Der Tag, an dem mein Kind aufgrund von sexuellem Missbrauch sein Lächeln verlor

· 26. Juli 2017

Es gibt Artikel, die man lieber nicht schreiben möchte, weil es Worte gibt, die uns so sehr wehtun. Aber seitdem mein Kind wegen sexuellen Missbrauchs im Kindesalter sein Lächeln verlor, denke ich, dass ich die Symptome, die es zeigte, während all das geschah, vielleicht hätte erkennen und so all sein Leid hätte vermeiden können.

Damit du und deine Freunde nicht auch diesen nicht zu beschreibenden Schmerz erleben müsst, weil jemand, der keine Seele hat und einem Kind unerträgliches Leid zufügt, hoffe ich, dass du diesen Artikel dennoch liest. In diesem Artikel werde ich jene Anzeichen und Merkmale erklären, die dein Kind aufweisen könnte, wenn es sexuell missbraucht wird. Darüber hinaus möchte ich darauf eingehen, wie wir Eltern unserem Kind helfen können, mit diesem Trauma fertig zu werden.

Ich weiß, dass dieser Artikel schwere Kost ist, aber ich weiß auch, dass diese Worte andere Kinder davor schützen können, dass ihnen das Gleiche passiert. Ich wünschte, man müsste in dieser Welt nicht über diese Themen schreiben, doch unglücklicherweise existiert dieser Art von Missbrauch und unsere Kinder sind potenzielle Opfer.

Ich wünschte, ich könnte meine Kinder vor all dem Übel dieser Welt beschützen, vor allem Leid, und ich wünschte, sie wären unendlich glücklich. Ich weiß, dass das nicht geht, aber ich kann sie sehr wohl so erziehen, damit man ihnen nicht so leicht wehtun kann.

Sexueller Missbrauch bei Kindern: ein verschwiegenes Trauma

Sexueller Missbrauch bei Kindern findet häufiger statt, als wir glauben, da wir laut offiziellen Daten gerade einmal 2% der Fälle kennen. Der Grund dafür ist, dass sich ein Mädchen oder Junge fast immer schämt, Angst hat und sich sogar schuldig fühlt, wegen dem, was ihm widerfährt.

Das passiert, weil der sexuelle Missbrauch des Kindes nicht Aggressionen umfasst, sondern oftmals auch eine perverse emotionale Manipulation,  die den pädophilen Erwachsenen gegenüber dem wehrlosen Kind in eine absolute Machtposition versetzt und es zum Schweigen bringt.

Ein pädophiler Erwachsener manipuliert sein Opfer, um es zum Schweigen zu bringen. Er redet er dem Kind Schuldgefühle ein oder bringt es so weit, dass es Angst vor der Zurückweisung seiner Eltern hat, wenn diese erfahren würden, was geschieht.

Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass die meisten sexuellen Übergriffe auf Kinder von einem Familienmitglied ausgeführt werden. In diesen Fällen schweigen oft die Erwachsenen selbst, weil sie sich vor dem fürchten, was andere sagen könnten, anstatt dem Opfer zu helfen. Aber nicht nur in der Familie kann sexueller Missbrauch von Kindern stattfinden. Menschen, die tagtäglich mit deinem Kind verkehren, wie Lehrer, deine Freunde oder andere Erwachsene und sogar Fremde können dein Kind sexuell missbrauchen.

Besorgniserregende Anzeichen für einen möglichen sexuellen Missbrauch des Kindes

Die Anzeichen dafür, dass ein Kind sexuell missbraucht wird, sind sehr unterschiedlich. Einige Symptome können die folgenden sein:

  • Veränderungen im Verhalten: Gemütsschwankungen oder übermäßig starke Zurückhaltung im Vergleich zu seinem gewöhnlichen Verhalten können Hinweise darauf sein, dass unserem Kind etwas Schlimmes widerfährt.
  • Albträume oder Einnässen: Der Weg zurück hin zu kindlichen Verhaltensweisen und Angst sind eindeutige Anzeichen für einen Missbrauch.
  • Angst vor bestimmten Orten oder Menschen: Die Angst vor bestimmten Orten, an denen ihm etwas zugestoßen ist, besonders, wenn diese zuvor kein Problem darstellten, kann auf sexuelle Übergriffe hindeuten.
  • Der Gebrauch von sexueller Thematik beim Malen oder Spielen, so wie auch das Benutzen sexueller Begriffe: Hier sollten wir hellhörig werden, denn für kleine Kinder ist das keinesfalls normal.
  • Schmerzen, Verletzungen oder Blutungen in seinem Intimbereich: In diesem Fall wäre es sehr wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um einen sexuellen Missbrauch oder Erkrankungen der Harnwege festzustellen.

Wie soll ich mich meinem Kind gegenüber verhalten, wenn es missbraucht wurde?

Zuallererst musst du dir darüber im Klaren sein, dass du keine Schuld daran hast, dass dein Kind sexuell missbraucht wurde. Es gibt kein Geheimrezept dafür, zu vermeiden, dass unsere Kinder eines Tages das Opfer von sexuellen Übergriffen werden, denn, wie wir bereits gesagt haben, werden diese mitunter von Menschen ausgeübt, denen wir vollkommen vertrauen, wie Familienmitglieder oder Lehrer.

Daher solltest du als erste Maßnahme eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Kind aufbauen bzw. diese stärken. Hierfür ist es notwendig, dass es weiß, dass du ihm zuhören, glauben und es vor allem beschützen wirst, wenn es den Schritt wagt, sich dir anzuvertrauen. Es muss das Gefühl haben, dass du für es da bist, auch wenn es denkt, dass es etwas falsch gemacht hat, denn das ist genau das, was das betroffene Kind fühlt. Es ist davon überzeugt, dass es etwas Schlimmes getan habe und schuld an dem Geschehene sei. Wenn du mit ihm redest, musst du geduldig sein und ihm verständlich machen, dass du es immer lieben wirst, ganz egal, welchen Fehler es auch gemacht haben mag oder machen wird, dass deine Unterstützung bedingungslos ist und du ihm glaubst.

Wenn dein Kind das Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist, sind weder du noch dein Kind daran schuld.

Falls dein Kind unglücklicherweise sexuell missbraucht wurde und es sein Lächeln deswegen verloren hat, versuche nicht, es zu sehr zu beschützen oder ihm einen Stempel aufzudrücken, es oder dich selbst zu beschuldigen. Das Beste, das du tun kannst, ist, ihm zu sagen, dass es sich mitteilen kann, und ihm das Gefühl zu geben, gehört zu werden, es zu lieben und ihm klarzumachen, dass es keinerlei Verantwortung dafür trägt, was passiert ist.

Daneben ist es deine Aufgabe, ihm zu verdeutlichen, dass du verstehst, dass ihm etwas sehr Schlimmes widerfahren ist, es mutig war, sich dieser Situation zu stellen, und du ihm sowohl medizinische als auch psychologische Hilfe anbietest. Du darfst nicht vergessen, dass es jemand zwar geschafft hat, deinem Kind eine Zeit lang sein Lächeln zu nehmen, doch gestohlen hat er es ihm nicht und mit der Zeit und einer angemessenen Hilfe wird es wieder zum Vorschein kommen.

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