Die drei Filter des Sokrates

· 20. März 2019

Diese drei Filter beziehen sich auf eine Anekdote, die dem großen griechischen Philosophen Sokrates zugeschrieben wird. Viele Menschen halten diese Anekdote für eine großartige Lektion, die uns helfen kann, mit Klatsch und Gerüchten umzugehen. Die Anekdote lautet wie folgt:

Eines Tages präsentierte sich einer der Schüler des Sokrates sehr aufgeregt seinem Lehrer. Er erzählte ihm, dass er einen Freund des Lehrers getroffen habe und dass dieser schlecht über Sokrates gesprochen hätte. Daraufhin bat Sokrates den Schüler, sich zu beruhigen. Nachdem der Philosoph einen Moment nachgedacht hatte, fragt er den Schüler, ob er noch einen Moment warten könne, bevor er ihm mitteile, was er gehört hätte. Er wolle die Nachricht zunächst drei Filter durchlaufen lassen. Wenn sie den Test nicht bestehen würde, dann wäre sie es nicht wert, gehört zu werden.

„Um dich selbst zu finden, denke für dich selbst.“

SokratesEin Gemälde, das das Gesicht von Sokrates zeigt

Die drei Filter des Sokrates

Wie es die Methode des griechischen Philosophen war, stellte er seinem aufgeregten Schüler zunächst folgende Frage: „Bist du dir absolut sicher, dass das, was du mir sagen möchtest, wahr ist?“  Der Schüler dachte einen Moment nach. Tatsächlich war er sich nicht sicher, ob das, was ihm der Freund des Philosophen erzählt hatte, der Wahrheit entsprach, und verneinte die Frage also. „Du weißt also nicht, ob das, was er über mich gesagt hat, wahr ist oder nicht“, stellte der Philosoph fest. Der Schüler musste zugeben, dass sein Lehrer mit dieser Feststellung recht hatte.

Dann stellte Sokrates eine zweite Frage: „Was du mir sagen möchtest, ist das gut?“  Der Schüler antwortete, dass seine Nachricht wohl nicht gut sei. Im Gegenteil. Er glaubte, dass das, was er seinem Lehrer mitteilen würde, Sokrates Unbehagen und Sorgen bereiten würde. So sagte Sokrates zu ihm: „Du möchtest mir etwas Schlechtes erzählen, bist dir aber nicht sicher, ob es stimmt.“  Der Schüler gab zu, dass dies der Fall war.

Dann stellte Sokrates die dritte und letzte Frage: „Ist es notwendig, dass du mir erzählst, was mein Freund dir gesagt hat?“  Der Schüler zögerte. Er wusste wirklich nicht, ob diese Informationen seinem Lehrer nützlich wären oder nicht. Vielleicht würden sie einen Keil zwischen die beiden Freunde treiben. War es also sinnvoll, dass er seinem Lehrer davon berichtete? Schließlich verneinte er auch diese Frage.

Bäume, die die Form menschlicher Köpfe zu haben scheinen

Die Wahrheit, das Gute und die Notwendigkeit

Am Ende sagte der Philosoph zu seinem Schüler. „Wenn das, was du mir sagen willst, nicht stimmt, nicht gut ist und nicht einmal notwendig ist, warum sollte ich es dann hören wollen?“

„Ich kann niemandem etwas beibringen. Ich kann Menschen nur zum Nachdenken bringen.“

Sokrates

Die Wahrheit, das Gute und die Notwendigkeit sind die Grundlage der drei Filter des Sokrates. Der Philosoph war überzeugt, dass eine Person sich die folgenden Fragen stellen sollte, bevor sie sprach: „Bin ich sicher, dass das, was ich sagen werde, wahr ist?“  und „Ist es etwas Gutes, was ich sagen werde?“.  Als Letztes sollte sich die Person fragen: „Ist es wirklich notwendig, dass ich meine Informationen teile?“

Dies drei Filter sind eine ausgezeichnete Methode für uns, auszuwählen, was wir anderen mitteilen wollen. Sie geben eine Reihe von Parametern vor, die eine gesunde und konstruktive Kommunikation ermöglichen.Eine Grafik, die zeigt, wie sich Gerüchte verbreiten

Wie wir die drei Filter des Sokrates anwenden können

Im Alltag ist es nicht leicht, das Wahre, das Gute und das Notwendige zu definieren. Denn dies sind abstrakte Konzepte, die manchmal schwer anzuwenden sind. Deshalb gibt es noch einige zusätzliche Fragen, die wir uns stellen können, wenn wir die Methode des Sokrates anwenden möchten:

  • In Bezug auf die Wahrheit: Wissen wir sicher, dass diese Informationen wahr sind? Können wir das belegen? Sind wir bereit, unseren Ruf in dieser Hinsicht zu gefährden?
  • In Bezug auf das Gute: Profitieren wir oder die andere Person von der Information? Wird das Gesagte uns zu einer besseren Person machen und positive Emotionen hervorrufen? Wird auch die Situation unseres Gesprächspartners verbessert?
  • In Bezug auf das Notwendige oder Nützliche: Wenn wir die Nachricht teilen, wird sich das Leben unseres Gegenübers verbessern? Kann diese Person in Bezug auf diese Informationen oder Nachrichten irgendwelche praktischen Maßnahmen ergreifen? Inwiefern verletzt oder beeinflusst die Kenntnis dieser Informationen die andere Person?

Wie bereits zu Beginn erwähnt, sind die drei Filter des Sokrates eine gute Methode, um Gerüchte und Klatsch zu minimieren. Durch die Anwendung können wir lästigen Gerüchten, die uns manchmal verfolgen, ein Ende setzen. Sie gilt jedoch auch für andere Arten von Nachrichten, zum Beispiel solchen, denen wir täglich in den sozialen Netzwerken begegnen.

  • Di Castro, E. (2000). Racionalidad y emociones. Racionalidad: lenguaje, argumentación y acción, 1, 267.