Die Theorie der Dyadenbildung und des Paares

2. September 2019
Die Theorie der Dyadenbildung und des Paares legt nahe, dass eine Paarbeziehung stufenweise aufgebaut wird. Nach diesem Ansatz endet die Beziehung früher oder später, wenn diese Phasen nicht vollständig durchlaufen werden.

Das Wort „Dyade“ in der Theorie der Dyadenbildung und des Paares bezieht sich auf Gruppen von zwei Personen, wie z. B. Beziehungen zwischen Partnern, Liebenden, engen Freunden, Geschwistern usw.

Der Begriff wurde vom deutschen Soziologen Georg Simmel geprägt, der die Dynamik kleiner Gruppen untersuchte. Er entdeckte, dass sich Zweiergruppen von Gruppen unterscheiden, die aus mehr Personen bestehen.

Grundsätzlich ist die Theorie der Dyadenbildung und des Paares eine konzeptuelle Konstruktion des systemischen Ansatzes der Psychologie. Sie kann auf Paare und Familientherapie angewendet werden und besagt, dass jede romantische Beziehung fünf Phasen durchlaufen muss.

Die erste Phase der Dyadenbildung: Wahrnehmung von Ähnlichkeit und Anziehung

In dieser Phase wird die Tendenz erklärt, nach ähnlichen Personen zu suchen und sich auf die entsprechenden Funktionen zu konzentrieren.

Nach der Theorie der Dyadenbildung entsteht eine Anziehungskraft, wenn Menschen Ähnlichkeiten entdecken. Dies führt sie anschließend dazu, immer mehr Ähnlichkeiten zu suchen.

Die erste Phase der Dyadenbildung: Händchen haltendes Paar

Kompatible Merkmale sind jedoch entgegengesetzt. Zum Beispiel passt jemand, der gerne spricht, gut zu jemandem, der gerne zuhört.

Die zweite Phase der Dyadenbildung: Leidenschaft

Nach der ersten Phase kann ein Paar das Gefühl haben, dass es sich in vielerlei Hinsicht ähnlich ist und dass es sich versteht und ergänzt. Dies führt zu Begeisterung und nach und nach zu Leidenschaft.

In dieser Phase dreht sich alles um Erotik und Sexualität. Dabei werden die Hormone beider Partner verrückt. Darüber hinaus sind die Gefühle intensiv und es gibt eine starke Idealisierung. Leider dauert diese Phase nicht lange.

Die dritte Phase der Dyadenbildung: Ruhige Verliebtheit

Allmählich bemerken beide Partner, dass das Paradies nur vorübergehend ist und dass ihr Geliebter nicht mehr so perfekt ist, wie er es einst war. Dies führt zu einer Phase heiterer Liebe.

In dieser Phase erkennen beide Partner ihre eigenen Einschränkungen sowie die ihres Partners. Dies bedeutet, dass das idealisierte Bild, das sie voneinander hatten, einer realistischeren Perspektive Platz macht.

Ja, der Partner hat viele Mängel und ja, er kann manchmal für Ärger sorgen. Wenn eine Beziehung jedoch eine gute Grundlage hat, bleiben Liebe und Leidenschaft stark, Paare können diese Situation überwinden. Andernfalls verlieren die Gefühle an Intensität.

Ein Paar, das einen liebevollen Moment genießt, der die Dyadenbildung darstellt.

Die vierte Phase der Dyadenbildung: Einführung des Bewusstseins

Einige definieren diese Phase als Übergang von „Ich liebe dich“ zu „Ich möchte dich lieben“. Mit anderen Worten: Von der Leidenschaft zum Fühlen und dann zu einer bewussten Entscheidung. Der wichtigste Faktor ist hier die Vernunft und der Wille.

Dann verstehen beide Partner, dass sie nicht perfekt sind, aber trotzdem zusammen bleiben möchten.

Die Theorie der dyadischen Bildung besagt, dass unsere Hormone in dieser Phase unsere Entscheidungen nicht mehr für uns treffen.

Die fünfte Phase der Dyadenbildung: Engagement

Die fünfte und letzte Stufe entspricht der Formalisierung des Verhältnisses zur Begründung einer gegenseitigen Verpflichtung. Darüber hinaus ist dies der Moment, in dem beide Partner gemeinsam langfristige Pläne schmieden. Außerdem verzichten sie darauf, als Einzelpersonen zu leben, und geben ihrem Partner einen festen Platz in ihrem Leben.

Die erste Phase der Dyadenbildung: Ein Paar, das sich auf einigen Schaukeln küsst.

Die Dyade ist zu diesem Zeitpunkt vollständig gebildet. Es ist ein System mit eigener Struktur, Dynamik, Normen, Routinen, Träumen und Grenzen.

Die Theorie der Dyadenbildung und des Paares besagt, dass Beziehungen nur überleben, wenn sie alle Stadien durchlaufen haben. Wenn du beispielsweise von einer leidenschaftlichen Verliebtheit direkt zu einer tiefen Verbindung übergehst, schafft es deine Beziehung wahrscheinlich nicht.