Die 10 Regeln des Lebens nach Miyamoto Mushashi

25. März 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Miyamoto Mushashi und seine Regeln des Lebens

Miyamoto Mushashi lebte im feudalen Japan und war ein berühmter Samuraikrieger. Für die Samurai war die persönliche Entwicklung seit jeher von größter Bedeutung. Und nur durch sie konnte man zu einem guten Kämpfer werden. So war der Kampf für Miyamoto, einen dieser fernöstlichen Krieger, ebenso viel mehr als nur ein Gefecht. Und diese Erkenntnis brachte er zu Papier; er ist der Autor des allseits bekannten Werks Das Buch der fünf Ringe.

Zu seinem Bekanntheitsgrad trug außerdem bei, dass er zwei Wochen vor seinem Tod eine Liste der wichtigsten Regeln für das Leben schrieb. Dies tat er, um zu vermitteln, wie man Selbstdisziplin erlernen kann. Miyamotos Regeln des Lebens haben die Zeit überdauert, genauso wie es bei den europäischen Klassikern der Fall ist. In ihnen spiegelt sich die Weisheit der Samurai wider, die ihr Leben mutig und würdevoll gelebt haben. Wir haben diese Regeln zehn Tendenzen zugeordnet, die wir nachfolgend mit euch teilen möchten.

„Willst du eine Stunde lang glücklich sein, dann mache ein Nickerchen. Willst du einen Tag lang glücklich sein, dann gehe angeln. Willst du ein Jahr lang glücklich sein, erbe ein Vermögen. Willst du dein ganzes Leben lang glücklich sein, dann hilf jemandem.“

Chinesisches Sprichwort

1. Akzeptanz, die erste Regel des Lebens

Die erste Regel des Lebens ist es, das Leben so zu akzeptieren, wie es ist. Akzeptanz bedeutet nicht Verzicht, sondern Demut. Das Leben ist, was es ist. Vieles hängt von der persönlichen Einstellung ab, davon, ob wir von Umständen lernen, die wir nicht notwendigerweise gewählt haben, mit denen wir jedoch auskommen müssen und auf die wir auf verschiedene Art und Weise schauen können.

Akzeptiert man die Realität nicht, hat das permanentes Leiden zur Folge. Dies führt zu einem inneren Kampf, den man stets verliert. Auf der anderen Seite führt das Akzeptieren dazu, dass wir aus der Situation lernen können.

2. Denke ein wenig an dich und viel an andere

Wer aufhört, über sich selbst nachzudenken, wird verrückt. Baue eine Mauer zur Außenwelt auf und lasse dich nicht von ihren Unsicherheiten beeinflussen. Es ist nicht nur richtig, an sich selbst zu denken, sondern wichtig. Man muss es sich selbst erlauben.

Wahre Glückseligkeit besteht allerdings darin, anderen zu dienen. Die Zufriedenheit, etwas Gutes zu tun, lässt sich mit nichts anderem vergleichen. Wer großzügig ist, zeigt auch, dass er mächtig ist. Schließlich ist es das, was einem erlaubt, sich selbst wertzuschätzen. Achte deshalb darauf, in deiner Mauer jede Menge Platz für Türen und Fenster zu lassen.

Junger Mönch sitzt vor einer Buddhastatue

3. Lerne, das Verlangen loszulassen

Verlangen kann zu ewiger Unzufriedenheit führen, wenn man es als Sehnsucht nach dem, was man nicht hat, versteht. Es ist wie ein Fass ohne Boden. Je mehr man hat, desto mehr will man. Das Verlangen zu befriedigen wird somit immer schwieriger.

Miyamoto kämpfte, wie viele Asiaten es auch heute noch tun, gegen das Verlangen. Wer viel begehrt, erntet Frust. Die wirkliche Macht besteht in der Fähigkeit, loszulassen. Wer wenig braucht, ist mit wenig glücklich.

4. Vermeide Reue

Reue verursacht großes Leid. Das Schlimmste ist, dass es sich dabei um ein nutzloses Gefühl handelt. So definiert es Miyamoto in seinen Regeln des Lebens. Er betont, dass man Fehler nicht verurteilen sollte, sondern dass sie vielmehr als mit unserer Natur verbundene Ereignisse zu betrachten sind.

Jede unserer Handlungen lehrt uns etwas und verändert uns auf irgendeine Weise. Deshalb ist kein Erlebnis verachtenswert. Wichtig ist, aus ihm zu lernen.

5. Beseitige die Beschwerden und den Groll

Beschwerden und Groll tragen nur dazu bei, negative Energie auf eine andere Person zu übertragen. Wer von ihnen betroffen ist, quält sich. Zudem machen sie keinen Sinn, denn anstatt uns zum Handeln zu bewegen, lähmen sie uns.

Nach Miyamotos Regeln des Lebens vergiften Beschwerden und Groll die Person, die sie fühlt. Sie sind nutzlos und nehmen positiven Gefühlen den Raum.

Frau streckt ihre Hände zu fliegenden Tauben aus

6. Verabschiede dich von Dingen, die du nicht brauchst

Materielles beeinflusst unsere Emotionen und die Art, das Leben zu sehen. Hängen wir uns zu sehr an es, übernimmt es die Kontrolle über uns. Unser Bewusstsein ist daher nicht frei.

Dies gilt insbesondere für die Dinge, die wir nicht mehr brauchen, an denen wir aber dennoch festhalten. Schließlich werden wir immer unsicherer und unflexibler. Deshalb besteht eine Regel des Lebens darin, sich von Unnützem freizumachen.

7. Folge nicht blind den Überzeugungen anderer

Diese Regel empfiehlt, auf unser Urteilsvermögen zu hören. Vertraue auf deinen Menschenverstand. Respektiere deine eigenen Überzeugungen und Werte. Sonst verwandelst du dich in eine Person, die manipulierbar ist.

Niemandem muss gesagt werden, was richtig oder falsch ist. Wir haben alle die Fähigkeit, dies für uns selbst zu entscheiden. Anderen blind zu folgen, bedeutet daher, uns selbst zu betrügen.

8. Bewahre dir deine Würde

Würde ist ein fast vergessenes Wort. Sie hat mit Selbstliebe zu tun. Damit, dass unser Verhalten stets mit unseren Werten vereinbar sein soll. Wie eine Art Kompass, der in Richtung Stolz zeigt.

Ihre Würde ist das Wertvollste, das eine Person besitzt. Ein würdiger Mensch inspiriert Respekt und Achtung. Er vertraut auf den guten Willen und die Rücksichtnahme anderer, einschließlich seiner Feinde. So gibt Würde dem Leben eine sehr intime und persönliche Note.

Mann vor Sonnenuntergang

9. Liebe sollte nicht mit Zuneigung verwechselt werden

Im Allgemeinen sind Emotionen impulsive Reaktionen. Denkt man über sie nach, verwandeln sie sich in Gefühle. Diese gehen tiefer und wiegen schwerer. Sie sind mit unseren Werten und weniger mit unseren Bedürfnissen verbunden.

Liebe ist ein außergewöhnliches Gefühl. Manchmal bezeichnen wir jedoch eine blinde und vorübergehende Emotion als Liebe. Dies geschieht, wenn Liebe von dem Appetit auf etwas oder von einer Bindung inspiriert wird. Diese Art der Liebe schadet mehr, als das man von ihr profitiert.

10. Fürchte den Tod nicht

Wir sind nun einmal sterblich und es ist ganz natürlich, dass das Leben irgendwann endet. Wir sollten uns weder vor dem eigenen noch vor dem Tod unserer Liebsten fürchten. So besiegen wir die Angst vor dem Tod, die sonst unser Leben bestimmt. 

Miyamotos Regeln des Lebens haben aufgrund der ihnen innewohnenden großen Weisheit die Zeit überdauert. Sie sprechen die Realität, die Demut sowie den inneren Frieden an. Sie fordern uns dazu auf, uns auf das Wesentliche und nicht auf das Scheinbare oder Unwichtige zu konzentrieren.

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