Die Kunst, gesund zu denken, um ein besseres Leben zu haben

· 8. August 2018

Gesund zu denken und mehr Kontrolle über unseren Gedankenfluss zu haben, bedeutet letztendlich, mehr Lebensqualität zu erreichen. Denn wer negative, in seinem Kopf umherirrende Gedanken kontrollieren kann, ist dazu in der Lage, seine Gefühle auf direkte Weise zu beeinflussen. Wer gesund denkt und fühlt, beeinflusst sein Verhalten, seinen Organismus und sogar die eigene Gesundheit. Letztendlich hängt unser Glück von dem ab, was in unserem Inneren passiert, und nicht von äußeren Faktoren.

Obwohl wir uns alle dieser Auswirkungen bewusst sind, macht uns in unserem Alltag diese kritische und extrem negative Stimme in unserem Inneren zu schaffen. Sie ist es, die uns an die Fehler von gestern erinnert. Sie ist diese Präsenz, die uns ängstlich stimmt, indem sie uns vorhersagt, was passieren oder nicht passieren könne, wenn wir dies oder jenes tun. Anstatt wegen dieser Denkweise die Hoffnung zu verlieren, sollten wir uns einer Sache im Klaren sein.

„Noch nie ist ein Pessimist hinter das Geheimnis der Sterne gekommen oder hat einem anderen Menschen Hoffnung gemacht.“

Hellen Keller

Neurowissenschaftler sagen uns, dass das menschliche Gehirn darauf programmiert sei, sich auf das Negative zu konzentrieren. Das sei weder ein Fluch noch eine Strafe, sondern Teil unserer DNA. Es sei lediglich ein Überlebensmechanismus. Indem wir Gefahren antizipieren (auch wenn sie nicht real seien), würden wir unseren Organismus darauf vorbereiten, sich gegen sie zu verteidigen. Sorgen, Unruhe oder Angst würden sofort verschiedene chemische Substanzen, wie Kortisol freisetzen, damit wir immer in Alarmbereitschaft versetzt würden.

Neuropsychologen eröffnen uns aber auch, dass negative Gedanken wie Tabakrauch seien. Sie würden nicht nur unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden beeinträchtigen, sondern auch unser soziales und berufliches Umfeld. Unsere Familie, Freunde und Arbeitskollegen würden auch darunter leiden. Denn das Gehirn einer Person, die zuhöre, verändere sich ebenfalls und werde letztendlich von der Nervosität und Reizbarkeit angesteckt.

Deshalb sollten wir lernen, gesund zu denken, da wir so an Lebensqualität gewinnen.

Frau sitzt mit gesenktem Kopf auf einer Wiese

Um Wohlbefinden zu erzeugen, müssen wir unser Gehirn darauf trainieren, gesund zu denken

Barbara Fredrickson ist eine bekannte Wissenschaftlerin an der Stanford University (Kalifornien, USA). Sie ist berühmt für ihre Studien über die positive Psychologie. In ihren Forschungsarbeiten erklärt sie uns, dass es eine Herausforderung sei, den Hang zur negativen Denkweise abzulegen. Doch wenn es uns gelinge, würde sich das wirklich lohnen. Gesund zu denken sei mehr als nur eine Kunst. Es sei das Ergebnis eines permanenten Trainings, mit dem wir die Programmierung unseres Gehirns, die wir „von Haus aus“ besitzen würden, verändern könnten.

Wie wir bereits wissen, neigt unser Verstand dazu, sich auf das Negative zu konzentrieren, um unser Überleben zu sichern. Deshalb sollten wir dazu in der Lage sein, in unserem Gehirn einen anderen Fahrplan, ein weiteres ausgeklügeltes Programm zu integrieren, mit dem wir nicht nur Risiken meiden, sondern auch Wohlbefinden und Glück erzeugen können. Denn eine gesunde Denkweise schafft Klarheit, Ausgewogenheit und eine gute Orientierung. Es geht darum, sich nicht länger in den Sümpfen der Angst zu verlieren, sondern proaktiver und selbstsicherer zu werden.

Nachfolgend möchten wir uns ansehen, wie wir unser Gehirn trainieren können, damit es lernt, gesund zu denken und sich auf das Positive zu konzentrieren.

1. Trainiere deine Aufmerksamkeit, um sie auf die Gegenwart zu lenken

Daniel Goleman erinnert uns in seinem Buch Konzentriert Euch!  an die Wichtigkeit, unsere Aufmerksamkeit zu trainieren. Wir sollten sie im Grunde genommen wie einen Muskel sehen, der uns zur Verfügung steht und trainiert werden könne, und nicht wie einen unberechenbaren Teil unseres Verstands. Das Ziel dabei sei es, dass dieser grundlegende psychologische Prozess mehr von uns selbst als von äußeren Reizen oder anarchische Denkweisen kontrolliert werde.

  • Interessanterweise ist es so, dass sich der Mechanismus der Gedanken entlang des hinteren Gyrus cinguli und des medialen präfrontalen Kortex erstreckt. Unsere Gedanken fließen also durch diese Gehirnstrukturen. Manchmal ist diese „Straße“ aus Zellen, Verbindungen und Neuronen so hyperaktiv, dass es schwierig ist, die Kontrolle darüber zu bewahren. Kurz darauf machen sich Erschöpfung, Stress, Apathie und Negativität breit.
  • Eine Möglichkeit, die Kontrolle über unsere Gedanken zurückzuerlangen, besteht darin, unsere Aufmerksamkeit zu bündeln. Damit uns das gelingt, sollten wir am besten diesen Gedankenfluss unterbrechen. Wir sollten versuchen, 15 Minuten lang an nichts zu denken. Dafür können wir uns die Wasseroberfläche eines ruhigen Sees vorstellen, der alles in seiner Umgebung widerspiegelt. Alles ist ausgeglichen und es gibt keinen Lärm, nur Stille.
  • Sobald wir es geschafft haben, unsere ohrenbetäubenden Gedanken zum Schweigen zu bringen, sollten wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Umgebung, auf den jetzigen Moment lenken.
Blatt schwimmt auf einem blauen See

2. Gesund denken – von der Kunst, ein Ziel vor Augen zu haben

Um gesund denken zu können, brauchen wir ein Ziel. Negative Gedanken und dieser enorme Lärm, der von unnützen Gedanken ausgeht, ist wie ein zielloser Wirbelsturm, der alles mit sich reißt. Deshalb müssen wir unsere Ziele definieren, um mit dieser unproduktiven Denkweise zu brechen.

Ich will mich gut fühlen. Ich will Ruhe haben. Ich will meine Ziele erreichen. Ich will mich in meiner Haut wohlfühlen.

All diese Ziele haben eine Richtung und es steckt ein klarer Sinn dahinter. Sobald wir unsere Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment gelenkt haben, sollten wir als nächstes ein Ziel nach dem anderen voller Überzeugung festlegen. Uns Ziele zu setzen ist der Schlüssel für unser Wohlbefinden, gibt unserem Leben einen Sinn, macht uns Hoffnung und ermöglicht, dass diese positiven Gefühle unser Verhalten beeinflussen.

3. Trainiere die Fähigkeit deines Gehirns, mit positiven Informationen zu arbeiten

Um gesund zu denken, brauchen wir nicht nur den richtigen Ansatz, eine in die richtige Richtung gelenkte Aufmerksamkeit, Ziel und Willenskraft. Wir müssen darüber hinaus auch Verbindungen in unserem Gehirn erweitern, um es an die Wichtigkeit zu erinnern, mit positiven Informationen zu arbeiten. Was möchten wir damit sagen? Im Grunde genommen, dass wir manchmal in alte Verhaltensmuster zurückfallen und negative sowie unnütze Wege einschlagen, was unsere Handlungsweisen angeht, obwohl wir unserem Verstand sagen: „Ich habe ein Ziel, das ich erreichen will.“

  • Um mit positiven Informationen arbeiten zu können, müssen wir unsere uns einschränkenden Einstellungen ablegen.
  • Auch müssen wir ein entspannteres, für Erfahrungen offeneres und optimistischeres Ich erschaffen. Wir sollten die Fehler von gestern hinter uns lassen, um die Möglichkeiten der Gegenwart sehen zu können.
  • Darüber hinaus bringt es uns sehr viel, wenn wir lernen, Filter einzusetzen, um nur nützliche, hilfreiche Informationen beizubehalten, die uns guttun, und keine, die uns an unsere Komfortzone binden.
Dunkelhaarige Frau hält ein Schiff in der Hand

Wir wissen, dass wir natürlich ein besseres Leben und ein größeres inneres Gleichgewicht haben, wenn wir auf eine gesunde Weise denken. Eine gesunde Denkweise erfordert aber auch, dass wir tief im Inneren an uns selbst arbeiten. Wir sollten uns mit unserem gegenwärtigen Ich aussöhnen, um das Gefühl zu bekommen, dass wir etwas Besseres verdienen. Nur so wird unser zukünftiges Ich ein stärkerer, kreativerer und zu sich selbst netterer Mensch sein.