immer noch Kinder und wirken daher als solche. Aber was passiert mit den 40-jährigen? Wir handeln so, als wären wir jung, wollen Erfahrungen machen, fühlen uns verloren.

Diese Krisenzeiten sollten uns nicht beängstigen, obwohl sie es sicher tun. Manchmal sind sie sehr notwendig für den weiteren Aufbau der eigenen Identität.

Es können harte und instabile Phasen sein, die auch einige Zeit andauern können. Aber wenn sie beendet sind, werden wir mit einer viel stärkeren Identität wiedergeboren.

Baumsprossen in Asphalt

Ein notwendiger Schritt zum Aufbau des Ichs

Wie bereits erwähnt, sind die Krisen erforderlich, um den Aufbau unserer eigenen Identität fortzusetzen.

Sie sind Wendepunkte, die uns dazu veranlassen, auf unterschiedliche Weise zu rebellieren, wenn wir nicht vorbereitet sind, mit ihnen umzugehen. Die Stimmungsschwankungen, also die große emotionale Instabilität, an der wir leiden, ist es, was uns ins Aus befördert.

„Ohne ein Identitätsgefühl haben wir kein Leben.“

E. H. Erikson

Das mögliche Auftreten einer vorübergehenden Periode von Instabilität und Desorganisation ist jedoch nicht nur auf die bereits genannten Altersphasen begrenzt, dies kann uns auch in vielen anderen Momenten passieren. Zum Beispiel nach dem Tod eines geliebten Menschen, dem Verlust des Arbeitsplatzes oder einer Scheidung.

Die Situationen, die wir dann durchleben, führen dazu, dass wir auf uns selbst schauen und achten müssen, und dazu gezwungen sind, herauszufinden, wie wir am besten mit ihnen umgehen. Dies sind Momente, die uns oft überfordern und in denen wir nicht wissen, wie wir reagieren sollen.

Diese Krisen sind kritisch, aber notwendig, und sie werden uns schließlich dabei helfen, eine viel stärkere Identität aufzubauen.

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