Die Qual des hysterischen Bolus

21. Dezember 2018

Du spürst einen Druck im Hals. Fühlt sich so an, als wäre da etwas stecken geblieben. Du schluckst nur mit Mühe, und während du dies weiterhin tust – um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist – wird dein Hals immer enger und enger. Du versuchst, dich zu beruhigen, aber das Gefühl hält an. Am Ende nimmt deine Nervosität zu und du vergießt Tränen. Du erlebst den hysterischen Bolus.

Der hysterische Bolus, auch bekannt als „Knoten im Hals“, ist ein Symptom der Angst. Er führt dazu, dass der Betroffene das ständige Gefühl hat, dass sich seine Kehle schließe und er nicht mehr atmen könne. Obwohl diese Bedrohung real erscheinen mag, wird das nicht passieren.

Warum erscheint der hysterische Bolus?

Der hysterische Bolus ist eines der Hauptsymptome, die darauf hinweisen, dass es ein Angstproblem gibt. Die überwiegende Mehrheit der Menschen, die darunter leiden, beschreibt dieses Gefühl des Erstickens, auf das wir im vorigen Absatz eingegangen sind. Wir müssen jedoch bedenken, dass dies immer noch nur eine Empfindung ist. Sie werden nicht ersticken. In der Tat, auch wenn sie Schwierigkeiten beim Schlucken fürchten, wenn sie versuchen, ein Glas Wasser zu trinken, werden sie kein Problem damit haben.

Was passiert, ist, dass der hysterische Bolus „größer wird“, wenn wir seiner Lüge glauben, nämlich dass wir nicht länger atmen könnten. In diesen Fällen kann das Erstickungsgefühl zunehmen und die Person kann beginnen, verzweifelt zu handeln. Das bedeutet nicht, dass, wenn wir uns der Tatsachen bewusst werden, der Bolus schnell verschwinden würde. Nein, so funktioniert das nicht.

Obwohl wir vielleicht wissen, dass uns nichts Schlimmes passieren kann, wird der hysterische Bolus uns dazu bringen, einige Tränen zu vergießen, weil wir verzweifelt sind, ihn zehn oder fünfzehn Minuten lang zu haben, ohne dass der Druck nachlässt. Wenn dies etwas ist, was uns regelmäßig passiert, tun wir gut daran, um professionelle Hilfe zu bitten. Dann gibt es nämlich etwas in unserem Leben, das uns Angst macht und von dem wir nicht wissen, wie wir es lösen sollen.

“Die Furcht schärft die Sinne. Die Angst lähmt sie.”

Kurt Goldstein

Mann fasst sich an die Kehle

Merkmale des hysterischen Bolus

Obwohl wir uns jetzt ein genaueres Bild davon machen können, wie sich der hysterische Bolus manifestiert und wie er von einem Menschen erlebt wird, der unter Angst leidet, gibt es weitere Merkmale, die erwähnt werden müssen:

  • Er erscheint, wenn wir ruhig sind: Der hysterische Bolus erscheint nicht in den Momenten größter Spannung oder Angst. Er macht es, wenn alles ruhig ist, als Ergebnis einer Häufung dessen, was uns nicht guttut. Das Problem am hysterischen Bolus ist, dass er uns daran hindert, das Problem zu identifizieren.
  • Er lässt uns nur mit Mühe sprechen: Auch wenn wir nicht ersticken werden, wird das Gefühl des Erstickens durch eine Spannung erzeugt, die in unserer Kehle zentriert ist. Diese Spannung macht es uns schwer, zu sprechen.
Frau mit drei Gesichtern

Ignorieren der Symptome von Angstzuständen

Wenn wir jemals einen hysterischen Bolus erlitten haben, ist es wahrscheinlich, dass wir in der Notaufnahme gelandet sind. Dann wurden wir dort untersucht und es wurde uns mitgeteilt, dass nichts unsere Kehle blockiere. Vielleicht gaben sie uns eine Pille und schickten uns nach Hause. Aber nichts davon konnte unser Problem lösen.

Das Ignorieren der Symptome von Angst kann schwerwiegende Folgen haben. Eine davon ist, dass wir nicht erkennen können, was sie wirklich verursacht. Angst ist nach wie vor eine Warnung, die „Stopp! Etwas tut dir nicht gut und du erkennst es nicht“ ruft. Aber wenn wir sie ignorieren, wird dieses Etwas dennoch nicht verschwinden. Und unser Körper wird weiterhin versuchen, uns zu warnen, dass es ein Problem gibt, das wir auf vielfältige Weise lösen müssen.

„Ich werde von etwas angegriffen, dem ich nicht entkommen kann.“

Sherri Paricio Bornhoft

Der hysterische Bolus kann die erste Warnung sein, mit der die Angst versucht, uns bewusst zu machen, was mit uns geschieht. Im Idealfall sollten wir zu einem Fachmann gehen, um zu klären, was uns Angst macht. Denn diese kann jederzeit erscheinen. Sie ruft nicht an, damit wir uns auf ihr Auftreten vorbereiten können. Sie taucht einfach auf, damit wir erkennen, was mit uns geschieht, und erfordert sofortige Aufmerksamkeit.

Wenn wir diese Warnung ignorieren, dann mag es zur Depersonalisierung, Somatisierung von Emotionen, Brustenge, Gesichtslähmung oder weiteren Symptomen kommen.

  • Álvarez, A. A., Martínez Lemus, H., & Núñez Orozco, L. (2005). Manifestaciones pseudoneurológicas de los trastornos somatomorfos. Revista Mexicana de Neurociencia6(6), 480-487.
  • Finkenbine, R., & Miele, V. J. (2004). Globus hystericus: a brief review. General hospital psychiatry26(1), 78-82.