Die Subtypen der schweren Depression: Symptome, die du kennen solltest

Es gibt bis zu acht Untertypen der schweren Depression, die verschiedene Interventionen erforderlich machen. Die richtige Diagnose ist für die erfolgreiche Behandlung wesentlich.
Die Subtypen der schweren Depression: Symptome, die du kennen solltest
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der psychologe Valeria Sabater am 15. November 2021.

Letzte Aktualisierung: 15. November 2021

Sehr viele Menschen erkranken irgendwann im Leben an einer Depression, wobei jede Person diese Realität unterschiedlich erlebt. Wir gehen heute näher auf die Subtypen der schweren Depression ein, die unterschiedliche Symptome aufweisen.

Die Heterogenität lädt dazu ein, jede klinische Realität von den spezifischen Bedürfnissen und Umständen der betroffenen Person aus zu betrachten. So ist eine Dysthymie (chronische Depression) nicht dasselbe wie eine postpartale Depression. Die Bestimmung der Typologie ist für die Diagnose und die Wahl des therapeutischen Ansatzes sehr wichtig.

Ferner ist es grundlegend zu verstehen, dass eine Depression nicht einfach nur ein trauriger und vorübergehender Gemütszustand ist. Es handelt sich um eine komplexe Krankheit, die sich auf den Körper und den Geist auswirkt und in vielen Fällen die Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Depressive Störungen sind eine der Hauptursachen für Krankschreibungen. Es ist jedoch nicht leicht, sie zu erkennen, weil jede Person sie anders erlebt und viele schon lange unter diesen Symptomen leiden.

Die Subtypen der schweren Depression: depressiver Mann

Wie viele Subtypen der schweren Depression gibt es?

Wie eine aktuelle Studie der Shanghai Jiao Tong University School of Medicine in China erklärt, zählt die schwere Depression nach wie vor zu den häufigsten psychiatrischen Störungen. Sie ist auch eine der Krankheiten mit den größten finanziellen Auswirkungen, da die Behandlungskosten hoch sind, der Krankenstand lange dauert und auch die finanzielle Lage der Patienten oft kompliziert ist.

Bis heute ist nicht klar, was die wirklichen Auslöser dieser Krankheit sind. Experten gehen jedoch davon aus, dass eine schwere Depression das Ergebnis einer komplexen Wechselwirkung zwischen sozialen, psychologischen und auch biologischen Aspekten ist. Es ist auch wichtig zu wissen, dass diese Erkrankung in ein breites Spektrum fällt und dass es bis zu 8 Unterformen der schweren Depression gibt.

Wir erörtern sie im Folgenden, wobei wir zunächst klarstellen, dass sie in drei Kategorien eingeteilt werden können, aus denen sich jede Typologie ergibt.

Schwere Depression mit Komorbidität

Bei der schweren Depression mit Komorbidität sind weitere psychische Störungen vorhanden.

1. Psychotische Depression

Depressionen mit psychotischen Symptomen zählen zu den schwerwiegenden Subtypen. Häufige Symptome sind:

  • Die Person leidet unter Halluzinationen und Wahnvorstellungen zusammen mit den Kernsymptomen einer depressiven Störung, das heißt Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Hoffnungslosigkeit, Schlaf- und Essstörungen, Gefühle der Wertlosigkeit, Konzentrationsprobleme, Selbstmordgedanken…

2. Katatonische Depression

Zu den Subtypen der schweren Depression gehört die katatonische Depression. Sie zeigt sich in der Unfähigkeit, sich zu bewegen, zu sprechen und auf äußere Reize zu reagieren.

Forschungsarbeiten, wie die am Hospital Universitario Basurto in Bilbao (Spanien), zeigen, dass die Behandlung dieses Zustands oft kompliziert ist. Wird die Diagnose jedoch frühzeitig gestellt, verbessert sich die Prognose erheblich.

3. Ängstliche und reizbare Depression

Bei der ängstlichen und reizbaren schweren Depression überlagern sich mehrere Stimmungszustände und machen das Leben des Patienten sehr komplex. Zu den grundlegenden Symptomen der depressiven Störung selbst kommen ständige Sorgen, Unruhe, Erregung, das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren und anhaltender Kummer.

Außerdem äußert sich diese Art der ängstlichen Depression durch Reizbarkeit und sogar Feindseligkeit.

4. Gemischte Depression (manisch und hypomanisch)

Zu den Subtypen der schweren Depression gehört ein ganz besonderer Zustand der Bipolarität. Der Patient kann Zustände großer Aktivität und Hochstimmung erleben, Momente großer emotionaler Überschwänglichkeit, die nach kurzer Zeit in Niedergeschlagenheit, Unbeweglichkeit, Angst usw. münden.

Subtypen der schweren Depression: Einteilung nach Beginn und Dauer

Die schwere Depression entwickelt sich, wie bereits erwähnt, bei jeder Person auf einzigartige und besondere Weise. Deshalb ist es wichtig, auch auf andere Faktoren wie den Beginn und die Dauer zu achten:

5. Schwere saisonale oder langfristige Depression

In diesem Fall kann die Störung vorübergehend sein und zu verschiedenen Zeiten des Jahres auftreten. Menschen mit bipolarer Störung oder saisonalen Depressionen sind davon betroffen. Auf der anderen Seite gibt es auch Patienten, die monatelang oder jahrelang an einer solchen Depression leiden.

6. Schwere postpartale Depression

Auch Depressionen nach der Geburt können schwerwiegend sein.

Mann leidet an einer schweren Depression

Subtypen einer schweren Depression: Einteilung nach den Merkmalen

Unter den verschiedenen Subtypen der schweren Depression sind diejenigen hervorzuheben, die aufgrund ihrer Merkmale eine besondere Erwähnung verdienen.

7. Melancholische Depression

Dies ist eine schwere Form der Depression, die mit motorischer Unempfindlichkeit, Schlaflosigkeit, Gewichtsverlust, ständigen Schuldgefühlen, Unfähigkeit, auf die Umwelt zu reagieren, Anhedonie usw. auftritt.

8. Atypische Depression. In diesem Fall zeigt sich meist ein Symptombild, das der melancholischen Depression völlig entgegengesetzt ist: Gewichtszunahme und Hypersomnie (ständiges Schlafbedürfnis). Aber auch Gefühle von Traurigkeit, Niedergeschlagenheit usw. treten auf. In manchen Situationen sind Betroffene in der Lage, auf positive Reize und Situationen zu reagieren.

Die Beschreibung der Subtypen der schweren Depression ermöglicht es uns zu verstehen, dass es sich um eine hochkomplexe, multifaktorielle und auf allen Ebenen schwierige Erkrankung handelt.

Die richtige Diagnose ermöglicht es jedoch, eine entsprechende Intervention zu planen. Depressionen können behandelt und überwunden werden, doch es ist wichtig, sich dabei helfen zu lassen!

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