Die unglaubliche Fähigkeit des Körpers, zu heilen

25. April 2016 en Psychologie 890 Geteilt

Dieses Thema hat weder etwas Magisches noch etwas Esoterisches an sich. Es hat ebenso wenig mit nicht fundiertem, landläufig verbreitetem Aberglauben zu tun. Es ist eine Tatsache, dass in unserem Körper Mechanismen existent sind, die uns ganz ohne die Hilfe von Medikamenten dabei helfen, zu heilen.

Und dabei ist diese Tatsache noch nicht einmal eine so innovative Entdeckung, wie man vielleicht meinen mag. Schon Hippokrates, der gemeinhin als Vater der Medizin angesehen wird, erfand therapeutische Maßnahmen, die auf dem Prinzip beruhten, dass im menschlichen Körper alle notwendigen Fähigkeiten vorhanden sind, um sich selbst heilen zu können. Seinen Ausführungen zufolge ist ein Arzt einfach nur eine Hilfestellung in diesem Prozess, die nicht aktiv in diesen eingreifen sollte.

In unserer Zeit kehrt die Medizin – vor allem in Form der „alternativen Medizin“ und der „ergänzenden Heilmethoden“ – mehr und mehr zu diesem Prinzip zurück.

„Keine Medizin ist dazu in der Lage, das zu heilen, was das Glücklichsein zu heilen vermag.“

Gabriel García Márquez

Das Konzept der Krankheit

Der Gedanke, dass der Körper in der Lage ist, sich selbst zu heilen, steht in enger Verbindung mit dem Konzept der Krankheit. Nicht in jedem Bereich der Medizin wird Krankheit auf dieselbe Art und Weise definiert. Ein Beispiel: Die traditionelle, allopathische Medizin versteht unter dem Begriff Krankheit eine Veränderung der normalen Körperfunktionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert sie als „eine Veränderung oder Abweichung des physiologischen Zustandes von einem oder mehreren Körperteilen, welche generell durch bekannte Auslöser hervorgerufen wird, die sich in Form von Symptomen und charakteristischen Signalen bemerkbar machen. Der Verlauf ebenjener Veränderung ist in mehr oder minder hohem Maße voraussehbar.“

Von diesem Standpunkt aus betrachtet sollten die Handlungen eines Arztes darauf abzielen, die korrekte Funktion des Körpers wieder herzustellen. Um dies zu erreichen wird meistens auf „Chemotherapeutika“ zurückgegriffen – soll heißen: auf chemische Substanzen mit therapeutischen Wirkungen.

Der Bereich der alternativen Medizin nimmt hier einen anderen Standpunkt ein. In ihm wird Krankheit als Störung des Gleichgewichts zwischen dem Körper und seiner Umgebung aufgefasst. Dies betrifft die Ernährung, den Lebensstil und alle Prozesse, bei denen der Körper mit seiner Umwelt in Kontakt tritt.

Aus diesem Grund beinhaltet die Aufgabe des Heilens nicht einfach nur, dafür zu sorgen, dass die Krankheit verschwindet, sondern ebenfalls, dass das ursprüngliche Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Grundlegend ist dabei auch der Gedanke, dass die Emotionen eine fundamentale Rolle im Heilungsprozess spielen können. Deshalb sollte jede Behandlung sich sowohl auf den Körper als auch auf den Geist konzentrieren. Wenn unser Geist heil wird, dann wird auch unser Körper wieder gesund.

Homöostase

Jedes Lebewesen ist mit Mechanismen ausgerüstet, die es dazu befähigen, die eigene innere Balance wiederherzustellen. Dieser Vorgang wird auch als Homöostase bezeichnet. Dadurch wird dem Körper ermöglicht, sich selbst zu regulieren und anzupassen. Das bedeutet, dass ein Lebewesen so wenig wie möglich von Veränderungen in seiner Umwelt beeinflusst wird. Es handelt sich also um einen Anpassungsmechanismus.

Jedes Organ muss dabei in der Lage sein, an diesem homöostatischen Prozess teilzuhaben und so seinen Beitrag zum Leben und zur Gesundheit zu leisten. Und dazu sind wir biologisch ausgerüstet worden.

Wurde dieser Mechanismus jedoch gestört, wird ein schulmedizinisch ausgebildeter Arzt versuchen, dieses Gleichgewicht mit Hilfe einer von außen kommenden Hilfestellung wiederherzustellen. Ein Anhänger der alternativen Medizin wird hingegen versuchen, in dem entsprechenden Organ die Fähigkeit wiederherzustellen, seinen Beitrag zum allgemeinen Gleichgewicht wieder leisten zu können.

Mann steht vor Rollstuhl

Wie können wir uns selbst heilen?

Unsere Gesundheit und Krankheit hängen stark von unserem emotionalen Zustand ab. Diese Tatsache lässt sich auf simple Art und Weise verdeutlichen. Jedes einzelne Organ in unserem Körper ist innerviert. Dies bedeutet nichts anderes, als dass es von Nerven durchzogen ist. All unsere Organe stehen also mit dem zentralen Nervensystem in Verbindung. Mit anderen Worten: Sie alle werden in unterschiedlichem Maße von unserem Gehirn beeinflusst.

Wenn du zum Beispiel zornig bist, dann laufen in deinem Organismus eine Reihe von Effekten ab – unter anderem eine erhöhte Herzfrequenz, Muskelanspannung etc. Wenn Wut für uns zu einem regelmäßigen Zustand wird, dann wird diese physiologische Veränderung allmählich all unsere an diesem Gefühl beteiligten Organe beeinflussen. Und so entwickelt sich dann nach einiger Zeit möglicherweise eine Krankheit in ihnen.

Das Gleiche gilt für jegliche Emotionen und Gefühle. Es ist niemals möglich, dass Gefühle einfach als etwas Subjektives erlebt werden. Dabei ist auf die eine oder andere Weise immer auch eine physiologische Veränderung unseres Körpers beteiligt.

Auf diese Weise kann unser Körper durch selbstzerstörerische Gefühle und Emotionen krank werden. Aber auf die gleiche Art und Weise kann unser Körper ebenso geheilt werden, wenn man sich mit den subjektiven Elementen auseinandersetzt, die die Fehlfunktionen des Organs hervorgerufen haben.

Im Falle von chronischen Krankheiten ist es sehr wichtig, nach möglichen emotionalen Quellen des Unwohlseins zu forschen. Der Auslöser deiner Krankheit mag vielleicht eher in deinem Kopf liegen und nicht in einem Haufen von Medikamenten, die wir manchmal einfach einnehmen müssen.

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