Die drei Beziehungszeiten: Du-Zeit, Ich-Zeit und Wir-Zeit

· 9. April 2019

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gut funktionierende Beziehung ist der gegenseitige Respekt. Es gibt viele Möglichkeiten, deinem Partner zu zeigen, dass du ihn verstehst und respektierst. Eine Möglichkeit ist, ihm zu vermitteln, dass du seine Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen teilst oder zumindest akzeptierst. Aber der wichtigste Beweis für diesen Respekt ist vielleicht, wenn Paare die drei Beziehungszeiten einhalten: die Du-Zeit, Ich-Zeit und Wir-Zeit.

Manchmal, ob aus Langeweile, weil du dich um die Kinder kümmern musst, aus Zeitmangel oder aus purem Egoismus, kannst du das, was du brauchst, beiseite legen und dich für „dieselbe alte Leier“ entscheiden. Mit anderen Worten, du erfüllst nur deine Grundbedürfnisse. Du könntest auch von deinen Pflichten in Anspruch genommen werden oder die tägliche Routine mag deine Zeit verschlingen. Dies kann deine Tagesplanung durcheinanderbringen und die Zeit, die du eigentlich mit deinem Partner teilen wolltest, betreffen.

Zu wissen, wie dieser Teufelskreis vermieden werden kann, ist der Schlüssel zur Stärkung deiner romantischen Beziehung. Schauen wir uns daher die drei „Zeiten“ in einer Beziehung an.

Die Du-Zeit

Wenn du während einer Beziehung hören musst „Ich brauche etwas Zeit allein“,  erschrickst du dich vielleicht. Du hörst dies von deinem Partner und deine Alarmsignale gehen sofort an. Unzählige Fragen bombardieren nun deinen Verstand, darunter  „Liebt er mich nicht mehr?“, „Will er mit mir Schluss machen?“, „Habe ich ihn verloren?“  oder „Gibt es noch jemand anderen?“.

Ein Paar redet darüber, wie es seine Zeit besser einteilen kann.

Es stimmt, dass ein paar Wochen Abstand eine Beziehung vollständig verändern und manchmal retten. Trotzdem solltest du versuchen, die richtigen Schritte zu unternehmen, damit du diesem Punkt der Unsicherheit in deiner Beziehung nie zu nahe kommst. Um nicht soweit zu kommen, musst du die Person verstehen, mit der du dein Leben teilst, und sie wirklich kennenlernen.

Einige Fragen, die du ihr stellen kannst, sind: „Was machst du in deiner Freizeit?“, „Fährst du gerne Fahrrad, liest du, gehst du spazieren oder lieber shoppen?“ oder auch Wenn du gestresst bist, was macht du dann, um all diese Spannung loszuwerden?“.

In der Regel ist es nicht einmal schwierig, den Geschmack deines Partners zu identifizieren. Das Schwierige ist vielmehr, den Punkt zu erreichen, an dem du diejenigen Aspekte respektierst, die sich von deinen Ansichten unterscheiden. Du solltest seinen Freiraum nicht stören oder boykottieren, sondern diesen Genuss des eigenen Interesses erleichtern.

Wenn du weißt, dass sich dein Partner gut fühlt, wenn er mit seinen Freunden ausgeht und mit ihnen Spaß hat, solltest du ihn dazu ermutigen. Es ist nicht gut für die Beziehung, wenn du wütend wirst, kalt bleibst oder eine angespannte Umgebung schaffst, wenn er dir sagt, dass er ausgehen möchte. Es ist auch einfach nicht angebracht, Eifersucht zu zeigen oder ihn zu zwingen, zwischen dir und seinen Freunden zu wählen. Wenn er etwas anderes macht, bedeutet das nicht, dass er dich nicht lieben würde. Es bedeutet nur, dass dein Partner etwas Platz braucht.

Die Ich-Zeit

So wie du respektieren musst, was deinem Partner gehört, solltest du dich auch um deine individuellen Bedürfnisse kümmern. Mache nicht den Fehler, dich der Momente zu berauben, die ausschließlich dich befriedigen. Sie sind wie ein Hauch frischer Luft und wirken sich positiv auf dein Wohlbefinden aus. Wenn es dir nicht gut geht, wird es schwierig sein, deinem Partner zu helfen, ebenfalls wohlauf zu sein.

Immer zu derselbe Alltag kann die Beziehung zerstören, umso mehr, wenn diese Routine nicht mit echten Zeichen und Gesten der Liebe verbunden ist. Diese machen einen Unterschied und stärken die Beziehung, wenn sie sich mit Hindernissen oder einem engen Zeitplan konfrontiert sieht.

Wir sehen, dass viele Menschen ihre traditionellen Kreise der Freunde und Familie verlassen oder vernachlässigen, wenn sie eine neue Beziehung eingehen. Wenn jeder von euch beiden eigene Freunde, Hobbys und Interessen hatte, als ihr die Beziehung anfingt, warum bleibt dann jetzt so wenig davon übrig? Es ist äußerst wichtig, den Genuss als Paar in die persönlichen Aspekte oder Dimensionen zu integrieren, die dich glücklich machen.

Du kannst beides genießen. Der Schlüssel liegt darin, ein Gleichgewicht zwischen der Zeit als Paar und deiner eigenen Zeit zu finden und zu beachten. Dieses Gleichgewicht kann dazu beitragen, dass sich die Beziehung positiv entwickelt. Die Tatsache, dass ihr beide beschlossen habt, zusammen eine Reise zu unternehmen, bedeutet schließlich nicht, dass ihr alles zusammen machen müsst. Es ist sehr gesund, dass jeder von euch aus eigenen Energiequellen speisen kann. Diese werden euch von unschätzbarem Wert sein, wenn einer von euch eine schwierige Zeit durchmacht und Hilfe benötigt.

Die Wir-Zeit

Ein Paar genießt die Zeit nach der Ich-Zeit.

Beziehungen sind nicht wie Kakteen, die nur ein paar Mal im Monat bewässert werden müssen. Wenn wir sie mit einer Pflanze vergleichen wollen, entsprächen sie einer viel empfindlicheren Pflanze, die regelmäßig Pflege und Aufmerksamkeit benötigt. Es ist notwendig, Beziehungen täglich zu pflegen. Wenn du dich nicht um deine Beziehung kümmerst, wird sie am Ende verwelken.

Tatsächlich ist einer der häufigsten Gründe für das Scheitern von Beziehungen, dass Paare wenig Zeit miteinander verbringen. Allerdings sollten Zuneigung, Aufmerksamkeit und die kleinen Details und Gesten keine Ausnahmen von der Routine sein, sondern Teil der Rahmenbedingungen, welche die Beziehung täglich bestimmen.

Aber sei vorsichtig. Die Quantität ist dabei ebenso wichtig wie die Qualität. Ein kurzer Moment des Austauschs, ein freundliches Lachen oder ein Gespräch ist möglicherweise wertvoller als längere Zeiträume mit weniger erfüllender Zeit zusammen.

Wie wir sehen können, hängt das Wohlbefinden der Partner in einer Beziehung von den Beziehungszeiten ab. Du solltest eine Harmonie zwischen diesen drei Zeiten finden: der Du-Zeit, der Ich-Zeit und der Wir-Zeit. Das Ziel ist es, ein Gleichgewicht zu erreichen, in dem sich beide wohlfühlen. Es gibt nichts Schöneres als eine gute Kommunikation, um die Grundlagen für diese implizite Vereinbarung zu legen.