Die Geschichte des Surfers – der richtige Zeitpunkt, die richtige Welle

· 31. Mai 2016

Heute möchte ich dir die Geschichte des Surfers erzählen. Auch wenn viele denken werden, dass es sich hierbei nur um eine Erzählung handele, steckt dahinter dennoch eine Lektion fürs Leben. Es geht nicht einfach nur um einen Sportler, der sich waghalsig auf sein Surfbrett schwingt, um auf den Wellen zu reiten, sondern um etwas sehr Wertvolles, dass er dabei gelernt hat.

Am Ende der Geschichte des Surfers wirst du bemerken, dass diese uns eigentlich etwas über das Leben lehrt – sie lehrt uns etwas darüber, wie wir mit Problemen umgehen sollten. Wir lernen etwas über die Gabe, geduldig zu sein, und über die Fähigkeit, den richtigen Moment zu finden, um zu handeln, aber auch wie wichtig es ist, zu wissen, wann wir warten müssen, um erst später aktiv zu werden.

Die Geschichte des Surfers: Am Meer angekommen

Ein Surfer war ganz verrückt nach den Wellen. Er liebte das Gefühl, frei zu sein, das er jedes Mal empfand, wenn er sich in diese unglaublichen, gewaltigen und atemberaubenden Launen der Natur der rauen See stürzte.

Doch der Surfer wusste ganz genau, dass man sich nicht einfach gedankenlos und ohne Kontrolle aufs Meer hinaus begeben konnte. Er war sich darüber bewusst, dass er sein Gehirn einschalten musste, um die richtige Welle auszuwählen, weil er andernfalls im Krankenhaus landen oder sie sogar sein Leben beenden würde.

Maedchen surft in Tasse auf dem Meer

Der Surfer hörte außerdem immer auf sein Herz und verließ sich auf seinen Instinkt. Jedes Mal, wenn sich ihm eine Welle näherte, wusste er instinktiv, ob er diese nehmen sollte oder nicht. Gemäß seiner Erfahrung, seiner Überzeugung und seines Selbstvertrauens war er sich jederzeit bewusst, ob jetzt der richtige Moment gekommen war.

So begab sich der Surfer aufmerksam und mutig ins Meer. Es war ein stürmischer Tag und die Wellen brachen mit einer gewaltigen Wucht am Strand. Er wusste, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war, denn es gab nicht an jedem Tag gute Möglichkeiten, um gewaltige und befreiende Wellen zu reiten.

Das Warten auf die richtige Welle

Als der Surfer am Strand angekommen war, wartete er nicht lange, um ins Meer hinauszugehen. Er hatte Angst davor, die große Welle zu nehmen, die ihm Freiheit und Glück bescherte. Denn nur wenn er ganz oben auf der Welle ankommt, fühlt er sich eins mit dieser.

Doch je rauer die See und je stärker der Wellengang wurde, desto weniger sah er den richtigen Moment gekommen, um sich in die Wellen zu stürzen. Eine nach der anderen ging an ihm vorbei, doch er wusste, dass das nicht seine waren. Es war noch nicht die passende Gelegenheit für sein Abenteuer gekommen, und so wartete er.

Die große Welle ist da

Aber der Surfer wusste, wie wichtig es war, abzuwarten. Er betrachtete das Panorama. Er beobachtete andere, die genau wie er die Wellen ritten. Einige erfreuten sich am Wellengang und kamen unversehrt wieder an die Küste zurück. Andere hingegen versuchten es immer und immer wieder und fielen ständig von ihren Brettern. Er genoss die wunderschöne und malerische Landschaft. Er übte sich in Geduld, weil er sich dessen bewusst war, dass sein Moment bald kommen würde.

Und dann war sie da – die große Welle. Er sah sie schon aus weiter Entfernung auf die Küste zukommen. Er wusste, dass jetzt der richtige Zeitpunkt war. Endlich bekam er die Gelegenheit, eine Welle des sehr stürmisch gewordenen Meeres zu nehmen, um sich das Panorama von weit oben anzusehen, es zu bestaunen, Glück und Wohlgefallen darüber zu verspüren, zu sein, wo man sein möchte – wahre Glücksmomente eben.

Der Surfer machte sich bereit und ritt die Welle so, wie er es zuvor noch nie getan hatte. Für eine kurze Zeit lang konnte er die aufbrausende Welle auf ihrer Reise begleiten. Er nahm sie, kontrollierte sie und ließ sie wieder gehen.

Welle

Er genoss jede einzelnen Sekunde, in der sie beide zusammen diese wundervolle Reise machten, um letztendlich zusammen, mit einem freudigen und glücklichen Lächeln im Gesicht, am Ufer anzukommen.

„Wer das Richtige tun will, muss abwarten.“

Antonio García Gutiérrez

Was wir daraus lernen können

Unser Surfer war glücklich, wenn er seiner sportlichen Leidenschaft nachgehen konnte. Er hatte die Welle genommen, wie nie zuvor. Und nun begibt er sich erneut ins Meer, um auf die nächste zu warten. Er beginnt wieder von Neuem und wartet darauf, dass der richtige Zeitpunkt kommt, doch dabei wird er wieder eine neue emotionale Erfahrung machen – jedes Mal einen bisschen weiser, geduldiger und bewusster darüber, was um ihn herum geschieht.

„Nur mit einem langen Atem erobern wir die glänzende Stadt, die allen Menschen Licht, Gerechtigkeit und Würde bringt. Die Poesie wird also nicht vergebens gewesen sein.“

Pablo Neruda

Ist dir aufgefallen, dass die Geschichte des Surfers unserer eigenen Existenz sehr ähnelt? Wer die benötigten Werkzeuge besitzt, um zu wissen, den richtigen Moment abzuwarten und die Gelegenheit beim Schopf zu packen, wird glücklich sein und sich an den großartigen Möglichkeiten, die das Leben für uns bereithält, erfreuen.

Wer ungeduldig ist, dem bleibt all das verwehrt. Wir müssen so weise sein, die richtigen Momente, Freunde, Lebensgefährten auszuwählen. Wir müssen uns nur in Geduld üben und die richtige Welle nehmen.