Die Midlife-Crisis: Eine Zeit des Wandels

21. Juli 2018 en Emotionen 0 Geteilt
Midlife-Crisis - Ein besorgtes, älteres Paar in der Midlife-Crisis lehnt sich aneinander. Der Mann hält das Gesicht der Frau.

Hattest du bereits deinen 50. Geburtstag? Falls ja, ich gratuliere! Denn das heißt, dass du eine Menge Erfahrungen gesammelt, sowohl gute als auch schlechte, und Reife erlangt hast. Aber 50 Jahre alt zu werden kann auch Probleme, Sorgen und Bedenken mit sich bringen. Die Rede ist von der klassischen „Midlife-Crisis“, die zahlreiche Frauen und Männer in ihrer „Lebensmitte“ ereilt.

Eine Midlife-Crisis bedeutet nicht einfach, dass Männer losgehen und einen Sportwagen oder ein Mountainbike kaufen, dass Frauen wesentliche hormonelle Umstellungen erleben und unerträglich werden. Die Midlife-Crisis ist viel mehr. Und wenn darüber hinaus im gleichen Haushalt Midlife-Crisis und Pubertät koexistieren, dann ist das eine besonders explosive Mischung.

„Vierzig ist das hohe Alter der Jugend; fünfzig die Jugend des hohen Alters.“

Victor Hugo

Die Midlife-Crisis bei Frauen

In ihrem Buch The Second Half of your Life  (zu Deutsch: Die zweite Hälfte deines Lebens, noch nicht auf Deutsch verfügbar) erklärt Jill Shaw Ruddock, dass die Hormone, die über Jahrzehnte den weiblichen Körper reguliert haben, nach dem 50. Lebensjahr nur noch in geringer Menge ausgeschüttet werden. Dies führt zu physischen und psychologischen Veränderungen. Diese manifestieren sich in Symptomen wie Stimmungsschwankungen, Angstzuständen und Schlaflosigkeit. Weitere Symptome sind Herzklopfen, ein permanentes Gefühl der Enttäuschung und der Drang, zu weinen.

Eine Frau in der Midlife-Crisis sitzt auf einer grauen Couch, ihr Kinn auf ihrer Faust abgestützt und in die Ferne starrend.

Für Frauen kann das Erreichen des 50. Lebensjahres wie der Beginn einer Achterbahnfahrt sein. Gleich zu Anfang ihrer „zweiten Lebenshälfte“ erreichen sie das Ende ihrer fruchtbaren Phase hinsichtlich der Fortpflanzung, die Menopause. Das Wort Menopause ist aus dem griechischen Wort „mens“, was sich auf den Monat bezieht, und „pausi“, was aufhören bedeutet, ableiten.

Eine gute Freundin, die 52 Jahre alt ist, hat mir kürzlich erzählt, dass sie eines Tages aus dem Bett gestiegen sei und sich im Spiegel angesehen habe. Sie habe sich selbst nicht wiedererkannt. Ihre Haut hatte aufgrund ihres abnehmenden Östrogenspiegels an Elastizität und Festigkeit verloren. Ihr Haar war dünner und zerbrechlicher geworden …

Aber es ist nicht alles verloren, wenn 50 Kerzen auf der Torte stehen. Wer heutzutage 50 Jahre alt wird, muss sich nicht ins Altenheim zurückziehen. Denke zum Beispiel an Monica Bellucci, die rund um die Welt Aufmerksamkeit erregt – als sexy Bond-Girl. Aber auch an anderer Stelle gewinnt die Frau, die ein halbes Jahrhundert alt ist.

Die Stimmen des Zweifels werden zum Schweigen gebracht. Das Image, welches sie nach außen hin verkörpert, und das Bild dessen, was sie wirklich ist, beginnen, sich zu vereinen. In dieser neu gewonnenen Freiheit werden Frauen häufig noch kreativer und ehrgeiziger. Nach den vergangenen Schwierigkeiten der Wechseljahre schauen viele mit neuer Hoffnung in die Zukunft.

Die Midlife-Crisis und die Wechseljahre

8 von 10 Männern erleben die Wechseljahre als eine Art männliche Version der Menopause. Diese Wechseljahre fallen in die gleiche Altersspanne wie die Midlife-Crisis. Einige identifizierbare Anzeichen der Wechseljahre sind folgende:

  • Trockene Haare und Haut
  • Erhöhtes Körperfett und Schwitzen
  • Muskelschwäche
  • Schlaflosigkeit
  • Verringerter Sexualtrieb und mögliche erektile Dysfunktion
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Angstzustände

Wenn Männer das 50. Lebensjahr erreichen, verlieren sie möglicherweise das Interesse an Projekten, die sie einst begeistert haben. Ebenso können sie sich unfähig fühlen, neue Ideen zu generieren, und weniger gewollt sein, mit anderen Männern zu konkurrieren. Darüber hinaus ist eine aus dieser Situation geborene Verminderung ihres Selbstvertrauens, ihrer Hartnäckigkeit und ihrer Energie nicht unüblich. Das kann dazu führen, dass sich Männer unbehaglich fühlen und verstärkt reizbar sind. Männer in diesem Alter haben gleichzeitig ein höheres Risiko, dass Traurigkeit und Apathie die Oberhand über ihr Leben gewinnen. Das Risiko, eine Depression zu erleiden, steigt deshalb nach dem 50. Lebensjahr.

Ein Mann in seiner Midlife-Crisis trägt etwas Creme in sein Gesicht auf.

Adieu, geliebte Jugend!

„Ich fühle mich alt. Niemand hört mehr die Musik, die ich mag. Junge Leute behandeln mich, als ob ich ein alter Mensch wäre …“  Wenn du deine Jugend zu verlieren drohst, steigen deine Chancen, eine Midlife-Crisis zu erleiden. Folglich werden Depressionen und andere psychische Erkrankungen wahrscheinlicher. Betroffene haben Probleme damit, existenzielle Fragen zu beantworten, die sie sich zuvor nicht einmal gestellt hatten.

Darüber hinaus fangen sie vielleicht an, sich verstärkt mit den eigenen Eltern zu identifizieren. Wenn die Eltern älter werden, werden sie oft abhängiger von ihren Kindern, die jetzt selbst über 50 Jahre alt sind. Es ist leicht, sich vorzustellen, dass das, was gerade deinen Eltern widerfährt, auch dir nicht allzu ferner Zukunft geschehen wird. Die Vision dieser Zukunft kann dich traurig stimmen, besonders, wenn Diagnosen von degenerativen oder chronischen Krankheiten gestellt werden.

Negative, demotivierende Gedanken werden dann häufiger auftreten und können Gefühle von Leere, Verlust und Angst auslösen. Deswegen ist es wichtig, diese Gedanken durch positive zu ersetzen: Du bist jetzt in einem Alter, in der du die Reife erlangt hast, nach der sich viele junge Menschen noch sehnen. In einem wundervollen Alter. Kümmere dich um dich selbst und ergreife diejenigen Möglichkeiten und Chancen, die dich deinen Träumen näherbringen.

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