Die Arbeit eines pädagogischen Psychologen

· 5. März 2019

Ein pädagogischer Psychologe untersucht kognitive Prozesse und Verhaltensweisen in einem bildungsrelevanten Kontext. Damit sind in aller Regel Kinder in Schulen gemeint und auch wir wollen uns in diesem Artikel einmal ausführlicher mit der Arbeit von pädagogischen Psychologen an Schulen beschäftigen.

Welche Rolle spielen sie aber in einer solchen Institution? Und was genau ist ihre Aufgabe? Die meisten pädagogischen Psychologen würden nach ihrem Abschluss gern an Schulen oder ähnlichen Bildungseinrichtungen arbeiten. Hier treffen sie aber auf ein großes Problem: Derzeit werden in vielen Ländern keine pädagogischen Psychologen eingesetzt. Daher werden die meisten von ihnen eher zu externen Beratern oder klinischen Psychologen.

Nun mögen wir annehmen, dass Psychologen und Berater im Kontext der Schule dasselbe wären. Dies ist jedoch nicht ganz richtig. Obwohl ihre Ausbildung es ihnen ermöglicht, die Aufgaben eines Beraters wahrzunehmen, sind Schulpsychologen und Berater an Schulen für verschiedene Ziele verantwortlich. Schauen wir uns an, worin die Unterschiede bestehen.

Was machen Schulberater?

Schulberater sind in einer Bildungseinrichtung unverzichtbar, da sie für die psychopädagogische Intervention zuständig sind. Orientierungshilfen aller Art sind ein Service, den Schulen ihren Schülern anbieten, sodass diese ihr Studium und ihre langfristigen Ziele so gestalten können, dass sie in der Lage sind, das Bildungsangebot voll auszunutzen. Schulberater sind damit auch für die Bewältigung der in der Schulumgebung auftretenden Bildungsprobleme zuständig.

Ein Schulberater konzentriert sich auf die Schüler und berücksichtigt dabei ihr Umfeld und die Gemeinschaft einer Schule. Daher kann man sagen, dass dieser Spezialist im angewandten Bereich der pädagogischen Psychologie arbeitet und dabei die Ressourcen nutzt, die verschiedene Studien der Psychologie und Pädagogik zur Verfügung gestellt haben.

Ein Schulpsychologe, der einem Kind hilft

Was Schulberater genau tun:

  • Sie beraten Schüler und deren Familien, aber auch die Lehrer, um die Bildungsqualität und das akademische Umfeld zu verbessern.
  • Sie identifizieren die Bildungsbedürfnisse der Schüler und handeln entsprechend.
  • Sie stellen sicher, dass alle Schüler eine angemessene und kontinuierliche schulische Ausbildung erhalten, unabhängig davon, wie unterschiedlich ihre Bedürfnisse auch sein mögen.
  • Sie leisten einen Beitrag zur Interaktion zwischen den Mitgliedern der Bildungsgemeinschaft und verbessern so die Kommunikation.
  • Sie arbeiten mit allen Beteiligten zusammen, um Lernschwierigkeiten zu erkennen und zu beheben.
  • Sie bieten eine psychopädagogische Beratung für Lehrer und Schulleiter an. Auf diese Weise lernen auch die Lehrkörper, wie sie auf die speziellen Bedürfnisse der Schüler reagieren können.
  • Sie vermitteln die Diversität der Schüler an die Lehrkräfte, um diese in die Lage zu versetzen, eine inklusive und universelle Ausbildung anzubieten. Dabei sollte sich kein Schüler vom Bildungsumfeld ausgeschlossen fühlen.
  • Sie nehmen an der Entscheidungsfindung der Schule sowie an Lehrerversammlungen teil. Auf diese Weise bleiben sie informiert und an den Ereignissen in der Schule beteiligt.

Und was macht ein pädagogischer Psychologe?

Obwohl Schulberater von wesentlicher Bedeutung sind, decken sie nicht alle Bedürfnisse der Schule im Bereich der Psychopädagogie ab. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Spezialisten mit an Bord zu haben, der sich um die noch nicht genannten Aspekte kümmern kann. Dieser Fachmann ist der pädagogische Psychologe. Im Gegensatz zu einem Schulberater sollte ein pädagogischer Psychologe stärker auf Forschung und Bewertung fokussiert sein.

Sowohl Schule als auch Bildung ändern sich ständig, was dazu führt, dass die fortgesetzte Anwendung nicht personalisierter, standardisierter Methoden zu eher schlechten Ergebnissen führt. Dies erklärt die Notwendigkeit eines pädagogischen Psychologen. Denn dieser weiß zu erkennen, wie sich die anstehenden Veränderungen im Einzelnen auswirken werden.

Ein pädagogischer Psychologe

Ein weiterer differenzierender Aspekt ist, dass pädagogische Psychologen sich nicht mit den Schülern per se beschäftigen. Sie befassen sich mit der gesamten Schulgemeinschaft und der Institution selbst. Sie müssen sich stets der Unterrichtsmethoden der Lehrer bewusst sein und sicherstellen, dass ihre Art, die Schüler zu unterrichten, korrekt und angemessen ist. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, dass der Lehrkörper auf alle Bildungsanforderungen eingeht.

Pädagogische Psychologen an Schulen fungieren als Vorgesetzte und Planer. Sie beobachten, wie die Schüler lernen und Informationen verarbeiten, und sind auf eine kontinuierliche Verbesserung bedacht. Sie stützen sich in ihrer Arbeit auf wissenschaftliche Erkenntnisse und niemals auf persönliche Kriterien. Ein wesentlicher Aspekt ihres Tuns ist, dass sie mit den verschiedenen Fachleuten in der Schule sowie mit Nachhilfelehrern, Eltern und natürlich den Schülern selbst zusammenarbeiten.

Ihr Hauptziel ist es, an den grundlegendsten Aspekten der Bildung zu feilen, um den Fortschritt sicherzustellen. Auf diese Weise helfen sie der Bildungseinrichtung, die erwarteten Ergebnisse zu erzielen, und bieten den Schülern die qualitativ hochwertige Ausbildung, die sie verdienen.

Notwendige Änderungen im Bildungssystem

Bis jetzt gibt es nur sehr wenige Schulen mit pädagogischen Psychologen. In der Tat spielen die angesprochenen Schulberater oft die Rolle von Berater und Psychologen. Die Gewährleistung eines angemessenen Bildungsumfelds ist eine schwierige Aufgabe, welche einen hohen Preis hat. Die Nichterfüllung dieser Anforderung kommt uns jedoch noch teurer zu stehen.

Bildung sollte nicht von politischen oder wirtschaftlichen Interessen gelenkt werden. Unter dem Gesichtspunkt der Produktivität und der Effektivität ist es am besten, wenn ein ganzes Team von Fachleuten seine Arbeit erledigt, anstatt dass sich nur Wenige (oder sogar nur einer) um alles kümmern müssen, nur um Geld zu sparen. Auch eine Überlastung des Schulberaters ist mehr als kontraproduktiv und deshalb ist es so wichtig, einen pädagogischen Psychologen an der Schule zu haben. Bildungsexperten und Wissenschaftler aller Fachrichtungen sollten zusammenarbeiten, um Verbesserungen im Bildungssystem zu erreichen.

„Bildung ist der Fahrschein in die Zukunft, denn das Morgen gehört denen, die sich heute darauf vorbereiten.“

Malcolm X