Depression durch Coronavirus: Wir müssen diese Pandemie verhindern!

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 könnte eine weitere Epidemie auslösen, denn Depressionen nehmen weltweit zu. Die mentale Gesundheit ist zu einem Notfall geworden. Deshalb sind präventive und behandelnde Maßnahmen in Zeiten des Coronavirus eine Priorität!
 

Die weltweite Corona-Pandemie könnte eine zusätzliche Epidemie zur Folge haben. Ohne fatalistisch sein zu wollen, kann man bereits die ersten Symptome erkennen. Wir sprechen von depressiven Störungen. Die Gefahr für eine Depression durch Coronavirus ist leider sehr groß, da unterschiedliche Faktoren zusammenspielen, welche sich sehr negativ auf die emotionale Verfassung vieler Menschen auswirken.

Negative Emotionen, Unsicherheit und Ungewissheit, Erschöpfung, fehlende Kontrolle und auch das Gefühl der Leere können die mentale Gesundheit stark beeinträchtigen.

Liebend gerne würden wir bestätigen, dass dies nicht passieren wird. Wir könnten Hoffnung schöpfen und verbreiten, wenn wir der „Psychologie des Volkes“ glauben schenken würden, die versichert, dass wir aus Widrigkeiten und Schicksalsschlägen gestärkt und weiser hervorgehen.

Es ist richtig, dass dies bei manchen Menschen zutreffend sein kann. Die Neurowissenschaft weist uns darauf hin, dass manche Personen tatsächlich die Fähigkeit haben, Stress geschickt zu managenSie zeichnen sich durch die Fähigkeit der Resilienz aus und sind auf schwierige Zeiten vorbereitet.

Doch nicht jeder verfügt über diese psychische Widerstandskraft. Nicht jeder kommt mit dieser außergewöhnlichen Kraft zur Welt, um sich Veränderungen und negativen Situationen, Krisen, Verlusten und der Ungewissheit auf diese Weise zu stellen.

 

Leider ist die Annahme, dass viele während und nach der Pandemie an Gemütsstörungen leiden werden, nicht abwegig. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Anzahl an depressiven Menschen stark erhöhen wird, ist hoch, deshalb müssen wir entsprechend darauf vorbereitet sein.

Depression durch Coronavirus

Depression durch Coronavirus: die zweite Pandemie

Es heißt, dass Epidemien oder Pandemien alle gleich treffen. Sie unterscheiden nicht zwischen sozialen Klassen, Nationalitäten oder Religionen. Das neue Coronavirus erteilt uns eine Lektion, die wir wahrscheinlich nie vergessen werden. Die Corona-Krise erinnert uns außerdem daran, dass wir viel verletzlicher sind, als wir dies je vermutet hätten.

Unser Leben war vor der Corona-Pandemie vielleicht nicht perfekt. Doch wir wahren vermutlich viel glücklicher, als wir dachten. Denn wir hatten ein gewisses Gefühl der Kontrolle, alle Tage waren sich sehr ähnlich und wir waren nicht durch eine ungewisse Zukunft geängstigt.

In einer Notfallsituation, die in erster Linie die Gesundheit vieler Menschen gefährdet, jedoch auch drastische Folgen für unsere finanzielle Situation hat, spüren wir diese Verletzlichkeit besonders stark. 

Vor einigen Wochen veröffentlichte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, einen Artikel in der Fachzeitschrift Psychiatric Times, der darauf hinweist, dass wir zusätzlich zur Ausbreitung der Infektion mit weiteren Phänomenen rechnen müssen. 

 

Daraus geht auch hervor, dass die Corona-Pandemie eine weitere Epidemie mit sich bringen könnte: Wir sprechen von Stress- und Angststörungen. Dies können wir bereits beobachten, wenn wir Hamsterkäufe, panische Reaktionen und die Angst vieler Menschen sehen. 

Ein Artikel klinischer Psychologen des Center for the Science of Social Connection der Universität von Washington warnt vor einer weiteren Realität: Sobald sich die Infektionsrate reduziert und wir im Rahmen des Möglichen wieder zur Normalität zurückkommen, werden mehr Menschen an Depressionen leiden. 

Depression durch Coronavirus

Warum könnte die Anzahl an Depressionen stark zunehmen?

Zu denken, dass die Krise, die wir gerade erleben, keine psychologischen Spuren hinterlassen wird, ist naiv. Die Auswirkungen sind bereits auf verschiedensten Ebenen sichtbar.

Einerseits verlieren viele sehr nahe stehende und geliebte Menschen. Andere wiederum verlieren ihren Job oder betrachten die Zukunft mit Angst. Wir können auch jene nicht vergessen, die erst vor Kurzem eine Depression oder Angststörung überwunden haben. Unser Menschenverstand sagt uns also, dass eine höhere Anzahl an Patienten mit Gemütsstörungen absolut logisch ist. 

Was genau passieren wird, werden wir erst dann sehen, wenn die strikten Maßnahmen gelockert werden und wir die Zeit des „Postcoronavirus“ beginnen. Folgende Situationen sind vorstellbar:

 
  • Ein komplexer emotionaler Barometer. Viele von uns werden eine Mischung aus Traurigkeit, Reizbarkeit und Wut experimentieren. Manche können sich von Hoffnungslosigkeit überwältigen lassen.
  • Ungewissheit. Dieses Wort wiederholt sich jetzt bereits wie ein ewiges Leitmotiv.
  • Wirtschaftliche Unstabilität. Auch finanzielle Schwierigkeiten nähren psychologische Probleme.
  • Erschöpfung, Impotenz und das Gefühl, die Kontrolle über die eigene Realität verloren zu haben.
  • In vielen Fällen kann es zu einer Existenzkrise kommen. 

All diese Situationen können wir alle in bestimmten Augenblicken experimentieren. Doch wenn diese negativen Auswirkungen zur Konstante werden und über Wochen oder sogar Monate anhalten, hat der Schatten der Depression durch Coronavirus die betroffenen Menschen bereits eingeholt. 

In diesem Augenblick verringert sich die Fähigkeit der Betroffenen, ihre Probleme selbst zu lösen. Sie leiden an Schlaflosigkeit, mangelnder Motivation und chronischer Apathie. 

Was können wir tun, um eine Depression durch Coronavirus zu vermeiden?

Die Gefahr für eine erhöhte Anzahl an Depressionen ist leider sehr groß. Deshalb müssen die richtigen präventiven Maßnahmen getroffen werden, um diese Epidemie, die als „Nebenwirkung“ von COVID-19 entstehen könnte, zu vermeiden. Dabei ist Folgendes zu berücksichtigen: Jeder Mensch weist ein einzigartiges und unterschiedliches Krankheitsbild auf. Keine Depression gleicht einer anderen.

 

Jeder wird die Situation auf unterschiedliche Weise erleben. Doch wir wissen, dass in einer Krisensituation wie der derzeitigen Corona-Pandemie der Hauptauslöser für Depressionen Umweltstress ist.

Deshalb muss Folgendes berücksichtigt werden:

  • Die Ausgangsbeschränkungen können eine Depression auslösen. Insbesondere Menschen, die alleine oder in schwierigen familiären Situationen leben, sind davon betroffen. In diesem Fall ist spezialisierte psychologische Unterstützung für Betroffene grundlegend. Es müssen immer ausgebildete und erfahrene Experten sein, die ihnen helfen.
  • Wir müssen lernen, täglichen Stress zu bewältigen und jede gefühlte Emotion zu beachten. Wenn wir uns jetzt nicht darum kümmern, kann dich dein seelischer Zustand morgen hilflos zurücklassen. Deshalb ist die emotionale Selbstpflege äußerst wichtig. Du musst dich um dich kümmern und deine Emotionen und Gefühle jetzt pflegen.
  • Außerdem sollte jeder Ort allen Mitbewohnern, die aufgrund der Corona-Pandemie nahe stehende Menschen verlieren, psychologische Unterstützung ermöglichen. 
  • Ein weiterer Auslöser für Probleme im Zusammenhang mit der mentalen Gesundheit werden finanzielle Schwierigkeiten sein. Auch dies muss berücksichtigt werden. 
  • Zuletzt ist ebenso wichtig zu erwähnen, dass Netzwerke zur Unterstützung gefährdeter Menschen notwendig sind. Nicht nur Freunde und Familien müssen solidarisch sein, betroffene Menschen benötigen auch Hilfe von ausgebildeten Experten. Wenn sie in ihrem Alltag Unterstützung erhalten, können sie ihre emotionalen Schmerzen lindern. Sie wissen, dass sie nicht alleine sind und dass wir alle auf die eine oder andere Weise ähnliches Leid erleben. Wir können uns damit gegenseitig stärken.
 

Abschließend möchten wir noch einmal darauf hinweisen, dass die Corona-Pandemie drastische Auswirkungen auf die mentale Gesundheit vieler Menschen haben könnte und wir deshalb rasch handeln müssen, um dies im Rahmen des Möglichen zu verhindern.