Das Beste, was man für sein Herz tun kann, ist, anderen zu helfen, wieder aufzustehen

1. Juni 2016 en Emotionen 11 Geteilt

Helfen erleichtert und belohnt. Auch wenn manch einer hier vielleicht einwerfen wird, dass das Handreichen am Ende nichts als zwei Enttäuschte zurücklässt, so verstehen authentische und gutmütige Personen dennoch, dass sie die Dinge gar nicht anders angehen können.

Es ist nicht einfach, anderen dabei zu helfen, wieder aufzustehen. Manchmal muss dazu die Person zuallererst einmal einsehen, dass ihr geholfen werden muss, und dass es kein Synonym für Schwäche ist, sich an der Hand einer Freundin festzuhalten, sondern der Stärke. Als Zweites bedeutet es auch, Anstrengung, Zeit und Emotionen zu investieren. Jedoch sind dies Lasten, die nicht allzu großes Gewicht haben.

 Das eigene Leben sollte immer ein natürlicher Treffpunkt für Liebe und Respekt sein, ein Ort, an dem die universelle Empathie eine unserem Herzen innewohnende Kraft ist, die in der Güte ihre größte Form des Ausdrucks findet.

Wir wissen, dass es nicht einfach ist, und manchmal werfen wir mit tönenden Phrasen um uns, die wir alle gern in unseren sozialen Netzwerken teilen, aber dann wieder vergessen. Denn viele von uns kommen noch nicht einmal an den Punkt, solche Bedürfnisse in ihrer Nähe zu erkennen.

Manchmal sind es unsere eigene Familie oder unsere eigenen Freunde, die Hilfe brauchen, um sich wieder aufzurichten. Jemand, der durch eine Depression geht, braucht Verständnis, Unterstützung und Nähe.

Es kann sein, dass eines unserer Kinder im jugendlichen Alter durch einen schwierigen Moment des Lebens geht, mit Mobbing in der Schule, oder gerade zum ersten Mal emotional enttäuscht wurde. Etwas, was wir nicht wahrnehmen, weil wir keine Zeit haben, weil wir unsere Blicke auf andere Dinge richten.

Das Herz braucht Augen, um sehen zu können, und innere Freiheit, um zu fühlen. Wir müssen uns von unseren Oberflächlichkeiten entkleiden, um uns um das Essentielle zu kümmern, damit diese Güte, die auf natürliche Weise im Menschen vorhanden ist, uns erlaubt, dem zu helfen, der sie braucht.

Lernen, mit dem Herzen zu hören

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Es kann sein das dein beste/r Freund/in dir mit einem lächelnden Gesicht spricht, und das diese Worte fröhlich klingen. Jedoch musst du nur in seine Augen schauen, um diese Träne zu erahnen, die kurz vorm Ausbrechen ist.

 Das Herz, was zuhören kann, ist weise und frei von Egoismen, fern von diesem abgeschlossenen und mit sich selbst lebenden Universum, was sich nur von Eigeninteresse ernährt. Die Güte kann Dinge erahnen und zwischen den Zeilen lesen.

Fremde Emotionen zu erfühlen ist eine Gabe, die unserem sozialen Gehirn durch Spiegelneuronen und Empathie ermöglicht wird. Wir alle sind mit der Fähigkeit auf diese Welt gekommen, grundlegende Emotionen wie Trauer, Wut, Liebe und Angst zu erkennen.

Jedoch gibt es auch solche Menschen, die, sei es wegen sozialer Einflüsse, der Erziehung oder wegen ihrer Persönlichkeit, all ihr Einfühlungsvermögen auf sich selbst richten, auf „ich fühle“, „ich brauche“  und „ich will“. Ihr Leben wird an diesen drei Achsen ausgerichtet.

Um aus dem Herzen heraus zu leben muss man nicht naiv sein, wie viele glauben. Sensibel sein bedeutet nicht, schwach zu sein, und anderen dabei helfen wollen, sich wieder aufzurichten, bedeutet nicht, sich an den Haaren ziehen zu lassen. Überhaupt nicht. Diejenigen, die ihr Leben vom Herzen her aufbauen, sehen die folgenden Aspekte ganz klar:

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Ich helfe dir, weil ich mir helfe

Wer einem Bedürftigen eine Hand reicht, macht das nicht, um etwas zurückzubekommen. Er macht es, weil es Teil seines Seins ist, weil er das so fühlt. Und er erwartet nichts Materielles dafür zurück, er wünscht sich auch keinen Gefallen oder großes Lob.

Die größte Belohnung besteht darin, sich nützlich zu fühlen und diesem inneren Gefühl eine Ausdrucksform geben zu können, ist es doch das, was diese Menschen ausmacht. Wenn wir den Kopf drehen und vorgeben, die Not von jemandem nicht zu sehen, dann verursacht dies bei uns eine innere Missstimmung. Es bedeutet, entgegen unserer Werte zu handeln.

Der Akt zu helfen ist eine Art der Weisheit, die uns bereichert

Man kann mehrere akademische Titel tragen, fünf Sprachen sprechen, mehrere Autos haben, und in seiner Hand das neueste Smartphone halten –

Doch all diese Künstlichkeiten werden nichts bringen, wenn man zum Beispiel nicht mehr seine Mutter sieht, wenn man Hilfe braucht, weil man an Demenz erkrankt ist, weil der Partner sich allein fühlt, obwohl er/sie immer an unserer Seite ist. Das Leben meldet sich von der Seite her ständig zu Wort, doch so mancher Mensch bleibt an seiner endlosen Sammlung an Materialismen kleben.

  • Hilfe bieten bereichert uns, weil es uns erlaubt, unsere Gleichgesinnten zu erkennen.
  • Hilfe bieten bereichert uns, weil es uns die Sprache der grundlegensten Emotionen beibringt.
  • Hilfe bieten bereichert uns, weil es uns zu Personen macht, die Glück und neue Chancen bringen können.

Die Güte, die aus unserem Herzen stammt, ist die einzige Investition, die niemals aufhört, sich zu rentieren

Es gibt viele, die das Gegenteil denken: Güte ermüdet, Güte enttäuscht. Jedoch sollte man sich dessen klar sein: Gute Menschen sollten verstehen, dass es Grenzen gibt und dass sie auch das Recht haben, mal nein zu sagen, wenn es nötig ist.

Denn Güte bietet man mit Freiheit und Intelligenz. Wir wissen, dass die Handlungen, die aus dem Herzen heraus initiiert werden, große Investitionen sind. Es hilft uns, weiterzugehen, frei von Bitterkeit und voller Freiheiten, Emotionen und Wohlbefinden.

 Und niemand kann mit größerer Freude durch die Welt gehen als der, der die Sonne in seinem Inneren trägt und weiß, sich jedem Gewitter zu stellen.

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Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Martin Poole, Janaima Medeiros und Tomasz Alen Kopera
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