Die 5 Schritte der Mindfulness-Übung

· 5. Juni 2017

Für die Mindfulness-Übung brauchen wir bestimmte Grundkenntnisse, die jedoch nicht schwierig zu erlangen sind. Um einen Anfang zu finden, können wir uns auf die Worte des indischen Autors Amit Ray stützen: „Wenn du die Angst vor dem Leben in den Griff bekommen willst, lebe den Moment, lebe in der Atmung.“

Die Mindfulness-Praktik schließt Meditation und Selbstbeobachtung mit ein, doch wir müssen unsere fünf Sinne auch im Alltag gebrauchen. Erscheint dir das abstrakt? Eigentlich ist es das nicht, oder?

Zur Mindfulness-Übung gehören bestimmte Schritte

Der Präsident der Spanischen Schule für Transpersonale Entwicklung, José María Doria, der Werke, wie Die 40 Tore  (Originaltitel: Las 40 Puertas, nicht in deutscher Sprache verfügbar) verfasst hat, erklärt in seinen Texten die Grundlagen, um mit der Mindfulness-Praktik zu beginnen. Beim Lesen seines Buchs erfahren wir, dass wir für die Selbstbeobachtung mental vollkommen anwesend sein müssen. Das muss geübt werden, es muss sogar gelernt werden, nur im Moment und nicht in der Zukunft zu leben. Dazu ist es notwendig, sich von Vorurteilen zu verabschieden und sich ganz und gar auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Mit der Mindfulness-Übung soll im Grunde genommen gegen mentale Zerstreuung und Ablenkung angegangen werden. Wenn wir Stunden damit verbringen, über das nachzudenken, was morgen passieren könnte, haben wir die Momente der Gegenwart vollkommen verloren, und wenn der viel bedachte Morgen dann gekommen ist, verlieren wir auch wieder diese gegenwärtige Zeit, weil wir uns schon wieder über den nächsten Morgen Gedanken machen. Und so verlieren wir uns in der Unendlichkeit unserer Gedanken über die Zukunft, sodass unser Leben rasend schnell an uns vorbeizieht, wie Wasser, das durch unsere Finger rinnt.

Nach den Geboten des Mindfulness finden wir das Glück nicht im Morgen, sondern im Hier und Jetzt. Daher wird vor allem das Erleben der Gegenwart geschätzt, und das ist dieser Moment, in dem du diese Worte liest. Bist du dir dessen schon bewusst?

Mindfulness: Meditation und Konzentration

Es ist wichtig, zu wissen, dass die Meditation eine grundlegende Technik ist, um Mindfulness praktizieren zu können. Wir müssen vollkommen präsent und uns der Gegenwart bewusst sein, müssen beobachten, was passiert, doch ohne einzugreifen. Wir dürfen nur unser Bewusstsein arbeiten lassen.

Sobald wir dazu in der Lage sind, uns selbst zu beobachten und zu meditieren, müssen wir uns unserem alltäglichen Leben bewusst werden. Das heißt, wir müssen uns bemühen, uns nicht von anderen Dingen ablenken zu lassen und nicht so zu handeln, als wären wir Roboter. Doria erklärt, dass sogar das Zwiebelschälen unsere vollkommene Aufmerksamkeit und Konzentration benötige.

„Der Verstand ist ein flexibler Spiegel. Passe ihn an, um die Welt besser sehen zu können.“

Amit Ray

Wenn du glaubst, dass du dazu fähig bist, in gewissen Momenten nicht länger wie ein Roboter zu handeln, hast du bereits die Grundlage geschaffen, um mit Mindfulness zu beginnen. Was sind dann also die folgenden Schritte zum Ausüben dieser Praktik? Es gibt fünf Grundschritte, die du gehen musst und die wir dir im Folgenden vorstellen:

Halte inne und beobachte

Dieser erste Schritt verlangt von dir, dass du innehältst und dich beobachtest. Das bedeutet, dass du einen Moment lang in dich gehen und dir darüber bewusst werden sollst, was in deinem Körper und in deinem Kopf passiert. Konzentriere dich auf deine gegenwärtige Aufgabe und auf die dadurch bei dir entstehenden Gefühle und Emotionen. Auf diese Weise entkommst du deinem Unterbewusstsein und erlaubst deinem Verstand, sich zu entspannen.

Gehe einen Schritt zurück

Eine andere Art der Beobachtung, ist es, einen Schritt zurück zu machen. In diesem Fall müssen wir versuchen, uns selbst so zu sehen, als wären wir Zuschauer in unserem eigenen Leben. Verlasse deinen Verstand und beobachte dich von außen, um dir bewusster darüber zu werden, wie du bist. Du sollst nicht in diesem „Zuschauermodus“ verweilen, aber es ist auf jeden Fall positiv, dass du weißt, wie du dich schnell in ihn hineinversetzen kannst. In bestimmten Situationen kann es bereichernd sein, ein Problem aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Kehre in das Hier und Jetzt zurück

Der dritte von Doria vorgeschlagene Schritt, um in die Welt des Mindfulness abzutauchen, besteht darin, von Zeit zu Zeit unser Bewusstsein einzuschalten. Hierfür schlägt er uns vor, uns mehrere Male am Tag einen Alarm zu stellen, der uns an die Wichtigkeit dessen erinnert, innezuhalten, bewusst zu atmen und wieder zur Aufgabe zurückzukehren.

„Laufe so, als würdest du die Erde mit deinen Füßen küssen.“

Thich Nhat Hanh

Atme

Zu Beginn des Artikels sprachen wir von der Wichtigkeit der Atmung bei der Mindfulness-Übung. In diesem Fall betont Doria die Notwendigkeit, jeden Tag 40-mal ganz bewusst zu atmen. Beginne beim Zählen bei 1, wenn du ausatmest, und verändere nicht den Rhythmus, damit dein Verstand den Druck abbaut, der durch die alltäglichen Sorgen entstanden ist.

Akzeptiere deine neuen Gedanken und Gefühle

So sehr du dir auch deiner selbst bewusst bist, belagern Gefühle und Gedanken deinen Verstand unaufhörlich. Und wenn du nicht angemessen mit ihnen umgehst, werden sie dich aus dem Gleichgewicht bringen. Ganz gleich, ob es gute oder schlechte Emotionen oder Gedanken sind, heiße sie willkommen und schenke ihnen Beachtung. Laut Doria sei es förderlich, dankbar zu sein, wenn sie über uns kommen.

Hast du auch Lust bekommen, Mindfulness auszuprobieren? Dann denke daran, dass diese fünf Grundschritte notwendig sind, damit du lernst, dich selbst zu beobachten, zu meditieren und deinem alltäglichen Leben Beachtung zu schenken. Die Vorteile dieser Technik wirst du mit der Zeit feststellen und du wirst merken, dass du mit jedem Mal besser darin wirst.

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