Das Parkinsonsche Gesetz: Warum verschwenden wir so viel Zeit?

7. Juli 2017 en Kuriositäten 200 Geteilt

Cyril Northcote Parkinson war ein Historiker, der für viele Jahre für den britischen Verwaltungsdienst gearbeitet hat. Die Erfahrungen, die er gesammelt hatte, ließen ihn das Buch Parkinsons Gesetz und andere Studien über die Verwaltung  schreiben, das er 1957 veröffentlichte. In dieser Arbeit formulierte er sein berühmtes Gesetz, das tatsächlich mehreren Thesen umfasst.

Parkinson hat aufmerksam beobachtet, wie die Regierung arbeitet. Basierend auf seinen täglichen Erfahrungen hat er Muster identifiziert, die es ihm gestatteten, seine Prinzipien zu formulieren. Parkinsons Gesetz kann auf drei fundamentale Thesen reduziert werden:

  • Die Arbeit nimmt in genau dem Maß zu, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.
  • Ausgaben steigen stets bis an die Grenzen des Einkommens.
  • Die Zeit, die du einem Thema auf der Agenda widmest, ist indirekt proportional zu seiner Wichtigkeit.

„Liebst du das Leben? Nun denn, wenn du das Leben liebst, dann verschwende nicht deine Zeit, denn Zeit ist das Gut, aus dem das Leben gemacht ist.“

Benjamin Franklin

Seit Parkinson dies postuliert hat, haben Experten auf diesem Gebiet wieder und wieder die Validität des Gesetzes verifiziert. Es diente auch als Leitfaden, um effizientere Methoden für Arbeits- und Zeitmanagement zu entwickeln.

Parkinsons Gesetz und Zeitmanagement

Das primäre Anwendungsgebiet des Gesetzes von Parkinson ist die Verwaltung der Zeit. Seine erstes Postulat lautet: „Die Arbeit nimmt in genau dem Maß zu, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.Das heißt: Wenn du eine Stunde Zeit hast, um die Aufgabe auszuführen, dann brauchst du eine Stunde. Aber wenn du einen Monat Zeit hast, dann brauchst du auch einen Monat.

Wir können die Richtigkeit dieses Gesetzes jeden Tag beobachten. Wenn Studenten beispielsweise zwei oder drei Monate Zeit haben, um ein Projekt zu realisieren, dann reichen sie es für gewöhnlich innerhalb der letzten 24 Stunden vor der Deadline ein. Oder wenn du am Nachmittag eine Aufgabe zu erledigen hast. Du prokrastinierst bis kurz vor dem Zeitpunkt, an dem alles erledigt sein muss. Und in den wenigen verbleibenden Stunden tust du alles, was du vorher nicht getan hast.

Diese These hängt mit einem anderen Prinzip zusammen: Er stellte heraus, dass wir immer alles nach hinten hinauszögerten, wenn wir Zeit hätten. Aber warum ist das so? Einfach nur deshalb, weil Zeit etwas sehr Subjektives ist. Deine „Zeit“ ist mehr ein Produkt deiner Wahrnehmung als der vergangenen Minuten und Stunden.

Parkinson hat auch bemerkt, dass es umso schwieriger wird, eine Aufgabe zu beenden, je mehr Zeit wir mit dieser zubringen. Wenn du den Eindruck hast, dass du eine Menge Zeit hast, dann konzentrierst du dich mehr auf Details und neigst dazu, abzuschweifen. Du versuchst, sogar die kleinsten Fehlerchen zu vermeiden. Wenn du stattdessen in Eile bist, dann kommst du schneller zum Wesentlichen.

Ein bürokratischer Teufel, den wir alle kopieren

Parkinson hat auch festgestellt, dass die unwichtigsten Themen jene sind, die am Ende am meisten Zeit beanspruchen. Folglich ist sein drittes Postulat: „Die Zeit, die du einem Thema auf der Agenda widmest, ist indirekt proportional zu seiner Wichtigkeit.“

Es scheint, als bedürfen relevante Themen einer ernsten und präzisen Herangehensweise. Sie müssen effizienter ausgeführt werden. Triviale Probleme im Gegenteil haben den Nachteil, dass sich alle an der Lösungssuche beteiligen dürfen und einfach das tun, was ihnen in den Sinn kommt. Deshalb wird ihnen mehr Zeit gewidmet.

Obwohl das Parkisonsche Gesetz aufgrund nach detaillierter Beobachtung von Bürokraten entstanden ist, kann es praktisch auf alle Arbeitsbereiche angewandt werden. Es erstreckt sich sogar auf andere Lebensbereiche, zum Beispiel auf den Umgang mit Kosten.

Parkinson schlug vor: „Ausgaben steigen stets bis an die Grenzen des Einkommens.“ Das heißt, es ist egal, wie viel du verdienst, du wirst immer so mit deinem Geld umgehen, dass es gerade so reicht oder du gar Schulden machen musst. Ein Mensch kann problemlos mit einem begrenzen Einkommen leben. Wenn sein Einkommen ansteigt, dann heißt das aber nicht notwendigerweise, dass er dann im Überfluss lebt. Stattdessen wird er seine Finanzen jetzt so organisieren, dass ebenfalls nichts übrig bleibt.

Das Ergebnis all dieser Verhaltensmuster ist die Ineffizienz. Zeit und Geld fehlen immer. Wenn wir uns das allerdings genauer anschauen, dann sehen wir, dass wir sie einfach schlecht verwalten. Der Artikel, den du gerade liest, wurde nach Parkinsonschen Empfehlungen verfasst: Gliedere die Aufgabe in Teilaufgaben und setze dir ein Zeitlimit, um sie auszuführen. Das Ergebnis: Die Aufgabe wurde doppelt so schnell ausgeführt wie sonst.

Was denkst du? Willst du auch versuchen, dir Zeit (und Geld) besser einzuteilen?

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