Die maskierte Depression: Wenn der Körper spricht

Diese Sonderform einer depressiven Störung wird auch als larvierte oder somatisierte Depression bezeichnet. Sie äußert sich durch körperliche Beschwerden und wird deshalb oft erst spät diagnostiziert.
Die maskierte Depression: Wenn der Körper spricht

Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2022

Jeder Mensch erlebt depressive Störungen auf sehr unterschiedliche Weise, was für Gesundheitskräfte oft eine Herausforderung ist. Hinter Rückenschmerzen, Herzrasen, Schwindel oder auch Allergien können sich tiefere Zusammenhänge verbergen. In manchen Fällen verstecken sie eine maskierte Depression.

Diese Sonderform einer depressiven Störung wird auch als larvierte oder somatisierte Depression bezeichnet. Sie kann bei Kindern auftreten, die nicht in der Lage sind, in Worte zu fassen, was mit ihnen vorgeht. Die maskierte Depression äußert sich zum Beispiel durch nächtliches Einnässen, Kopfschmerzen und Schulprobleme.

Ältere Menschen sind ebenfalls anfällig für diese Art von Problemen. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters befinden sie sich in einer klinischen Situation, in der Schmerzen, eine schlechte Verdauung, Infektionen, Schwindel oder andere Beschwerden zum Alltag gehören. Deshalb wird an erster Stelle keine maskierte Depression vermutet.

Wir dürfen nicht vergessen, dass der Körper ein Spiegelbild der Innenwelt eines Menschen ist, der vielleicht im Stillen leidet. 

Die maskierte Depression: Wenn der Körper spricht

Maskierte Depression

Schätzungsweise leiden fast 10 % der Menschen, die über Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder andere Beschwerden klagen, an einer maskierten Depression leiden. Doch nur 50 % der Betroffenen erhalten eine richtige Diagnose.

Oft wandern die Patienten von einem Spezialisten zum anderen, ohne die wahren Ursachen für ihre Beschwerden herauszufinden. Sie erhalten Schmerzmittel, Entzündungshemmer oder andere Medikamente, die die Situation nur verschlimmern.

Die Risikogruppen

Kinder leiden häufig an somatisierten Depressionen, die sich durch Hyperaktivität oder Bettnässen äußern können. In vielen Fällen kommt es auch zu Essensproblemen oder Stimmungsschwankungen. Doch auch Erwachsene und ältere Menschen besuchen häufig einen Facharzt, der Tachykardie diagnostiziert, die eigentlich durch eine Depression ausgelöst wird. Häufige Symptome sind außerdem Verdauungsprobleme und chronische Müdigkeit.

Kind hat maskierte Depression

Weigerung, das Problem anzuerkennen

Viele Patienten weigern sich, die Diagnose zu akzeptieren. Sie sind nicht in der Lage, mit ihren Emotionen umzugehen und zu akzeptieren, dass etwas mit ihrer Innenwelt nicht in Ordnung ist. Dadurch kommt es zu einer klassischen Somatisierung. Und es gibt noch einen tiefgründigeren Aspekt: In unserer scheinbar fortschrittlichen Gesellschaft werden körperliche Probleme besser akzeptiert als psychische. Dies ist leider auch heute noch eine Tatsache.

Deshalb ziehen es Patienten oft vor, über Rückenschmerzen zu sprechen, anstatt eine Depression zu akzeptieren. Es fällt vielen schwer, über Emotionen zu sprechen, doch genau dies wäre der erste Schritt in Richtung Heilung.

Sich zu verstecken, zu schweigen, Emotionen oder Gefühle zu verbergen, führt immer zu körperlichen Beschwerden und mit der Zeit ist es sehr wahrscheinlich, dass das ursprüngliche Problem chronisch wird.

Die maskierte Depression und ihre Diagnose

Frau hat maskierte Depression

Mit der richtigen Diagnose verbessert sich die Situation der Betroffenen jeden Tag. Die entsprechende Behandlung und die Willenskraft der Patienten sind die Grundlage, um psychische Probleme zu bewältigen, die körperliche Schmerzen auslösen.

Dies ist ermutigend, denn die maskierte Depression zählt zu den häufigsten Problemen in unserer modernen Gesellschaft. Es handelt sich für viele Ärzte um eine Herausforderung, deren Ursachen oft unbekannt bleiben, da nur die körperlichen Symptome behandelt werden.

Die Gesundheit beginnt mit dem emotionalen WohlbefindenAlltägliche Glücksmomente und Illusionen, die es uns ermöglichen, Träume und Projekte zu verwirklichen, helfen uns, unser emotionales Gleichgewicht zu bewahren. Es lohnt sich, die Herausforderungen anzunehmen, um dies zu erreichen.

Bildhinweis: Jennyfer k. Manchmal