Die wunderschöne Legende vom Vogel Toh

· 13. Februar 2019

Die Legende vom Vogel Toh  ist eine alte Geschichte der Maya, stammt von der Halbinsel Yucatán. Man sagt, dass die Abenteurer, die sich in die Dschungel dieser Regionen wagen, vom Vogel Toh geleitet werden, um unterirdische Wasserreservoirs zu finden.

Der Vogel Toh ist ein einsamer Vogel, der in der Nähe von Höhlen und dunklen Orten zu finden ist. Das Besondere an ihm ist sein nörgeliger Gesang und sein unvergleichlicher Schwanz. Er besitzt ein helles Federkleid, das in der Sonne leuchtet. Seinen Schwanz bewegt er wie ein Pendel. Darüber hinaus ist er denen anderer Vögel in der Region nicht ähnlich.

„Überheblichkeit ist keine Größe, sondern Aufgeblasenheit; und was aufgeblasen ist, erscheint groß, ist allerdings ungesund.“

St. Augustin

Laut der Legende vom Vogel Toh sei dieser Vogel vor vielen Jahren Teil der wunderschönen Natur gewesen. Zu jener Zeit habe er einen sehr langen, farbenprächtigen Schwanz gehabt. Er sei so schön gewesen, dass er sich deshalb selbst für einen besseren Vogel gehalten habe. Alle Tiere haben das schöne Gefieder bewundert und ihn mit besonderer Achtung behandelt.

Der Beginn der Legende vom Vogel Toh

Laut der Legende vom Vogel Toh sei dieser Vogel so schön und bewundernswert gewesen, dass er extrem anmaßend und frech geworden sei. Er habe gesagt, dass er nicht arbeiten könne, weil er befürchtete, dass er sich seinen schönen Schwanz verletzen könnte. So mussten ihm die anderen Vögel Nahrung und Wasser besorgen. Noch dazu mussten sie Nester für ihn bauen und ihm seinen Schlafplatz vorbereiten.

Der Vogel Toh habe praktisch nichts getan. Er sei spät aufgestand und dann in den königlichen Garten gegangen, wo sich die schönsten Vögel des ganzen Dschungels versammelt haben. Dort haben sie über banale Dinge geredet und über Unsinn gelacht. Auf diese Weise haben sie jeden Tag ihres Lebens verbracht.

Der Vogel Toh sei noch dazu ein extrem launischer Vogel gewesen. Er habe sich nicht mit irgendetwas zu fressen begnügt, sondern immer das Beste haben wollen. Obwohl die anderen Vögel sich sehr bemüht haben, es ihm recht zu machen, sei ihm nichts gut genug gewesen.

Eisvögel

Ein schrecklicher Sturm zieht auf

Eines Nachts habe die Eule, der weiseste von allen Vögeln, gesagt, dass ein schrecklicher Sturm kommen werde. Der Wind würde unvorstellbar stark, Donner und Blitze über dem ganzen Dschungel zu sehen sein. Die Vögel haben sich einen Unterschlupf bauen müssen, um zu überleben.

Sofort haben sich alle Vögel an die Arbeit gemacht. Der Specht, die Aras, die Sittiche und der Tukanhaben begonnen, Zweige zusammenzusuchen, um einen Unterschlupf zu bauen. Größere Vögel, wie der Bergtruthahn und andere, haben die schwersten Äste getragen. Kleinere Vögel, wie Krähen und Wachteln, haben Gräser und kleine Pflanzen gesammelt, um beim Bau zu helfen.

Die Legende vom Vogel Toh besagt, dass die Wolken immer schwärzer geworden seien. Doch der Vogel Toh habe so weitergemacht, als ob nichts passieren würde. Er habe nur darauf gewartet, dass die anderen den Bau des Unterschlupfs beenden, um darin Schutz zu finden. Die anderen Vögel haben alle Hände voll zu tun gehabt. Deshalb haben sie ihm dieses Mal Vorwürfe wegen seiner Haltung gemacht. Verärgert haben sie ihn darum gebeten, mitzuhelfen.

Das Ende der Geschichte und der Beginn der Legende

Der Vogel Toh habe sich über die Forderungen seiner Gefährten geärgert. Aus Angst davor, keinen Unterschlupf zu haben, habe er den anderen fleißigen Vögeln also geholfen. Nach nur wenigen Minuten sei er bereits erschöpft gewesen. Er sei zu faul gewesen, um wie ein Arbeiter anzupacken. Das sei keine Arbeit für ihn gewesen. So habe er einen Moment ausgenutzt, in dem er unbeaufsichtigt gewesen sei, und sich in einer Höhle versteckt.

Dort habe er sich hingelegt und sei eingeschlafen. Er habe es nicht einmal bemerkt, als der Sturm losging. Es habe unaufhörlich geblitzt und gedonnert, aber das habe ihn nicht aufgeweckt. Die wenigen Minuten Arbeit haben ihn unheimlich müde gemacht. Die Höhle aber sei sehr klein gewesen und sein schöner Schwanz habe aus der Höhle herausgeragt, was ihm in diesem Moment aber egal gewesen sei. Der Sturm habe einen ganzen Tag und eine ganze Nacht gedauert, doch am nächsten Tag habe die Sonne wieder geschienen. Die anderen Vögel seien aus ihrem Unterschlupf gekommen und der Vogel Toh aus seiner Höhle.

Vogelschwarm

Die Legende vom Vogel Toh erzählt davon, dass er gedacht habe, dass alles beim Alten bleiben würde. Sobald er gesehen habe, dass der Regen aufgehört habe, sei er zurück in den königlichen Garten gegangen, um seinem Tagesablauf zu folgen. Als er aber dort angekommen sei, haben die anderen begonnen, über ihn zu lachen. Von seinem majestätischen Schwanz sei nichts mehr übrig gewesen – er sei durch den Sturm völlig zerstört worden. Peinlich berührt sei der Vogel Toh in die Höhle zurückgekehrt und dort für immer geblieben.

Die Strafe für seinen Hochmut und Egoismus war, allein an einem abgelegenen Ort zu leben und dort bis zu seinem Lebensende zu arbeiten. Seine Arbeit besteht bis heute darin, sämtliche Entdecker zu leiten.