Die Geschichte des Symbols der Psychologie: Ψ

· 22. September 2018

Die Geschichte des Symbols der Psychologie ist voller Mythen und umfasst die merkwürdige Entwicklung des Ausdrucks „psi“, des griechischen Buchstaben Ψ, welche nicht frei von einer gewissen Originalität ist. In seinen Ursprüngen wurde dieser dreiundzwanzigste Buchstabe des griechischen Alphabets von den Römern übernommen, um das Wort „Psyche“ zu schaffen, was Schmetterling bedeutete und sich später zu „Hauch“, „Atem“, „Mut“ und schließlich zu „Seele“ entwickelte.

All jene, die Psychologie studiert haben, erinnern sich bestimmt an diesen Tag, als sie an der Universität ankamen und dieses Symbols überall sehen konnten. In Büchern, in den Büros der Professoren, auf Infoblättern … Auch jene, die an der Wissenschaft interessiert sind, werden dieses Symbol wiedererkennen, bis hin zu dem Punkt, dass es bereits Teil dieser sehr geläufigen Symbolkultur geworden ist, welches in verschiedenen Disziplinen zum Ausdruck gebracht wird, wie beispielsweise in der Philosophie durch das bekannte „phi“ oder Φ.

Der Ursprung des Wortes „Psychologie“ liegt in der Verschmelzung dieser zwei griechischer Wörter: ψυχή und λογία.

Dennoch bleiben wir manchmal bei der Ikonographie stehen, ohne weiterzugehen. Mehr noch, manchmal nehmen wir diese als urbane Mythen an, was die Magie unserer Ursprünge ein wenig verzerrt. So hört man sehr oft, dass dieses Symbol der Psychologie, Ψ, einen Dreizack darstelle, den Dreizack des Teufels: nicht mehr und nicht weniger. Diese falsche Theorie hat ihre Wurzeln in jener Zeit, in der mentale Krankheiten als Werke des Teufels angesehen wurden. Störungen, die auf übernatürliche Einflüsse, Zaubersprüche und Hexerei reagierten, ohne dass einem dabei von einem Menschen geholfen werden konnte. So lag es allein in den Händen der Kirche und natürlich des Feuers, Heilung zu ermöglichen.

Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Sehen wir im Folgenden, was der wahre Ursprung des Symbols der Psychologie ist.

Symbol der Psychologie

Die Geschichte des Symbols der Psychologie – Ψ und die Wissenschaft der Seele

Im Griechischen bedeutete das Wort Psyche, wie wir zu Beginn schon aufgezeigt haben, Schmetterling. Dieses Insekt symbolisierte auch den Hauch des Windes, den Atem des Lebens, eine lebensspendende Brise. Nach und nach und auch durch die Einflüsse des Römischen Reiches, wurde dieses Wort zum Symbol für die menschliche Seele; eine Idee, in der die Lebenskraft des Menschen oder das „ka“ der ägyptischen Kultur integriert wurde.

Die Griechen und die Römer pflegten eine sehr spezifische Sicht auf die Seele der Menschen. Wenn jemand gestorben war, trat dessen Atem, dieses „ka“, von dem die Ägypter sprachen, nach außen, als wäre es ein Atemzug. Und dies geschah in der Form eines Schmetterlings. In diesem Bild gab es nichts Schreckliches, nichts zu bereuen oder zu fürchten, da der Schmetterling ein Wesen war, das Licht, Veränderung und Hoffnung darstellte.

Das Symbol der Psychologie nahm daher den Begriff der Psyche an, um diesen später mit „logia“, der Wissenschaft, zu vereinigen. Auf diese Art und Weise wurde die etymologische „Wissenschaft der Seele“ zur „Wissenschaft des Geistes“, wobei das Symbol Ψ seine maximale Darstellung war.

Schmetterling, der in zwei Händen sitzt

Der Mythos von Amor und Psyche

In der griechischen Mythologie bedeutet das Wort „Psyche“ mehr als nur Schmetterling, Seele oder Geist. Psyche ist eine Göttin, eine schöne Kreatur mit den Flügeln eines Schmetterlings, die eine der schönsten Lieben erlebte, die Apuleius in seinen Metamorphosen verewigte.

Die Geschichte erzählt von den drei Töchtern des anatolischen Königs, von denen eine ganz besonders war. Sie war so zart, attraktiv und voller Freude, dass selbst die Göttin Aphrodite verzweifelte, da sie in diesem Mädchen eine Rivalin sah. Ihre Eifersucht war so stark, dass sie nicht zögerte und ihren Sohn Amor schickte, um sie mit einem seiner Pfeile zu treffen. All das nur, damit die junge Psyche völlig hingerissen sein würde vom hässlichsten, schwächlichsten und rücksichtslosesten Mann ganz Anatoliens.

Es geschah jedoch, was Aphrodite nicht vorausgesehen hatte: Im Endeffekt war es Sohn Amor, der sich unsterblich in Psyche verliebte. So entschied der junge Gott, der ihr nicht widerstehen konnte, jede Nacht in das Zimmer des jungen Mädchens zu gehen, um sie zu erobern und sie zu seiner Frau zu machen. Und so geschah es. Psyche verliebte sich Hals über Kopf in einen Fremden, der sie jede Nacht im Dunkeln besuchte, dessen Gesicht sie nicht sehen konnte. In einen Gott, der seine Identität bewahren wollte, um dieser magischen Romanze kein Ende zu setzen.

Amor und Psyche

Als Psyche eines Tages mit ihren Schwestern über diese Beziehung sprach, rieten diese ihr, das Verhältnis nicht fortzusetzen, wenn sie das Gesicht ihres geheimnisvollen Liebhabers nicht sehen könnte. So verlangte die junge Frau genau das. Sie nutzte die Chance, als Amor in ihrem Bett lag, und brachte eine Lampe an sein Gesicht, um es zu beleuchten. Als sie dies tat, wurde der Sohn von Aphrodite sehr wütend über das Verhalten von Psyche und verließ sie.

Die Tests der Psyche

Untröstlich, mutlos und reumütig ging die Tochter des Königs von Anatolien zu Aphrodite, um sie um Hilfe zu bitten. Die Mutter von Amor sah hier ihre Gelegenheit, um sich an ihr zu rächen, um eine Frau von der Bildfläche verschwinden zu lassen, die mit der Schönheit der Göttin der Liebe mithalten konnte. So schlug sie ihr vier Tests vor, vier Arbeiten, die erledigt werden müssten, damit Amor ihr vergeben könne. Doch diese Tests beinhalteten, in die Unterwelt hinabzusteigen, Cerberus gegenüberzutreten, mit Charon und Hades zu reisen, um bis zu Persephone zu gelangen, um diese um ein bisschen von der Schönheit zu bitten, die sie in einer Truhe aufbewahrte.

Allen Widrigkeiten zum Trotz entpuppte sich Psyche nicht nur als Schönheit, sie war auch clever und hatte Einfallsreichtum, Mut und Entschlossenheit. Doch als sie vor der Truhe von Persphone stand, sündigte das Mädchen mit Neugier und Eitelkeit. Sie beschloss, die Truhe zu öffnen, um den Inhalt zu betrachten und sich selbst ein bisschen etwas von dieser Schönheit zu nehmen. Damit tappte sie in die Falle des stygischen Traums.

Eine vertraute Hand riss sie glücklicherweise aus den Fängen des Fluches. Eine bekannte Haut tröstete sie und ein hoffnungsvolles Gesicht brachte ihre Freude in der gleichen Sekunde zurück: Es war Amor, der ihr, nachdem er ihr vergeben hatte, sofort zur Hilfe eilte.

Das Ende dieses magischen Paares könnte nicht glücklicher sein. Aphrodite befreite sich von ihrem Neid auf die Geliebte ihres Sohnes und tanzte sogar auf der Hochzeit der beiden. Zeus entschied sich dafür, Psyche unsterblich zu machen; diese schöne und tapfere Frau, die mit ihren Schmetterlingsflügeln auch Ψ, das Symbol der Psychologie, darstellt.