Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens

· 13. Januar 2016

Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzen.

Lao Tse

Dankbar zu sein ist mehr als eine Höflichkeit. Es ist eine Form, Grenzen zu überwinden, um auf eine emotionalere Ebene zu gelangen, persönlich und auch spirituell. Wieso nicht dem Leben dankbar sein, dass wir ein Teil von ihm sein dürfen? Wieso nicht anderen dankbar sein, dafür, dass sie sind, wer sie sind, und für ihre Facetten, wegen derer wir sie lieben?

Wieso uns selbst nicht dankbar sein für unsere Standhaftigkeit und unseren Mut?

Sicher, es ist manchmal nicht leicht, zum sogenannten „Wissen des Herzens“ durchzudringen, das uns Lao Tse mit dem Zitat, das über diesem Artikel steht, erahnen ließ. Wir leben jeden Tag verankert in unserem Gehirn, das uns den objektivsten und rationalsten Weg weist, woraus manchmal Wut und Frust entstehen.

Einfach nur dankbar zu sein setzt bereits einen Zustand persönlicher Freiheit voraus. Es geht um Anerkennung, darum, bescheiden zu sein, und zu lernen, was wirklich wichtig ist im Leben. Darum soll es heute gehen: Setzen wir uns mit dem Wert und der Macht der Dankbarkeit auseinander.

Die 4 Säulen der Dankbarkeit

1. Emotionale Öffnung

Wieso gibt es so viele Menschen, die es schwer finden, dankbar zu sein? Wenn wir etwas für jemanden tun, erwarten wir nicht unbedingt ein „danke“, das Höflichkeit und gute Erziehung ausdrückt. In Wirklichkeit suchen wir Anerkennung, dass man versteht, dass wir uns Gedanken gemacht haben, dass wir nicht nur Zeit, sondern auch unsere Emotionen investiert haben.

Menschen, die nicht dankbar sind, weisen folgende Charakteristiken auf:

  • Emotionale Leugnung. Sie vermeiden es, sich anderen gegenüber zu öffnen, verhalten sich oft konfrontativ und selbstgenügsam. In Wirklichkeit mangelt es ihnen an Selbstbewusstsein und in ihrem Innern sind sie sehr verletzlich.
  • Sie verhalten sich relativ egoistisch, sind undankbar und hochmütig.
  • Anderen keine Anerkennung zu gewähren beinhaltet auch, sich selbst nicht anzuerkennen. Es sind Menschen, denen es an emotionalem Geschick mangelt.
Hände Herz

Um dankbar sein zu können, müssen wir uns emotional öffnen können. Nur so können wir uns selbst und andere kennenlernen, mit einem aktiven, starken und ehrlichen Herzen.

2. Dankbarkeit und Anerkennung sind die schönsten Geschenke des Menschen

Wenige Dinge sind so machtvoll wie unseresgleichen in Dankbarkeit anzuerkennen. Es ist eine universelle Art der Begegnung und Bindung.

„Und ich erkenne dich als der an, der du bist, deine Tugenden, deine Wesensart, und ich bin dir dankbar dafür, dass du Teil meines Lebens bist und es mit deiner Gegenwart bereicherst.“

3. Dankbar zu sein bedeutet nicht, jemandem etwas zu schulden

Es gibt Leute, die denken, dass etwas zu bekommen und sich dafür bedanken zu müssen automatisch beinhaltet, sich bei der Person, die etwas Bestimmtes für uns getan hat, zu verschulden.

Wenn du dieses Gefühl hast, dich verpflichtet fühlst, den Gefallen zurückgeben zu müssen, praktizieren wir keine freie, ehrliche und spontane Dankbarkeit. Dankbarkeit ist eine Einstellung, die nicht nach Pflichten verlangt. Sie ist eine Wesensart, die über all unsere Handlungen hinausgeht.

Blumenfrau

Wenn du etwas für deinen Bruder oder eine Freundin tust, erwarte nicht, dass sie dir eines Tages ebenfalls einen Gefallen tun. Du tust es, weil du es willst und weil du diese Person als einen Teil von dir anerkennst, du tust es aus freien Stücken und ohne etwas dafür zu erwarten.

Wir erwarten nichts im Gegenzug für unsere Zuwendung, aber was wir uns wünschen, ist, dass man es uns anerkennt. Wir schaffen eine Bindung, durch die wir mit anderen eine Einheit bilden. Es ist fast dasselbe, was das Wort „Namaste“ ausdrückt (ich grüße dich, ich danke dir, ich erkenne deine Göttlichkeit an, die gleichzeitig ein Teil von mir ist).

4. Die Bedeutsamkeit der persönlichen Dankbarkeit

Wir verbringen die Hälfte unseres Lebens damit, anderen für Dinge zu danken, zum Beispiel für die Hingabe unserer Familie, die Selbstlosigkeit unserer Freunde, die Zuneigung unseres Partners oder die Anerkennung der Menschen, die in unserem Leben kommen und gehen und es mit ihren Taten bereichern.

Hast du etwas gefunden, wofür du dir selbst dankbar sein kannst? Du denkst das ist eine egoistische Einstellung oder unangebracht? Absolut nicht. Egal ob du religiös, skeptisch oder spirituell bist, die Anerkennung deiner selbst widerspricht keiner Norm, sondern ist eine tragende Säule, durch die du dein Selbstbewusstsein stärkst.

Mutter und Kind

Wie wäre es, wenn wir uns von nun an etwas bescheidener verhalten und die einfachen Dinge des Lebens wertschätzen? Sei dankbar für die frische Brise, die dir den Sommer erleichtert, für diese richtige Entscheidung, die du vor Kurzem getroffen hast, dafür, dass du eine Familie hast, ein Haustier, die dir bedingungslose Liebe schenken.

Sei einfach dankbar dafür, dass du existierst, dass es dir gut geht, dafür, dass wir nicht mehr sind als flüchtige Sterne, die kommen und gehen, und die sich einfach nur ein erfülltes Leben wünschen. Wieso nicht?