Depression im Alter – wie manifestiert sie sich?

· 6. Mai 2019

Depressionen sind keine homogene, einheitliche Angelegenheit. Je nach Individuum oder spezifischeren Variablen, wie z. B. der Altersgruppe, können sie sich auf unterschiedliche Weise zeigen. Im Falle von Depressionen im Kindesalter ist der Betroffene beispielsweise nicht traurig oder niedergeschlagen, sondern oft von Irritation und Wut gekennzeichnet. Darüber hinaus neigen Kinder dazu, mehr physiologische Symptome und Schlafstörungen aufzuweisen.

Auf der anderen Seite deuten epidemiologische Daten darauf hin, dass Depressionen bei älteren Menschen auch einen bestimmten Verlauf und eine bestimmte Erscheinungsform haben. Eine unspezifische Behandlung führt daher häufig nicht zum gewünschten Erfolg.

Manchmal werden die Symptome einer Depression im Alter als Teil desselben angesehen und nicht genügend beachtet. Darüber hinaus sind die Medikamente, die für die Behandlung ausgewählt werden, in vielen Fällen nicht an die Bedürfnisse des Patienten angepasst.

Die Präsentation der Depression im Alter ist in der Regel untypisch – wenn wir die Altersvariable nicht berücksichtigen -, gerade wegen der Schwierigkeit für viele ältere Menschen, Anomalien in Bezug auf ihre Stimmung auszudrücken, weshalb es zu somatischen Beschwerden kommt. Es ist üblich, dass sie über Schlafstörungen, Energiemangel, lokale oder unspezifische Schmerzen klagen. Das resultiert in der Tatsache, dass Fachleute die Symptome eher mit einer organischen Erkrankung als mit einer depressiven Störung in Verbindung bringen. Häufig wird aufgrund dieser Überschneidung zwischen physischem und psychischem Leiden letzteres maskiert.

Älterer Mann ist depressiv

Merkmale der Depression im Alter

Es besteht ein relativer Konsens in der wissenschaftlichen Literatur darüber, dass die Depression im Alter weitgehend mit folgenden Merkmale verbunden ist:

  • Längere Episoden, die resistenter gegen pharmakologische Behandlung sind
  • Weniger Stimmungsschwankungen
  • Betroffene äußern weniger Gefühle der Wertlosigkeit oder Schuld wie Erwachsene mittleren Alters.
  • Sie leiden stärker unter Alexithymie, d. h. der Schwierigkeit, ihre Emotionen verbal auszudrücken.
  • Kognitive Dysfunktion
  • Sie haben oft Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
  • Vorhandensein von negativen Symptomen wie Apathie, affektiver Verflachung, mangelndem Augenkontakt oder Reaktivität auf die Umgebung
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Psychomotorische Agitation bei starker Angst oder, im Gegenzug, atypische Hemmung
  • Körperliche Symptome, die die geistigen überschatten, aber auch Hypochondrie
  • Signifikante Häufung von Schlafstörungen, insbesondere Schlaflosigkeit und Hypersomnie
  • Erhöhtes Selbstmordrisiko, insbesondere bei Männern und vor allem, wenn sie allein leben

Die Bedeutung der sozialen Unterstützung bei Depression im Alter

Die Prävention von Depressionen bei älteren Menschen ist von entscheidender Bedeutung. Zu diesem Thema haben die Forscher Lowenthal und Haven eine Abhandlung verfasst, die die Bedeutung einer Vertrauensperson für Senioren demonstriert.

Die Tatsache, dass ältere Menschen soziale Unterstützung erhalten, verbessert nicht nur ihre psychische, sondern auch ihre körperliche Gesundheit.

Ältere Menschen mit sozialer Unterstützung sterben haben über einen definierten Zeitraum eine geringere Sterbewahrscheinlichkeit als Menschen ohne soziale Unterstützung. Es hat sich auch gezeigt, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen sozialer Unterstützung (Ehe, zwischenmenschliche Beziehungen, Zufriedenheit mit dem Umfeld, etc.) und dem Risiko auf koronare Herzkrankheit gibt: Je solider erstere, desto geringer letzteres.

Auf der anderen Seite ist soziale Unterstützung mit der Aufrechterhaltung eines gesundheitsfördernden Verhaltens sowie einer besseren Compliance bei medizinischer Behandlung verbunden. Zufriedenstellende soziale Beziehungen im Alter stärken das Selbstwertgefühl und reduzieren Stress.

In Bezug auf die psychische Gesundheit ist eine kritische Variable die Einsamkeit. Ältere Menschen, die allein sind oder sich allein fühlen, leiden viel häufiger an einer Depression. Soziale Unterstützung ist wie ein schützendes Schild gegen Stress und Angst. So hängt die Dichte des Netzwerks von Beziehungen im hohen Lebensalter, die Präsenz von Freunden, mit denen Senioren Hobbys, Freizeit und Interessen teilen, mit einer besseren Anpassung an den Ruhestand zusammen.

Soziale Unterstützung kann übrigens nicht nur von Menschen kommen, sondern auch von Tieren.

Ältere Frau ist bedrückt

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Menschen, die ihre Zeit in Gesellschaft anderer genießen, ein Haustier haben – kurz gesagt, merken, dass sie nicht allein sind – im Alter mit geringerer Wahrscheinlichkeit an Depressionen leiden. Ihre Gesundheit ist besser und deshalb sind sie weniger auf ärztliche und psychologische Unterstützung angewiesen. Prävention bedeutet in diesem Sinne, so weit wie möglich zu verhindern, dass ältere Menschen allein gelassen werden, und Behandlungsperspektiven zu entwickeln, die ihr Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit steigern.

  • Belloch, A., Sandín, B. y Ramos, F (2008). Manual de psicopatología. Volúmenes I y II. McGraw-Hill.Madrid