Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und Stress

Die Ursache von Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) ist Stress. Dadurch kommt es zu Schmerzen im Kiefergelenk, die bis zum Ohr aufsteigen. Das kann zu Beschwerden beim Sprechen oder Essen führen. Lies weiter, um mehr über die Ursachen von CMD und mögliche Behandlungsformen herauszufinden!
Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) und Stress

Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2021

Stress und die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) hängen für gewöhnlich zusammen. Viele Menschen haben Schmerzen im Kiefer und fühlen sich unbehaglich, wenn sie sprechen, gähnen oder etwas essen. Das ist kein Zufall. Tatsächlich ist CMD ein Problem, das häufig in der zahnärztlichen Sprechstunde besprochen wird. Stress und Angststörungen sind die verantwortlichen Auslöser.

Die Craniomandibuläre Dysfunktion, auch Costen-Syndrom genannt, ist im Grunde ein Schmerz, der im Bereich des Kiefergelenks und seiner umgebenden Muskeln auftritt. Er zeigt sich meistens am Morgen, wenn wir gerade erwacht sind und ein stechendes Gefühl in den Zähnen verspüren. Der Schmerz wird intensiver, wenn wir versuchen, zu sprechen oder etwas zu essen.

Ab diesem Zeitpunkt können sich weitere Beschwerden wie verstopfte Ohren, Tinnitus, Kopfschmerzen und Nackenverspannungen anschließen. Ab einem bestimmten Augenblick werden die Beschwerden so intensiv, diffus und anhaltend, dass man sich von ihnen überwältigt fühlt. Daher ist es wichtig, diesen Zustand und seine Auslöser zu kennen.

“Rache führt sowohl zu einem angespannten Herzen als auch einem angespannten Kiefer.”

Charles de Leusse

Craniomandibuläre Dysfunktion: Merkmale, Ursachen und Behandlung

Stellen wir uns das Kiefergelenk einmal wie ein Scharnier vor. Das Kiefergelenk verbindet den Kiefer mit dem seitlichen Schädel. Wenn wir uns das einmal bildlich vorstellen, wird uns vielleicht klar, wie wichtig das Kiefergelenk für unsere täglichen Verrichtungen ist. Das morgendliche Aufwachen und Gähnen sind nur der Auftakt für das anschließende Sprechen, Kauen, Essen und Trinken.

Vergessen wir auch nicht, dass es sich beim Kiefer um ein wichtiges Gelenk handelt. Denn der Kieferbereich umfasst eine Vielzahl von Strukturen wie die im Gelenkspalt liegende Knorpelscheibe (Diskus), Muskeln, Bänder, Nerven, Blutgefäße und Zähne. Er reicht bis zu den Ohren und in den Halsbereich.

Die Craniomandibuläre Dysfunktion war bis vor Kurzem noch relativ unbekannt, bis die Häufigkeit ihres Auftretens stetig zunahm.

Beschwerden treten bei Craniomandibulärer Dysfunktion häufig auf.

Craniomandibuläre Dysfunktion: Begleitende Symptome

Zumeist sind Stress und die Craniomandibuläre Dysfunktion parallel anzutreffen. Dennoch suchen Menschen wegen ihrer Beschwerden im Kieferbereich normalerweise einen Zahnarzt auf. Diese Beschwerden bringen sie selten mit einer Erkrankung aufgrund von psychischen Belastungen in Verbindung.

Im Durchschnitt treten Schmerzen im Kiefergelenk häufiger bei Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auf. Die am häufigsten auftretenden Symptome sind:

  • Zahnschmerzen.
  • Das Gefühl, sich den Kiefer ausgerenkt zu haben.
  • Der Unterkieferbereich tut weh. Es fühlt sich so an, als ob man einen Schlag erlitten hätte.
  • Der Schmerz ist deutlicher beim Sprechen oder Essen zu spüren.
  • Es fällt den Betroffenen schwer, den Mund zu öffnen. Dies verursacht Schmerzen.
  • Für gewöhnlich nimmt man klickende Geräusche beim Kauen wahr oder wenn der Mund geöffnet oder geschlossen wird.
  • Der Kiefer fühlt sich steif an.
  • Im Bereich der Ohren und der Schläfen treten Schmerzen auf.
  • Dazu kommt, dass Betroffene ihre Art und Weise, in Lebensmittel zu beißen, verändern.
  • Die Zähne sind empfindlich.
  • Es kann zu Nackenschmerzen kommen.
  • Einige Patienten können von Tinnitus betroffen sein.
  • Es können Kopfschmerzen auftreten.

Craniomandibuläre Dysfunktion: Ursachen

Stress und die Craniomandibuläre Dysfunktion hängen eng miteinander zusammen. Als betroffene Person sind wir allerdings immer auf der sicheren Seite, wenn wir uns eine fachkundige Diagnose stellen lassen. Normalerweise müssen wir die folgenden Auslöser mit dem Arzt besprechen:

  • Störungen durch eine schlechte Zahnstellung können zu Bruxismus und Kiefergelenkschmerzen führen.
  • Stress ist laut einer Studie, die an der Universidade de Minas Gerais in Brasilien durchgeführt wurde, in mehr als 70 % der Fälle der Auslöser für CMD. In dieser Studie wird erläutert, wie diese Störung unter Universitäts-Studenten immer weiter zunimmt. So führen Sorgen, unverarbeitete Emotionen, Druck und Alltagsprobleme zu Beschwerden. Aus diesem Grund suchen Betroffene oftmals einen Zahnarzt auf.
  • Die Entstehung von CMD kann auch auf anatomische Aspekte zurückzuführen sein, wie Luxationen (Verrenkungen) im Bereich des Unterkiefers, Traumatisierungen, muskuläre Probleme und sogar auf neurologische Veränderungen.
Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist eine schmerzhafte Funktionsstörung.

Wie lässt sich CMD behandeln?

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Stress und CMD. Tatsächlich lässt sich in den letzten Jahren eine Zunahme dieser Störung erkennen, da Stress und Angststörungen in der Bevölkerung weitverbreitet sind. Diese und andere körperliche Manifestationen schränken zweifellos die Lebensqualität der betroffenen Menschen ein.

In dieser Situation ist es immer ratsam, mehrere Experten (Ärzten und Psychologen) zu konsultieren und sich von ihnen überwachen zu lassen. Ein Zahnarzt könnte sich beispielsweise für die folgenden Vorgehensweisen entscheiden:

  • Stabilisierende Aufbiss-Schiene. Das ist ein Mittel zur Verminderung von Muskelschmerzen, wenn Druck durch den Kiefer ausgeübt wird. Mit ihrer Hilfe lässt sich Bruxismus stoppen und zusätzlich auch die sensorische Stimulation dieses Bereichs verändern.
  • Physikalische Therapie. Eine physiotherapeutische Behandlung des Kiefers zusätzlich zu einer Aufbiss-Schiene ist ebenfalls von Vorteil. Das Problem erfährt eine deutliche Linderung.
  • Ärzte raten, verschiedene Techniken in die tägliche Routine einzubauen, um die persönliche Stressbelastung zu bewältigen. Zum Beispiel könnten Zwerchfellatmung, progressive Muskelentspannung, Visualisierungs-Übungen oder auch Yoga hilfreich sein.

Konsultieren wir aber trotzdem einen Psychologen, wenn wir schon länger mit dieser Erkrankung und ihren Symptomen zu kämpfen haben, so zum Beispiel mit der Schlaflosigkeit. Es gibt Zeiten im Leben, in denen sich Menschen sowohl von den körperlichen Symptomen als auch von den psychologischen Auslösern, die die Freude am Leben einschränken, überwältigt fühlen. Daher ist es gut und empfehlenswert, sich professionelle Hilfe zu suchen.

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  • Viviane Gontijo Augusto , Keity Cristina Bueno Perina (2016) Disfunción temporomandibular, estrés y trastornos mentales. 2016 noviembre-diciembre; Actas ortopédicas. 24 (6): 330–333. doi:  10.1590 / 1413-785220162406162873