Das FOMO-Syndrom: die Angst davor, etwas zu verpassen

· 19. Februar 2019

Wir interagieren ständig mit anderen, sowohl online als auch offline. Mit ihrer Informationsfülle, dank moderner Technologien und sozialen Netzwerken hat sich die digitale Welt als zentraler Raum für Interaktionen etabliert. In dieser Welt entwickelt sich das FOMO-Syndrom oder „Fear of missing out“, zu Deutsch die Angst davor, etwas zu verpassen.

Das FOMO-Syndrom charakterisiert sich durch eine soziale Angst, die es ehrlich gesagt schon immer gegeben hat: die Angst davor, ausgeschlossen zu sein. Es ist dieses bittere Gefühl, dass wir etwas verpassen, das andere genießen. Dieses Gefühl beginnt als eine einfache Wahrnehmung, die wächst und uns so sehr erniedrigt, dass wir das Bedürfnis verspüren, über unsere Social-Media-Accounts immer in Verbindung zu bleiben, damit wir auch wirklich alles mitbekommen.

„Konzentrieren wir uns darauf, sozial zu sein, nicht darauf, sozial zu tun.“

Jay Baer

Zu wissen, dass unsere Freunde etwas Besseres tun werden, als wir es bereits geplant haben, gibt uns das Gefühl, dass wir diejenigen seien, die verlieren. Das Gefühl, dass ihr Leben interessanter sei als das unsere. Dank Smartphones und der Schnelligkeit sozialer Netzwerke sind diese Gefühle der Wachsamkeit und Angst zu einem festen Bestandteil im Leben vieler Menschen geworden.

Besorgtes Mädchen mit Handy

Die Ursache für dieses Phänomen ist die ständige Verbindung über die sozialen Netzwerke. Mit den neuen Technologien erreichte diese soziale Angst neue Dimensionen, die die Analyse von Soziologen, Psychologen und sogar Ärzten erfordern.

Wir können uns also nicht amüsieren, weil andere es auch tun?

Stellen wir uns das folgende Szenario vor: Wir beschließen, an einem Samstagabend zu Hause zu bleiben. Wir genießen einen guten Film, ein gutes Buch oder ein gutes Gespräch. Dann loggen wir uns bei Facebook ein und sehen, dass viele unserer Freunde coole Sachen tun, wie Sport, Reisen, oder schick zu abend essen. Wenn wir uns schlecht fühlen, weil wir nicht dabei sind, tappen wir in die Falle des FOMO-Syndroms.

„Es braucht Disziplin, um sich von den sozialen Netzwerken nicht die Zeit stehlen zu lassen.“

Alexis Ohanisch

Wir haben alle schon einmal Angst gehabt, weil wir das Gefühl hatten, dass wir etwas Wichtiges verpassen würden. Das ist völlig normal. Zum Problem wird das erst, wenn wir das Gefühl haben, dass wir keinen Spaß haben können (auch wenn wir ihn haben), nur weil andere Leute im Moment aufregendere Dinge tun.

Wir teilen die besten Aspekte unseres Lebens über Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram, was für einige Menschen inzwischen überwältigende Folgen hat: Sie wollen immer das, was sie nicht haben können. Ihre Angst nimmt signifikant zu, wenn sich der Gedanke, dass etwas essenziell für ihre Zufriedenheit sei, mit der steten Furcht davor mischt, dass ihnen etwas Wichtiges fehle.

Freunde an ihren Smartphones

Das FOMO-Syndrom tritt dank neuer Technologien immer häufiger auf

Wie wir bereits erwähnt haben, hat die Angst, etwas zu verpassen, immer existiert. Durch Smartphones und die Omnipräsenz sozialer Netzwerke ist sie jedoch zu etwas anderem geworden: zu einer grundlegenden menschlichen Motivation aufgrund unseres Bedürfnisses, dazu zu gehören.

Teil einer Gruppe zu sein, ist ein wichtiger Faktor der sozialen Identität und eine Schlüsselkomponente unseres Selbstwertgefühls. Aus diesem Grund spielen soziale Netzwerke eine grundlegende Rolle in den aktuellen Beziehungen zwischen Individuen. Dank neuer Technologien sind wir stets darüber informiert, was andere tun. Deshalb erfahren wir heute viel schneller, was wir verpassen. Das ist es, was das FOMO-Syndrom wirklich auslöst, welches uns ängstlich, ausgeschlossen und abgelehnt fühlen lässt.

Kommt dir das bekannt vor?