Die 7 besten Zitate von Carl Rogers

9. Mai 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Zitate von Carl Rogers - Zeichnung von Carl Rogers

In den 1950er Jahren ist Carl Rogers zu einer Eminenz der humanistischen Annäherung an die Psychologie geworden. Seine bekanntesten Veröffentlichungen betreffen die klientenzentrierte Psychotherapie und umfassen zudem Werke wie Entwicklung der Persönlichkeit. Psychotherapie aus der Sicht eines Therapeuten.

Die Zitate von Carl Rogers handeln von der Kontrolle über das Schicksal, von Erfahrung und persönlichem Wachstum, vom Wert des Menschen und unseren Beziehungen zu anderen. Sie inspirieren dazu, über die eigene Existenz nachzudenken. Deshalb haben wir interessante Aussagen Carl Rogers‘ zusammengestellt.

Empathie, ein häufiges Thema in Zitaten von Carl Rogers

„Empathisch zu sein, bedeutet, die Welt durch die Augen der anderen zu sehen und nicht unsere Welt in ihren Augen.“

Empathie ist ein grundlegendes Konzept der Schule von Carl Rogers und tatsächlich betrachtet er sie als eine der wichtigsten Fähigkeiten, die eine Person entwickeln muss, um Selbstverwirklichung erreichen zu können.

Doch wenn man einfühlsam ist, dann soll man die Lage des anderen nicht aus der eigenen Perspektive betrachten, sondern aus seiner. Empathie bedeutet nicht, zu erahnen, was du in der Situation des anderen tun würdest, sondern viel mehr, wie du in seiner Situation handeln würdest, wenn du seine Sicht auf das Leben hättest. Empathie erfordert deshalb eine intensive Reflexion und Wissen darüber, wie das Gegenüber die Welt um sich herum sieht und erlebt.

Erfahrung als Priorität

„Weder die Bibel, die Propheten noch die Offenbarungen Gottes oder der Menschen. Nichts hat Priorität gegenüber der Erfahrung.“

Dies ist eines der Zitate von Carl Rogers, das möglicherweise Kontroversen auslöst. Mit dieser Aussage wollte er die Wichtigkeit dessen unterstreichen, dass niemand sonst die Anleitung zu unserem Leben hat, nicht einmal in Sachen Religion, sondern nur wir selbst.

Rogers schreibt der eigenen Erfahrung die höchste Autorität zu. Er war jedoch auch der Auffassung, dass die Urteile anderer gehört werden sollten, sie jedoch nicht als richtender Leitfaden dienen sollen. Darum sollte jeder Mensch als Individuum behandelt werden, das Respekt verdient und das Recht hat, seine eigenen Erfahrung auf seine eigene Art und Weise zu sammeln und nach eigenen Kräften zu bewerten und zu urteilen.

Mädchen mit geschlossenen Augen

Akzeptanz als Impuls zur Veränderung

„Das seltsame Paradoxon ist, dass, wenn ich mich so akzeptiere wie ich bin, ich die Möglichkeit erlange, mich zu verändern.“

Für Rogers gilt die Akzeptanz als Basis für jeglichen Wandel. Wenn diese nicht existiere, sei es nicht möglich, sich zu ändern, weil der Geist verloren sei, erklärte er. Daher läge der Schlüssel zur Verbesserung und Weiterentwicklung darin, sich selbst zu beobachten, herauszufinden, wer man sei und sich selbst kennenzulernen.

Der Mut, man selbst zu sein

„Ich fühle mich glücklicher, nur weil ich ich selbst bin und andere sie selbst sein lasse.“

Carl Rogers war sicher, dass Menschen so schön seien wie Sonnenuntergänge, wenn man sie Sonnenuntergänge sein ließe. Das heißt, er schätzte Aufrichtigkeit und Authentizität, den natürlichen Zustand eines jeden von uns über alles.

Rogers hat für sich selbst herausgefunden, dass es auf lange Sicht nicht hilft, so zu tun, als wäre man etwas, was man nicht ist. Wir können nicht glücklich sein, wenn wir uns so verhalten, wie wir es eigentlich gar nicht wollen und wir uns selbst ablehnen.

Gefühle zulassen

„Es geht nicht darum, die Gefühle aus dem Kopf zu bekommen oder sie darin zu verstecken, sondern darum, sie mit Akzeptanz zu durchleben.“

Wenn wir irgendein Gefühl erfahren, besteht die angemessene Reaktion immer darin, dieses zu akzeptieren und es nicht zu umgehen oder zu unterdrücken. Man muss das Gefühl gewähren lassen, um zu erfahren, was es uns mitteilen will. Was ist die Botschaft, die es überbringt? Nur auf diese Art und Weise können wir andere und uns selbst kennenlernen.

Offene Hände, die ein Herz halten

Die Toleranz gegenüber der Unsicherheit

„Ich weiß, dass ich, wenn ich stabil, umsichtig und statisch wäre, im Tod leben würde. Daher akzeptiere ich die Verwirrung, die Unsicherheit, die Angst und die emotionalen Höhen und Tiefen. Denn das ist der Preis, den ich für ein lebendiges, verwirrendes und aufregendes Leben zu zahlen bereit bin.“

Angst und Unsicherheit sind ständige Begleiter unseres Lebens. Nicht alles ist kontrollierbar, vorhersehbar und schon gar nicht sicher. Verwirrung wird ebenso auftreten wie emotionale Höhen und Tiefen und wir müssen darauf vorbereitet sein.

Die Annahme, dass wir alles kontrollieren könnten und müssten, was um uns herum geschieht, entsteht aus der Angst, nicht zu wissen, wie wir auf das reagieren sollen, was unerwartet passiert. Sie ist das Ergebnis der Unsicherheit. Aber selbst wenn es uns möglich ist, angemessen zu reagieren, tun wir manchmal so, als ob alles viel schlimmer wäre und versetzen uns in eine starre Mentalität, die uns gefangen hält.

Wenn wir mit Leichtigkeit leben wollen, müssen wir lernen, diese Annahme, diese Gedanken loszulassen, und uns den Weg zu Flexibilität und Genuss ebnen.

Lernen zu lernen

„Der Mensch, der gebildet ist, ist derjenige, der lernt zu lernen.“

Carl Rogers verstand unter einer gebildeten Person jemanden, der versucht, zu lernen und sich zu verändern. Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung gehen Hand in Hand auf dem Weg des Lebens. Wer sich bildet, ist derjenige, der auf Wissen setzt, der informiert, reflektiert, Fragen stellt und Veränderungen einleitet.

Mann geht in einem Kreis aus Büchern

Wie wir sehen, sind die Zitate von Carl Rogers eine große Quelle des Wissens, die den Menschen helfen kann, eine andere Perspektive auf das Leben zu gewinnen. In seinen ersten Berufsjahren stellte er sich immer wieder die Frage: Wie kann ich diesen Menschen behandeln, heilen oder verändern?  Aber mit der Zeit hat er sich zunehmend eine andere Frage gestellt: Wie kann ich eine Beziehung herstellen, die dieser Person für ihr persönliches Wachstum nutzt?

Seine zahlreichen Beiträge zur Psychotherapie und seine innovative Vorstellung von der therapeutischen Praxis sind bis heute lebendig. Es gibt viele Theorien, die von ihm entwickelt wurden, doch dem Laien helfen ohne Zweifel bereits die Zitate von Carl Rogers. So kann er seine Art zu denken verstehen und über sie reflektieren.

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