Die Brücken am Fluss

· 28. Oktober 2015

Die alten Träume waren schön. Sie gingen nicht in Erfüllung, aber ich bin froh sie gehabt zu haben.

-Ich will dich nicht brauchen müssen.

-Warum?

-Weil ich dich nicht haben kann.

Francesca Johnson führt ein ruhiges Leben auf einem Bauernhof, zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern. Während ihre Familie auf einen Markt fährt, bleibt Francesca allein zu Hause. Eines Tages bekommt sie unerwarteten Besuch von Robert Kincaid, einem Fotograf von National Geographic, der die Grafschaft Madison, Iowa, aus beruflichen Gründen besucht, da er die Brücken am Fluss des Ortes fotografieren soll.

Die gegenseitige Liebe und Bewunderung lassen nicht lange auf sich warten und erwecken eine versteckte Leidenschaft in ihren Herzen.

Das Werk von Clint Eastwood („Der namenlose Reiter“, „Weißer Jäger, schwarzes Herz“) überraschte alle. Der Schauspieler und Regisseur, geboren in San Francisco, liefert normalerweise eine Menge an guten Actionfilmen ab; entweder als Schauspieler, z.B. als Hauptdarsteller in der „Dollar-Triologie“ („Für eine Handvoll Dollar“, „Für ein paar Dollar mehr“ und „Zwei glorreiche Halunken“) oder auch als Regisseur einiger großer Filme wie „Ein Fremder ohne Namen“, „Bird“ und „Erbarmungslos“. Eastwood entschied sich jedoch 1995 dazu, das Genre zu wechseln.

Er tauschte den Revolver gegen einen Blumenstrauß und ein fantastisches Lächeln ein, dargestellt durch die unvergleichliche Meryl Streep, und traf damit voll ins Schwarze.

Das Stimmung, die „Die Brücken am Fluss“ vermittelt, ist mehr als nur interessant und wird auch an Aktualität nicht verlieren. Die Protagonistin ist eine verheiratete Frau, gute Ehefrau, gute und liebevolle Mutter, die jedoch ein fades Leben führt.

Eines Tages lernt sie einen attraktivena und interessanten Mann kennen, der Zweifel in ihr weckt: Ist es das wert, das Vertrauen deines Partners für eine kurze Periode der Träumerei zu verraten?

Wir sind in unserem Leben alle schon in Situationen gekommen, in denen unsere Willenskraft einer schweren Prüfung unterworfen wurde. Es ist unausweichlich, dass wir uns mal von anderen Personen angezogen fühlen, sei es durch ihre Persönlichkeit, ihr Aussehen, etc. Im Fall unserer Protagonistin leben wir ein langweiliges Leben ohne Farbe, so dass wir mit größerer Wahrscheinlichkeit unseren Überdruss in einer anderen Person reflektiert sehen.

Es kann sein, dass wir in einem anderen Mann, oder einer anderen Frau alles das sehen, was wir uns zu sein oder zu haben wünschen. Der Hauptauslöser ist Unsicherheit und Langeweile.

Natürlich gibt es auch noch einen weiteren Faktor in Form der „anderen Person“, die andere Hälfte unserer Beziehung. Wenn wir uns verlassen oder nicht wertgeschätzt fühlen, ist es normal, dass wir früher oder später außerhalb von unserer Beziehung das suchen, nach dem wir uns alle sehnen: Anerkennung.

Wenn unsere Frau oder Freundin, oder unser Mann oder Freund jedoch so sind, wie wir uns das wünschen oder wie wir glauben, dass wir es verdienen, kann die Suche nach dem, was wir nicht haben, aus unserem Egoismus heraus entstehen. Es handelt sich um einen Teil unser angeborenen Eigenschaft, nicht mit dem zufrieden zu sein, was uns umgibt, sei es auch noch so gut.

Sind wir schlechte Menschen, wenn wir uns dem Betrug hingeben? Nicht notwendigerweise. Wir alle machen Fehler. Es sollte einem jedoch Sorgen bereiten, wenn solche Verhaltensweisen wiederholt auftreten. Wenn wir immer wieder und wieder Betrug und Verrat begehen, dann will uns das eines sagen: wir sind Lügner und Verräter.

Außerdem gefällt es uns selbst nicht, wenn unser Partner untreu ist, warum sollten wir also etwas machen, von dem wir selbst nicht wollen, dass es uns angetan wird? Könnte es sein, dass wir vielleicht als Gesellschaft im Ganzen eine Gruppe von Heuchlern sind?

Hier gibt es den Trailer zu „Die Brücken am Fluss“: