Die 5 emotionalen Geschenke des weiblichen Gehirns

· 21. Juli 2016

Sei es aufgrund kulturelle Unterschiede oder wegen ihrer Biologie – Männer und Frauen neigen dazu, Emotionen unterschiedlich zu handhaben. Das ist deswegen so, weil männliche und weibliche Gehirne auf verschiedene Art und Weise funktionieren. Und man könnte in so mancher Situation tatsächlich annehmen, dass Männer und Frauen in verschiedenen Welten leben.

Es ist ganz normal, dass es Frauen manchmal frustriert, wenn sie auf emotionaler Ebene mit männlichen Mitmenschen interagieren sollen. Andererseits ist es typisch für Männer, Frauen ab und an hellseherische Kräfte zuzusprechen. Und in gewisser Weise stimmt das auch. Das weibliche Gehirn ist Experte darin, Mimik und Gesten zu analysieren, Stimmlagen zu interpretieren und emotionale Nuancen zu identifizieren.

Aber auch der Experte ist natürlich nicht unfehlbar; manchmal macht auch das weibliche Gehirn Fehler, insbesondere deshalb, weil „emotionaler Input“ nicht objektiv ausgewertet werden kann.

1. Die Begabung der starken Emotionen

Starke Emotionen sind keine spontanen Zustände. Es handelt sich hierbei um intensive körperliche Empfindungen, die dafür verantwortlich sind, dem Gehirn besonders wichtige Nachrichten zu vermitteln. Durch diese starken Emotionen können Frauen beispielsweise ein starkes Mitgefühl für einen anderen Menschen, für ihren Partner mit seinen Zweifel im Hinblick auf seine Karriere oder den Freund im Glück, weil er seine Ziele erreicht hat, empfinden.

Das weibliche Gehirn arbeitet anders als das der Männer - Frau schaut zum Horizont und denkt nach

Laut Louann Brizendine habe das damit zu tun, dass das weibliche Gehirn und seine Neurone, die für das Verstehen von körperlichen Empfindungen zuständig seien, stärker aktiv seien als ihr Pendant bei den Männern. Weiterhin spiele auch der Östrogenspiegel eine bedeutende Rolle, denn dieses Hormon ermögliche es dem weiblichen Gehirn, Emotionen anderer besser nachzuvollziehen.

Es ist so, dass die Hirnareale, die für Emotionen verantwortlich sind, im weiblichen Gehirn größer sind, wie wissenschaftliche Studien es auch bestätigen. Denken wir doch einmal an Momente, in denen eine Frau nur aufgrund ihres Bauchgefühls eine wichtige Entscheidung trifft: In solchen Momenten werden bestimmte Bereiche des Gehirns aktiviert, wie zum Beispiel die Insulrinde und der Gyrus cinguli. Diese Strukturen sind fürs Vorhersagen, Bewerten, Kontrollieren und Integrieren negativer Emotionen verantwortlich. Ihre intensive Aktivierung wiederum sorgt dafür, dass eine Frau den Anstieg ihrer Herzfrequenz oder Schmetterlinge im Bauch als sehr intensive Emotionen wahrnimmt.

2. Die Begabung, Emotionen zu sehen

Studien zufolge verleiht das weibliche Gehirn Frauen die Begabung, Gedanken, Ideen und Intentionen anderer auf Basis minimaler Hinweise schnell zu erkennen. Man vermutet, dass diese Begabung auf die Aktivität der Spiegelneuronen zurückzuführen sei, die das Beobachten, das Imitieren und das Reflektieren von Gesten, Haltung, Blicken und Gesichtsausdrücken von anderen Menschen erlauben.

Das weibliche Gehirn ist besonders gut darin, in dieser Art „emotionalen Spiegel“ zu lesen, und deshalb könnte man sagen, dass sie Emotionen förmlich „sehen“ können.

Frau spricht zu einem Vogel

3. Die Begabung, kleinste Hinweise zu erkennen

Dieser Punkt kann zuweilen mehr eine Gefahr als ein Geschenk sein. Frauen sind in der Regel darin geübt, mit Traurigkeit umzugehen, da sie aufgrund ihrer biologischen Prädisposition oft mit intensiven Emotionen leben müssen.

Aus Studien geht hervor, dass Frauen Emotionen beinahe ausschließlich auf Basis non-verbaler Kommunikation verstehen. Das führt oft dazu, dass sie den kleinen Details Aufmerksamkeit schenken, und dass sie die Fähigkeit haben, es zu erkennen, wenn etwas nicht gut läuft, denn emotionale Veränderungen im Gegenüber nehmen sie auch dann war, wenn sie sehr subtil sind.

4. Die Begabung des emotionalen Gedächtnisses

Das weibliche Gehirn erinnert sich an Beziehungen wie an einen ganzen Film, nicht nur an Szenen. Emotionen werden tatsächlich im Kontext als Erinnerungen abgespeichert. Die Amygdala bewertet dabei jedes Erlebnis im Hinblick auf seine emotionale Intensität. Deshalb fällt es Frauen leichter, Informationen zu kodieren, abzuspeichern und gemeinsam mit den zugehörigen Emotionen auch wieder abzurufen, als wären sie Teile detaillierter, hochauflösender Fotografien.

5. Das weibliche Gehirn kann nicht gut mit Wut umgehen

Obwohl Männer und Frauen behaupten, Wut auf die gleiche Art und Weise zu fühlen, ist ihre Art, sie auszudrücken und zu verarbeiten, sehr verschieden: Es wurden strukturelle Unterschiede in der Amygdala, dem Zentrum von Angst, Wut und Aggression, gefunden, und die Amygdala der Männer ist meist größer.

Frau fühlt mit einem Elefanten

Mit anderen Worten hat die Art und Weise, wie Frauen mit Wut umgehen, nicht nur mit sozialen und erzieherischen Normen zu tun, sondern auch mit der Tatsache, dass das weibliche Gehirn anders aufgebaut ist als das der Männer.

6. Die Begabung intensiver Sensibilität

Es ist nicht verwunderlich, dass Frauen einen Großteil der besonders empfindlichen Menschen ausmachen. Angst, Stress, Gene, Östrogen, Progesteron und die Biologie des Gehirns spielen so zusammen, dass das Risiko, an emotionalen Störungen Depressionen und Angstzuständen zu erkranken, bei ihnen höher ist.

Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass das weibliche Gehirn eine große Kapazität hat, wenn es um das Verarbeiten von Emotionen geht. Wir hoffen, dass du jetzt, nachdem du diesen Artikel gelesen hast, besser verstehen kannst, dass jeder Mensch seine eigene körperliche, psychologische und soziale Realität lebt, und das Frauen anders sind als Männer. Wer mehr zu diesem Thema erfahren will, dem empfehlen wir das Buch Das weibliche Gehirn  von Louann Brizendine.