Das Serotonin-Syndrom: Symptome und Behandlung

· 9. Februar 2019

Das Serotonin-Syndrom ist ein klinischer Zustand, der zu den möglichen Nebenwirkungen von Antidepressiva zählt. Neuere Studien zeigen, dass die Inzidenz dieses Syndroms in letzter Zeit zugenommen hat, da immer mehr Menschen Antidepressiva einnehmen. Das Serotonin-Syndrom ist in der Regel durch Fieber, Tachykardie, einen Verlust der Koordination, Anfälle und Atemnot gekennzeichnet. In schwerwiegenden Fällen kann es auch zum Tod führen.

Für diejenigen, die noch nie von diesem Syndrom gehört haben, lohnt es sich, sich die Zeit zu nehmen, um die Symptome kennenzulernen. Leider glauben die meisten Menschen zu Unrecht, dass das Serotonin-Syndrom ausschließlich auf Missbrauch von Antidepressiva zurückzuführen wäre. Das ist falsch. Obwohl das Serotonin-Syndrom aus einem Missbrauch von Antidepressiva resultieren kann, ist dieser nicht immer die Ursache der Erkrankung. In den meisten Fällen ist die genaue Ursache gar nicht zu klären.

Das Serotonin-Syndrom ist keine bekannte Erkrankung. Die Fallzahlen steigen aber von Jahr zu Jahr, da vermehrt serotoninerge Medikamente eingesetzt werden.

Wie wir bereits wissen, reagiert jede Person auf unterschiedliche Art und Weise, wenn sie einen Wirkstoff oder ein Medikament eingenommen hat. Manchmal, anstatt das Medikament zu verstoffwechseln, beginnt unser Körper, es zu akkumulieren. Nach einiger Zeit erzeugt dies eine übermäßige Stimulation bestimmter Rezeptoren. Diese pharmakologische Unregelmäßigkeit kann bei jedem Patienten auftreten, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand.

In den meisten Fällen verläuft das Serotonin-Syndrom relativ mild. Die Auswirkungen halten nicht länger als einen Tag und sind leicht zu behandeln. Ein kleiner Teil der Menschen, die sich einer medizinischen Behandlung mit Antidepressiva unterziehen, zeigt jedoch schwerwiegendere und gefährlichere Reaktionen.

Eine Sammlung von Antidepressiva

Serotonin-Syndrom und Antidepressiva

Antidepressiva haben einen sehr spezifischen Wirkmechanismus. Grundsätzlich hemmen sie die Wiederaufnahme von Serotonin. Dank ihnen können wir eine höhere Konzentration dieses Neurotransmitters erreichen, insbesondere – aber nicht nur – in unserem Gehirn. Dieser Botenstoff ist verantwortlich für die Regulierung unserer Stimmung, unseres Appetits und der Kommunikation zwischen den Neuronen. Es ist weiterhin wichtig, zu wissen, dass Serotonin auch im Dünndarm produziert und freigesetzt wird.

Andererseits müssen wir auch berücksichtigen, dass Ärzte Antidepressiva nicht nur zur Behandlung von Depressionen verschreiben. Sie sind wirksam bei Menschen mit Angststörungen, posttraumatischem Stress, Zwangsstörungen und prämenstrueller Dysphorie. Dies sind nur einige der Konditionen, die mit Antidepressiva behandelt werden können.

Zu diesem Zeitpunkt sind die am häufigsten verschriebenen Antidepressiva sogenannte SSRIs (Selective Serotonin Reuptake Inhibitors). Neben neurologischen Medikamenten zur Behandlung von Morbus Parkinson oder starken Kopfschmerzen sind SSRI die Medikamente, die für die meisten Fälle des Serotonin-Syndroms verantwortlich sind.

Symptome des Serotonin-Syndroms

Das Serotonin-Syndrom ist durch leichte bis schwere Symptome gekennzeichnet. Dazu gehören autonome Dysfunktion, neuromuskuläre Erregung und Veränderung des psychischen Zustands. Diese Auswirkungen treten offensichtlich dann in Erscheinung, wenn zu viel Serotonin in unserem Körper vorhanden ist. In diesem Fall stimuliert das Serotonin eine Reihe sehr spezifischer Rezeptoren, z. B. 5-HT1A und 5-HT2A.

Diese Rezeptoren induzieren eine Kaskade von zellulären Effekten. Nach und nach ergeben sich daraus bestimmte physisch-organischen und mentalen Ereignisse. Dazu gehören folgende:

  • Fieber
  • Tachykardie
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall und andere Verdauungsstörungen
  • Muskelzittern
  • Verwirrung und Angst

In einigen Fällen sind auch Atemnot, Muskelsteifheit, schwere Hyperthermie und Bewusstseinsverlust festzustellen. In schwerwiegenden Fällen können die Patienten sogar ins Koma fallen.

Eine Frau hat Schmerzen in der Brust.

Warum passiert das und wie können wir das Serotonin-Syndrom behandeln?

Wie wir von Anfang an sagten, sind die Auslöser oder Ursachen des Serotonin-Syndroms nicht immer klar. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die es zu berücksichtigen gilt:

  • Menschen, die an chronischen Krankheiten, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, leiden, haben ein höheres Risiko für das Serotonin-Syndrom.
  • Das Syndrom tritt auch bei Personen mit Neigung zu allergischen Reaktionen auf. Es gibt Menschen, die bereits zu Beginn ihrer Behandlung mit serotonergen Medikamenten eine unerwartete Reaktion zeigen. Daher ist es immer klug, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und mit deinem Arzt zu sprechen, je nachdem, wie du auf das Medikament reagierst.
  • Die Einnahme anderer Medikamente zur Behandlung verschiedener Krankheiten oder spezifischer Probleme erhöht ebenfalls das Risiko des Serotonin-Syndroms, und zwar über eine Interaktion mit den Antidepressiva. Aus diesem Grund ist es wichtig, sie nur unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen und den Arzt zu informieren, wenn du noch weitere Medikamente konsumierst.

Wenn eine Person mit Serotonin-Syndrom vorstellig wird, wird der Arzt zuerst den Schweregrad bestimmen. Die Symptome lassen normalerweise nach 24 Stunden nach. Der Patient sollte die Einnahme des betroffenen Medikaments abbrechen und mit seinem Arzt einen neuen Therapieplan aufstellen.

Bei schwerwiegenden Symptomen muss der Patient stationär aufgenommen werden. Dann wird ein venöser Zugang gelegt und man achtet darauf, ob es zu einer Hypothermie kommt. Die Unterkühlung ist ein sehr häufiges Begleitsymptom des moderaten bis schweren Serotonin-Syndromes. Wenn die serotonerge Toxizität jedoch sehr hoch ist, gestaltet sich die Behandlung komplexer, um das Überleben des Patienten zu sichern.

Darstellung eines Gehirns voller Medikamente

Wir müssen stets bedenken, dass mit der Einnahme von Antidepressiva viele Nebenwirkungen verbunden sein können. Wenn du Antidepressiva einnimmst, musst du unbedingt auf die Warnzeichen achten, die dein Körper dir geben könnte, damit dein Arzt die Dosis senken oder bei Bedarf ein anderes Medikament verschreiben kann. Wenn du Probleme hast, behalte deine Symptome im Auge und sprich mit deinem Arzt.