Das Leben wird dir alles geben, was du braucht, wenn du darauf vertraust, dass du es verdienst

27. Januar 2018 en Psychologie 368 Geteilt
Glücklich sein - Frau schaut in die farbenfrohe acht

Das Leben nimmt seinen Lauf, wenn man annimmt, versteht und verinnerlicht, dass man es verdient, glücklich zu sein. Die Tage inszenieren neue Möglichkeiten . Schlösser öffnen sich. Feinde verwandeln sich in Salzstatuen, die der Wind hinter sich lässt. Nichts kann uns aufhalten, wenn wir uns selbst als würdig ansehen, Freude zu empfinden. Niemand hat mehr eine Stimme, die unseren Willen mit Ängsten umgibt.

Emily Dickinson sagte in ihren Gedichten zutreffend, dass wir Menschen unsere eigene Größe ignorierten, bis wir aufstünden. Das Interessanteste daran sind die Umstände. Oft ist es die Bildung selbst, die Gesellschaft oder die Personen, die uns umgeben, die es vorziehen, uns still sitzend, unterwürfig, schweigend und gehorsam zu sehen.

“Wenn du tust, was du nicht solltest, wirst du erleiden, was du nicht verdienst.”

Benjamin Franklin

Genau das passierte der Dichterin aus Massachusetts, USA. Ihre Enttäuschungen, Ängste und Sorgen sperrten sie in ihr Zimmer, im Haus der Familie in Amherst, ein. Sich in etwas mehr als eine hauchdünne Person, einen warmen Schatten verwandelnd, den die Nachbarn hinter den Fenstern sahen. Von ihren mehr als tausend Gedichten sah sie in ihrem Leben nur ein Dutzend veröffentlicht. Von den Personen, die ihr Leben ausmachten, liebte sie nur eine. Keiner der beiden war allerdings mutig genug, den ersten Schritt zu tun.

Ohne Frage waren es andere Zeiten und andere Mentalitäten. So seltsam es auch erscheinen mag, das komplexe Universum der Emotionen, die Unsicherheiten und fehlendes Vertrauen in sich selbst, sind ein Refrain, der nie aus der Mode kommt. Wie eine Aufnahme in Zeitlupe, die niemals anhält. Die uns die Magie einer Gelegenheit bringt und sie loslässt. Die uns lehrt, was Glück bedeutet und es uns wegnimmt. Uns mit dem Verlangen, den Sorgen, der Erinnerung und der Reue zurücklässt – Reue, weil wir uns nicht „etwas mehr“ getraut haben. Weil wir nicht gekämpft haben. Uns dieser nicht wiederkehrenden Gelegenheit nicht würdig gefühlt haben. Nicht genug Mut für diese verlorene Liebe gesammelt haben.

Mädchen hält einen herzförmigen Luftballon in der Hand

Du verdienst ein besseres Leben

Anna hat begonnen, ins Fitnessstudio zu gehen, weil sie sich wünschte, ein gesünderes Leben zu führen. Sie geht jeden Tag von 19 bis 20 Uhr, raucht aber dennoch zwei Packungen Zigaretten pro Tag. Matthias verlor seine Arbeit vor 9 Monaten. Er geht jeden Tag aus dem Haus, um seinen Lebenslauf abzugeben. Wenn er aber nach Hause kommt, beginnt er, zwanghaft zu essen. Das führte bereits zu einer sehr auffälligen körperlichen Veränderung. Silvia hat vor einem Monat eine emotional sehr stürmische Beziehung beendet und ist seitdem süchtig nach Internet-Dating-Seiten. Ihre zwanghafte Idee ist es, den „idealen Partner“ zu finden.

Alle diese Beispiele lassen sich zu einer zentralen Idee, die wir alle kennen, zusammenfassen: Während wir in einem Bereich unseres Lebens das Gleichgewicht finden, machen wir in einem anderen einen enormen Schritt zurück. Es ist, als hätten wir nicht verstanden, dass wir ein besseres Leben verdienen. Das treibt uns oft dazu, aufzuhören, in einer ganzheitlichen Weise auf uns zu achten. Warum tun wir das? Warum übernehmen wir nicht die Kontrolle über unsere Realität, um Wohlbefinden zu erreichen?

Wir sollten die Antworten auf diese Fragen nicht nur in unserer Vergangenheit suchen, sondern in der eigenen Unfähigkeit, auf uns selbst zu achten. In der mangelnden Förderung eines psychischen Wohlbefindens und vor allem in der Leitung unserer eigenen Emotionen. In den drei genannten Beispielen können wir sehen, dass jede Person etwas richtig macht: Eine geht ins Fitnessstudio. Ein anderer ist täglich auf der Suche nach einer neuen Arbeit und die andere beendete eine unglückliche und schwierige Beziehung.

Trauriges Mädchen hält eine Frucht, an der ein Vogel frisst

Das übrige Verhalten formt jedoch diese so häufig vorkommenden schwarzen Löcher. Dazu zählen Unsicherheit, Zukunftsangst, die Unfähigkeit, allein zu sein, die Abhängigkeit von einer bestimmten Substanz. Wir alle wissen, dass wir ein besseres Leben verdienen, aber nicht, wie wir unsere wahren Bedürfnisse befriedigen. Sie wohnen uns inne, schier unerreichbar in einer tieferen Schicht unseres Seins.

Vertraue dir, denn glücklich sein ist keine Notwendigkeit, sondern ein Recht

Das Leben wird uns nur mehr Möglichkeiten bringen, wenn wir einen Fuß vor den anderen setzen und nach ihnen suchen. Das Glück wird nur dann an unsere Tür klopfen, wenn wir aufnahmefähig, aufmerksam, vorbereitet und vor allem bereit sind. Wer sich von Ängsten und Unsicherheiten mitreißen lässt, wird schiffbrüchig auf der Insel der verpassten Chancen stranden. Denn wer sich Enttäuschungen hingibt, wird früher oder später die gleiche körperliche und psychische Gefangenschaft wählen, wie Emily Dickinson sie sich selbst auferlegte.

„Ich nehme an, ich bin nicht wie Emily Dickinson, die ihre schönsten Werke, in einem Band eingewickelt, in ihrer Schublade aufbewahrte.“

  Jeff Bridges

In diesen Zeiten, in denen wir in Twitter und Facebook Glückspillen in Form von schönen Sätzen finden, gibt es etwas, dass wir niemals aus den Augen verlieren sollten. Etwas, an das uns die Gegner der Positiven Psychologie sehr zutreffend erinnern: Wir sollten lernen, schmerzhafte Erlebnisse zu akzeptieren, egal wie schwer das auch sein mag. Ein Abschied, eine Enttäuschung oder ein Versagen ist etwas, das man so oder so „schlucken“ muss. Nachdem wir nun einmal in diesen chaotischen Abgrund getaucht sind, den die negativen Emotionen darstellen, ist es Zeit, aufzutauchen. Wir werden uns stärker und nützlicher fühlen.

Mehr noch, in unserem komplexen und anspruchsvollen Alltag sollten wir verinnerlichen, dass wir Menschen es nicht nur verdienen, uns gut zu fühlen, ruhig zu sein, Zufriedenheit, Freiheit, Erfolg und den Geschmack von Fröhlichkeit zu erfahren. All diese Zustände sind in Wirklichkeit Rechte. Weil es egal ist, was unsere Geschichte ist, woher wir kommen oder wer wir sind. Wir alle haben das volle Recht, glücklich zu sein und den Weg zu unserem Glück zu wählen.  

Mädchen mit geschlossenen Augen ist umgeben von Blumen

Auch interessant