Der ruhige Geist: Das Geheimnis der Entspannung

· 6. September 2018

Ein ruhiger Geist ist schwerelos, transparent, frei und glänzend wie die Meeresoberfläche. Der Egoismus verschwindet, der äußere Druck ist aufgehoben und diese inneren Stürme von Besessenheit und negativen Gedanken verlieren ihre Intensität. Nichts ist so gesund und entspannend, wie unser Geist und unsere Gedanken, die uns inmitten des Chaos Ruhe finden lassen.

Gordon Hempton, ein bekannter Forscher der Umweltakustik, erklärt uns, dass Stille eine vom Aussterben bedrohte Spezies sei. Darüber hinaus, laut dem Experten für Natur, seien Klang und Wohlbefinden, Stille und Ruhe überlebenswichtig. Diese letzte Aussage mag etwas übertrieben erscheinen, aber im Prinzip ist sie absolut richtig und bedeutsam für uns alle.

„Gelassenheit ist die Empfindung eines ruhigen Geistes.“

Debasish Mridha

Die Menschen verlieren ihre Fähigkeit, zu hören. Wir beziehen uns mit dieser Aussage nicht nur auf die Fähigkeit des Hörens selbst, die uns darauf aufmerksam macht, was in unserer Umgebung geschieht oder welche äußeren Reize eine Reaktion in uns hervorrufen. Vielmehr geht es uns darum, dass die Menschen kaum noch auf sich selbst hören. Das Schweigen, so Gordon Hempton, zwinge uns normalerweise, vor uns selbst anwesend zu sein und mit uns ehrlich zu sein. Es sei eine Möglichkeit, unsere Seelen und Gedanken zu entblößen und unsere Herzen zu öffnen, um die Wahrheit zu finden.

Daraus können wir schließen, dass ein ruhiger Geist ein Weg ist, unsere innere Welt zu erweitern. Eine Möglichkeit, sich mit dem zu beschäftigen, was uns umgibt und wer wir sind. Es zeigt auf, wo und wie wir in unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden investieren sollten. Es ist also etwas, dem wir jeden Tag nachgehen sollten.

In einer anderen Welt beugt ein Mädchen seinen Kopf, als rote Kugeln vom Himmel regnen.

Der Verstand als primäre Quelle der Erschöpfung

Seien wir ehrlich, manchmal ist der Geist wie ein Tier mit grenzenloser Energie. Er ist unermüdlich, ruhelos und verschlingt alles. Er kann uns verwirren und so auf heimtückische Art und Weise zu unserem schlimmsten Feind werden. Denn unser Verstand versteht nicht, was Ruhe ist. Er hat kein Problem damit, uns aufzuwecken, uns wachzuhalten und uns nutzlose Gedanken und fixe Ideen einzutrichtern. Unser Geist vernebelt sich und wir verlieren uns im Ozean der Angst und Depression.

Meister Eckhart, ein bekannter Dominikaner und deutscher Philosoph des dreizehnten Jahrhunderts, sagte, dass der einzige Weg, innere Angst zu bezwingen, im Schweigen liege. Seiner Meinung nach können die Stille und Abwesenheit von Geräuschen um uns herum wie ein reinigendes Feuer wirken. Sie seien wie ein stilles Haus, in dem unsere Seele intuitiver würde, in dem unsere Augen schärfer würden und sich unser Wissen vertiefe.

Die Überlegungen, die Eckhart vollzogen hat, grenzen an mystische Gedankengänge. So viel steht fest. Wie dem auch sei, im Laufe der Geschichte haben Religion und Spiritualität immer wieder bewiesen, wie viel Bedeutung sie dem Schweigen beimessen. Buddha erklärte ebenfalls, dass das Trainieren eines ruhigen Geistes der Weg sei, Erschöpfung, Lügen und Selbstsucht zu beenden.

Der ruhige Geist ist im Grunde genommen nichts, was sich von der Realität entfernt oder sie vermeidet. Ganz im Gegenteil, er ist immer hellwach und alarmbereit. In erster Linie versucht er das Wesen der äußeren und inneren Wirklichkeit zu verstehen.

„Schweigen ist der einzige Freund, der dich niemals verrät.“

Konfuzius

Eine Traumgestalt balanciert eine rote Kugel auf der Nase.Der ruhige Geist und entspanntes Denken

Es ist klar, dass unser Verstand uns mental aussaugen kann. Menschen entspannen ihren Geist mit Praktiken wie Meditation, Achtsamkeit und Yoga. Wahrscheinlich hat man sie auch dir empfohlen. Vielleicht hast du sie sogar ausprobiert – erfolglos – und dann entschieden, dass das für dich nicht funktioniert.

Wir befürworten die Meditation mit geschlossenen Augen nicht, so bekannt sie auch sein mag. Um einen ruhigen Geist zu trainieren und von ihm zu profitieren, gibt es viele andere Möglichkeiten, die ebenfalls für Stille sorgen. Der Schlüssel liegt, wie bei allem im Leben, darin, die Antwort zu finden, die unseren Bedürfnissen und unserer Persönlichkeit am ehesten entspricht. Hier sind einige Grundsätze, die dich zum Nachdenken anregen sollen.

5 Prinzipien zum Trainieren des ruhigen Geistes

  • Das erste Ziel, so seltsam es auch erscheinen mag, besteht darin, keine Angst mehr vor der Stille zu haben. Es wird uns schwerfallen, es zuzugeben, aber es ist eine unbestreitbare Wahrheit. Etwas so Einfaches, wie die Zivilisation hinter sich zu lassen und in völliger Einsamkeit zu sitzen, ist für viele Menschen einfach nur beängstigend.
  • Das Schweigen berührt uns und lässt uns fühlen, als hätte man uns etwas „geraubt“. Dieses „Etwas“ ist jedoch oft nur etwas Oberflächliches, das wir mit uns herumschleppen. Dinge, die unserem Geist Streiche spielen. Wir müssen furchtlos sein und der Stille erlauben, uns zu umgeben. Wir müssen ihre Nähe genießen und bereit sein, den unnötigen Ballast in unserem Leben loszulassen.
  • Eine Stunde Einsamkeit am Tag. Um einen ruhigen Geist zu formen, müssen wir lernen (oder wieder lernen), allein zu sein. Die Einsamkeit, die wir für eine bestimmte Zeit frei wählen, ist in jeder Hinsicht gesund, kathartisch und verjüngend.
  • Mit uns selbst mitfühlen. Um unseren ruhelosen, unersättlichen Geist und seine negativen Gedanken zu beruhigen, müssen wir echtes Einfühlungsvermögen für uns selbst erlernen. Wenden wir unseren Blick dazu nach innen. Suchen wir diese „innere Stimme“, die uns sagt: Alles ist in Ordnung. Beruhige dich, hör auf diese Gedanken zu haben. Fokussiere dich. Alles wird von nun an besser. Lerne, die Stille zu schätzen.“
  • Entschleunigen bedeutet nicht, dass wir Zeit verschwenden würden. Eine andere bemerkenswerte Strategie besteht darin, zu lernen, Aktivitäten während des Tages langsamer auszuführen. Wir müssen verstehen, dass es unterm Strich nicht immer mehr Zeit kostet, etwas langsamer zu werden. Wenn wir unser Leben entschleunigen, erlaubst wir uns, den Moment zu schätzen. Das wird für unsere geistige Gelassenheit enorm förderlich sein.

    Wer, wie diese Frau, allein in der Natur sitzt, muss wohl einen ruhigen Geist haben.

Fazit

Zusammenfassend ist der ruhige Geist nicht nur ein abstraktes Konzept. Es ist weder unmöglich, noch ausschließlich von jenen zu erlangen, die seit Jahren meditieren. Diese Art von entspanntem Denken erfordert einen starken Willen, Selbstbeherrschung und eine gute Portion Eigenliebe. Überzeuge dich selbst, dass dein Geist nicht dein schlimmster Feind ist und auch niemals sein sollte.