Die 5 Konsequenzen einer toxischen Erziehung

28. März 2016 en Psychologie 4 Geteilt

Die Kindheit ist die Phase des Lebens, in der wir beginnen, die Welt kennenzulernen, uns zu entwickeln und mit all jenem umzugehen, was sich in unserer Umgebung befindet. Auf der anderen Seite ist es eine Zeit, in der wir besonders verwundbar und abhängig sind. Daher kann sich vieles, was in dieser Etappe geschieht, an unsere Wurzeln heften und im späteren Verlauf nur unter Schwierigkeiten geändert werden.

Dies gilt ebenso für eine glückliche wie auch für eine unglückliche Kindheit, und die späteren Ergebnisse sind völlig unterschiedlich. Wie im Lotto können wir Glück haben oder Pech, wir haben da wenig Mitspracherecht.

In TV-Serien oder Filmen gibt es oft die Rolle einer verwirrten Person, die eine Kindheit voller schwieriger zwischenmenschlicher Beziehungen hatte, auf direkte oder indirekte Weise.

trauriges-Kind

Aber was sind nun die tatsächlichen und am häufigsten auftretenden Folgen einer toxischen Kindheit? Wir analysieren sie im Folgenden.

1. Wir hatten keine schöne Kindheit

Diese Phase kehrt genauso wenig zurück wie alle anderen Phasen unserer Lebensgeschichte. Eine toxische Kindheit übersetzt sich in eine gewohnheitsmäßig traurige, unglückliche oder komplizierte Kindheit.

Weil wir all diese Jahre nicht in einer Weise leben konnten, die wir uns gewünscht hätten, hegen wir oftmals Groll gegen die Menschen, für die wir gleichzeitig die tiefsten Gefühle pflegen. Das heißt, dass unsere emotionalen Verflechtungen aus der Kindheit oftmals in einer Konfrontation von Liebe und Groll in uns überleben.

Daher sind die Gefühle, die wir verspüren, nicht zufällig da, sondern sie sind das Ergebnis einer späteren Bewertung der Ungerechtigkeiten, des Misstrauens, der Angst, der Vernachlässigung und der Demütigung, die wir damals erleben mussten.

Zeit-2

2. Wir haben nicht gelernt, gute Beziehungen zu anderen aufzubauen

In unseren ersten Lebensjahren beginnen wir, die Art, wie wir Beziehungen zu anderen aufbauen, zu entwickeln. Wir lernen, wie wir uns ausdrücken müssen oder wie wir mit Schweigen umgehen, um eine effektive Kommunikation zu erreichen.

Im Gegensatz dazu können falsche Muster wie Gewalt und Nötigung leicht erlernt und wiedergegeben werden. Umso schwieriger ist es aber, sie dann durch andere Verhaltensweisen zu ersetzen, wenn man sie eine Zeit lang als hilfreich und nützlich zur Erlangung eigener Ziele erlebt hat.

In diesem Sinn können sie die Entwicklung unseres sozialen und emotionalen Potentials einschränken, auch wenn wir grundsätzlich im Laufe der Zeit natürlich alles lernen können. Daher kann es passieren, dass wir irgendwann womöglich einen hohen Preis für unsere Schwerfälligkeit zahlen müssen.

3. Der Umgang mit dem Ego

Eine vergiftete, toxische Kindheit bezieht sich nicht nur auf fehlende Liebe und Zärtlichkeit oder auf die ständige Erfahrung der Gleichgültigkeit als ungerechtfertigte Strafe. Es hat auch mit dem Zusammenleben mit Menschen zu tun, die niemals ihre Irrtümer erkennen oder die ihr Kind über die Maßen beschützen und dadurch verhindern, dass es sich mit seinen eigenen Irrtümern auseinandersetzt, und die ein Bild der Unverletzlichkeit und einer weit entfernten Perfektion auf das Kind projizieren, die es niemals erreichen wird.

In solch einem Umfeld wächst die Person auf und glaubt, dass sie jemand ist, der sie nicht ist. So wird eine Unwissenheit erzeugt, die sie später sehr teuer bezahlen muss.

Stern

4. Emotionale Intelligenz

Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen… all diese Fächer sind mehr oder weniger Teil der Schulbildung. Aber etwas so Alltägliches und Nützliches wie der Umgang mit unseren Emotionen wird nicht berücksichtigt in diesen systematischen Bildungsplänen.

Auch wenn sich niemand die Mühe gegeben hat, uns den Umgang mit Emotionen zu lehren, heißt das nicht, dass wir ihn nicht erlernt haben. Wir haben ihn auf eigene Faust gelernt, indem wir andere beobachtet haben und ihn uns bei ihnen abgeschaut haben.

Eine toxische Kindheit hat daher oftmals viel damit zu tun, dass die Referenzpersonen oder nahestehenden Menschen über eine wenig entwickelte emotionale Intelligenz verfügten. Das ist extrem toxisch, da es uns in einem wesentlichen und grundlegenden Bereich unserer Persönlichkeit verletzlich gemacht hat.

5. Die spätere Erziehung von Kindern

Der Erziehungsstil, den wir erlebt haben, prägt das Drehbuch, nach dem wir als erwachsener Mensch die Erziehung der Kinder in unserem Umfeld gestalten wollen. Auch wenn es stimmt, dass wir in vielen Situationen gewisse Muster oder Verhaltensweisen auf unbewusste Weise wiederholen, lohnt es die Mühe, unser Leben in neue und gesündere Bahnen zu bringen.

Daher können auch die Personen, für die es wegen ihrer schwierigen Kindheit komplizierter ist, sich weiterzuentwickeln, all das entwickeln und ausbilden, dass ihnen in ihrer eigenen Kindheit niemals hätte verwehrt werden dürfen.

Auf diese Weise heben sie sich mit der Zeit mehr durch das ab, was sie erreicht haben, als durch jenes, was ihnen Schaden zugefügt hat, und sie verwandeln sich in Menschen, die Bewunderung verdienen.

Auch interessant