Carl Gustav Jungs 11 beste Bücher

11. Dezember 2017 en Psychologie 196 Geteilt
Carl Jung

Carl Gustav Jungs Bücher gehen weit über eine simple Analyse des menschlichen Verhaltens hinaus. Er war ein Pionier in der Tiefenpsychologie, und ein erfolgreicher Author. Sein Werk beinhaltet eine wundervolle Alchemie der Psychoanalyse, Spiritualität, Religion, Philosophie, und der Traumwelt. Wenige Persönlichkeiten wecken das Interesse anderer so, wie dieser großartige Analytiker der menschlichen Psyche.

Graham Collier sagte, dass Jung nur etwas mehr als fünf Minuten brauchte, um jemanden zu beeindrucken. Collier war im zweiten Weltkrieg ein Pilot der Royal Air Force und ein Philosophie Professor in der Universität in Georgia. Er hatte die Möglichkeit, den gefeierten Schweizer Psychoanalysten zu treffen, als Jung 75 Jahre alt war. Collier war von Jungs ironischem, und fast schelmischen Aussehen, sowie von seiner respektvollen Ruhe, wenn er der Antwort eines anderen zuhört, beeindruckt.

„Das Leben ist keine Krankheit von der man sterben kann“
Carl Gustav Jung

Dr. Collier erklärte auch, dass Jung sich während einer Phase seines Lebens von manchen der wissenschaftlichen Gemeinschaft zurückgewiesen fühlte. Es war nach der Veröffentlichung mehrerer Bücher über die Studie des Gewissens, die noch tiefer in die spirituellen Konzepte taucht, als in die analytischen. Trotz alldem wuchs das Interesse an seinen Theorien so sehr, dass der Fernsehsender BBC ihn zu einer Debatte mit einem Mitglied der Labor Party in der Livesendung einlud, die sich Face to Face (dt. von Angesicht zu Angesicht) nannte. Dieser bestimmte Politiker war Jungs Theorien gegenüber sehr kritisch.

Das Ergebnis dieses Treffens war einfach verblüffend. Jungs Gelassenheit, Spontanität, Überzeugung und Charme war derartig, dass das „Interview“ mehr als eine improvisierte Konferenz endete. Der Politiker John Freeman, der mit der Absicht, Jungs Theorien zu kritisieren, in die Sendung kam, war am Ende so von ihm gefesselt, dass beide eine langanhaltende Freundschaft entwickelten. Tatsächlich war Freeman derjenige, der Jung dazu ermutigt hatte, eines seiner bekanntesten Bücher zu schreiben, Der Mensch und seine Symbole.

Es gibt viel mehr Anekdoten, die man über Jung erzählen könnte. Wir könnten über seine ausgeweiteten Reisen, seiner komplexen Beziehung zu Freud, oder seinen Einfluss auf den Film, und unserer Kultur im Allgemeinen sprechen. Jedoch sind Jungs Bücher ein Weg, um ihn zu verstehen. Es lohnt sich, in sein unglaubliches Vermächtnis zu tauchen, und seine Theorien, Symbole, persönlichen Reflektionen, und die Figur, die ein unauslöschbares Mal in der Geschichte der Psychologie hinterließ, zu erkunden.

Der Mensch und seine Symbole von Carl G. Jung

Die besten Bücher von Carl Gustav Jung

Jungs Werk ist umfangreich und zeigt eine Menge an Material seiner eigenen Autobiografie, Bücher mit seinen Essays und persönlichen Reflektionen eingeschlossen. Wir können sogar die Korrespondenz zwischen Jung und Freud zwischen 1906 und 1913 finden. Diese Briefe tauchen tiefer in die Entwicklung der psychoanalytischen Bewegung, und die Beziehung der beiden ein.

In diesem Beitrag über Carl Gustav Jungs besten Bücher ist es unsere Priorität, seine repräsentativsten Werke zu zeigen. Wir haben nach den Büchern gesucht, die mit ihren Konzepten, Theorien und Ideen jedem gefallen, Novizen und Experten.

1. Der Mensch und seine Symbole

Am Anfang des Beitrags haben wir bereits den Ursprung des Buchs erklärt. Nach dem BBC Interview fragte ihn ein bekannter Politiker, ob er seine theoretischen Konzepte mit der Allgemeinheit in der einfachsten und lehrreichsten Weise teilen könne. Er tat dies, und es wurde das letzte Buch, das er vor seinem Tod 1961 schrieb.

In Der Mensch und seine Symbole fallen uns die mehr als 500 Illustrationen zuerst ins Auge. Diese Bilder machen uns mit der Theorie der Symbolik, und der Wichtigkeit der Symbole in unseren Träumen, in der Kunst und sogar in unserem täglichen Verhalten vertraut.

„Ich bin nicht das, was mir passiert ist. Ich bin das, was ich entscheide zu werden.“
Carl Gustav Jung

 2. Die Archetypen und das kollektive Unbewusste

Dieses Buch ist essentiell. Es ist eines von Jungs interessantesten Bücher, und erklärt eines der kontroversesten Themen, die Archetypen.

Vor uns befindet sich eine Sammlung an Essays, die sich einerseits auf das kollektive Unbewusste, und auf der anderen auf die Natur des Archetyps stürzen. Dieser psychische Ausdruck der Strukturen, die wir von unseren Mitmenschen übernommen haben, ist ohne Zweifel das, was der Grundstein von vielen Werken Jungs ist.

Spirale mit Figuren drin

3. Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten

Wie wir bereits wissen, war Carl Gustav Jung der Gründer der analytischen Psychologie. Dieses Buch ist ohne Zweifel die beste Darstellung dieses Denkansatzes. Es ist im Wesentlichen auch eine Reflektion eines kleinen Teils der Geschichte der Psychologie.

Auf diesen Seiten führt uns Jung durch eine viel originalere Idee, als die, die Freud uns zu dieser Zeit über die menschliche Psyche bot. Seine fortlaufenden Studien und Berichtigungen zu diesem Thema geben uns ein besseres Verständnis über das Unbewusste. Hier führt Jung die Zweischneidigkeit zwischen dem kollektiven Unbewussten, und dessen Einfluss auf das individuelle Unbewusste ein.

4. Synchronizität, Akausalität und Okkultismus

Synchronizität, Akausalität und Okkultismus ist ein kleines Juwel, welches Carl Gustav Jung zusammen mit Wolfgang Pauli verfasst hat, einem Nobelpreisträger und Physiker, der eines der Väter der Quantenmechanik ist. In diesem Buch können wir in eines der interessantesten und bekanntesten Jung‘schen Konzepte tauschen. Wir sprechen natürlich von der Synchronizität.

Jung sprach das erste Mal von dieser Idee in den Eranos Tagungen, die jedes Jahr in Ascona in der Schweiz organisiert werden. Manch Artikel, Essay, oder Buch kamen aus diesen Treffen. Dies war in den Fünfziger Jahren, und der schweizer Psychologe präsentierte seinen Kollegen und dem Rest der akademischen Welt etwas polemisches und gleichzeitig ansprechendes. Was wir als Zufall verstehen, ist nicht auf eine einfache Chance zurückzuführen, sondern auf etwas, dass er Synchronizität nannte.

Das Buch geht auch über die Beziehung zwischen dem bereits genannten Konzept, und einer anderen genauso wichtigen Idee ins Detail, nämlich der Intuition.

5. Seelenprobleme der Gegenwart

Dies ist eines von Jungs Büchern, die seine Arbeit am besten repräsentiert. Gleichzeitig ist es ein wundervoller Ausflug in die Welt des Unbewussten. Trotz der Tatsache, dass das Buch zum größten Teil von Träumen handelt, können wir hier den Teil unseres komplexen und einschränkenden Verhaltens „verfolgen“, welches wir in unserem bewussten Leben zeigen.

Jungs Sichtweise in der Interpretation von Träumen unterschied sich von der von Freud. Er strebte es nicht an, die klassischen sexuellen Fixierungen, die während der Kindheit entwickelt werden, zu interpretieren. Im Gegenteil. Er wollte eine „Karte der Gegenwart“, und eine aus dem Kontext, in dem seine Patienten lebten, ausfindig machen. Damit wollte er in der Lage sein, den Grund ihres Verhaltens und ihres emotionalen Leidens zu verstehen.

Dies ist ohne Zweifel eines der unentbehrlichsten Bücher, um Carl Gustav Jungs Vermächtnis zu verstehen.

6. Über Konflikte der kindlichen Seele

Manche unserer Leser könnten überrascht darüber sein, den Begriff „Seele“ in einem Buch über die Psychologie zu lesen. Es ist wichtig zu wissen, dass in Carl Gustav Jungs Werk diese Idee, dieses Konzept allgegenwärtig ist.

Tatsächlich kann, wie Jung es in seiner eigenen Autobiografie erklärt hat, kein Mediziner einen Patienten heilen, ohne zuerst mit dessen Seele einen Kontakt herzustellen.

Diese Idee gibt uns einen Hinweis auf Jungs ganzheitliche Herangehensweise an Menschen. Er glaubte, dass die Kindheit und Jugend die wichtigsten Phasen des menschlichen Lebens sind, und dass wir ihnen eine größere Aufmerksamkeit schenken sollten. Auf diese Weise bestimmen mögliche Konflikte, Defizite und Vorurteile, die das Kind in seinem familiären Rahmen erfährt, sowie die Persönlichkeit der Eltern, unzweifelhaft das Wohlbefinden oder die potentiellen psychologischen Probleme des Kindes im späteren Leben.

Kurioserweise widmete Sigmund Freuds Tochter ihr Leben dieser Bestimmung. Sie bot psychologische Hilfe für Kinder mit einem Kindheitstrauma an. Freud selbst richtete seine Aufmerksamkeit nie auf diesen Bereich und entwickelte ihn in seiner Arbeit nicht völlig.

trauriger Junge

7. Die Psychologie der Übertragung

In diesem Blog haben wir bereits gelegentlich vom interessanten Konzept der Übertragung gesprochen. Es ist eine Idee, die in der Psychoanalyse oder der Psychodynamik immer sehr präsent ist.

Dies ist eines der repräsentativsten Bücher von Carl Gustav Jung zu diesem Thema. Er zeichnet auch eine interessante Parallele zwischen der Alchemie und der Transzendenz, und zwischen dem Patient und dem Therapeut. Wie wir bereits wissen, kann die täglich praktizierte Psychotherapie ein Phänomen hervorbringen, in dem der Patient am Ende seine Erfahrungen und Emotionen auf den Therapeuten projiziert, und damit den Heilungsprozess erschwert.

In diesem Buch nutzt Jung erneut seine symbolischen Figuren, um die Dynamik und Verbindungen zu erklären, die manchmal zwischen dem Mediziner und dem Patienten entstehen.

8. Traum und Traumdeutung

Dieses Buch umfasst sechs interessante Essays. In diesen Essays werden wir aufs Engste mit dem vertraut, welches wir als „Tiefenpsychologie“ verstehen. Dieses Konzept repräsentiert den wahren Grundstein von Jungs Theorie. Es ist wichtig zu wissen, dass für diesen schweizer Psychologen alle geistigen Phänomene eigentlich Formen der Energie sind.

„Die allgemeine Funktion der Träume ist, solche Störungen des geistigen Gleichgewichts auszugleichen, in dem sie Inhalte komplementärer und kompensatorischer Art hervorbringen.“
Carl Gustav Jung

Im ersten Essay mit dem Titel „Von der Energie der Seele“ bietet er eine interessante Einführung, um bestimmte Akpekte unserer Persönlichkeit, wie die Introvertiertheit und der Extrovertiertheit, besser verständlich zu machen. Später geht er in „Allgemeine Gesichtspunkte zur Psychologie des Traumes“ und „Vom Wesen der Träume“ auf eine Weise tiefer in die Studie des menschlichen und sozialen Verhaltens, und der Träume ein, das sowohl Novizen, als auch Experten diese repräsentativen Konzepte besser verstehen können.

Es ist auch interessant anzumerken, dass dieser Band mit einem Essay mit dem Titel „Psychologische Grundlagen des Spiritismus“ endet. Hier erklärt der Autor mit gewohnter Klarheit die objektiven Erwägungen der Jung‘schen Psychologie zum Thema, welche unzweifelhaft interessant sind.

9. Schriften zu Spiritualität und Transzendenz

Carl Gustav Jung glaubte nicht an Gott, sondern an die Spiritualität, und die Art, in der jeder ihrer Aspekte den Kern unserer Kultur, und demzufolge unsere Menschlichkeit selbst festlegt.

„Es wäre von der Psychologie ungerecht, die Religion mit allem, was sie ist, und wie nah sie der menschlichen Seele ist, zu ignorieren“
Carl Gustav Jung

Dies ist ein persönliches und leidenschaftliches Buch. Es ist die perfekte Wochenendlektüre, wenn du die erweiterte Sicht auf die analytische Psychologie besser verstehen möchtest, die Carl Gustav Jung unterstützt, und als wundervolles Vermächtnis hinterlassen hat. Wenn es eine Sache gab, die er immer im Sinn hatte, dann war es, dass wir wenn wir die Wurzeln eines anderen verstehen wollen, wir das spirituelle Flugzeug nicht vergessen dürfen. Jung zufolge müssen wir alle Phänomene und Traditionen in Betracht ziehen, die den Ursprung des psychischen Lebens stellen.

Demnach sollten wir verstehen, dass Jungs Bücher, und besonders Schriften zu Spiritualität und Transzendenz, eine Reflektion seiner Aufgeschlossenheit sind. Er war für alles, was er beobachtete, empfänglich und sensibel, und versuchte hinter dem Gewöhnlichen zu sehen, um die Bedeutung in der Realität der menschlichen Seele zu finden.

Dieses Buch ist eine Sammlung, ein Ausflug durch die Anthropologie, Religion, Kunst und Spiritualität, die eine Auwirkung auf jeden Leser haben werden.

10. Erinnerungen, Träume, Gedanken

Nun befinden wir uns im Jahr 1957, indem Carl Jung 81 Jahre alt ist. Für ihn ist es der perfekte Moment, um ein erlösendes und bedeutungsvolles Projekt zu beginnen, welches seine eigene Lebensgeschichte ist. Jung schrieb es gemeinsam mit seiner Kollegin und Freundin Aniela Jaffe. Auf diesen Seiten lernen wir von seinen nachhaltig prägenden Jahren, über seine angespannte aber produktive Beziehung zu Freud, und wie jeder Ausflug, jedes Gespräch, jede Entdeckung und Erfahrung das formte, was er „den Grund seiner Seele“ nannte.

Es lohnt sich zu erwähnen, dass der Leser nicht einem einfachen Buch voller Erinnerungen und persönlicher Reflektionen von jemandem in der Abenddämmerung seines Lebens begegnet. Jung macht sich noch einmal die Grundlagen seiner Theorien zu Nutze. Er beschreibt seine Ideen über den menschlichen Verstand, das Unbewusste, die Rolle der Symbolik, und die Prinzipien der Psychotherapie.

Dieses Buch hilft uns dabei, Carl Gustav Jungs Gedanken, und seine persönliche Arbeit als Psychologen besser zu verstehen.

11. Das Rote Buch

Wir haben für das letzte Buch eines von Carl Gustav Jungs wertvollsten und auch schwierigsten zu verstehenden Büchern aufgehoben. Wir sprechen natürlich von Das Rote Buch. Es ist für eine Reihe von Gründen so besonders. Eines davon ist, dass er 15 Jahre brauchte, um es fertigzustellen. Oder zumindest um zu beschließen, dass es alles enthält, was er darin kommunizieren wollte.

Ein anderer Punkt, den wir hervorheben müssen, ist dass seine Erben es nicht an die Öffentlichkeit bringen wollten. Erst 2009 hatten wir den Zugang zu diesem eigenartigen, gewundenen Buch, welches zugleich faszinierend und verstörend ist. Das Rote Buch, oder Liber Novus, erzählt und illustriert die furchterregenden Visionen, die Jung zwischen 1913 und 1916 hatte. Seine Absicht dieses Buch zu schreiben, war diese Bilder zu verstehen, und die dazugehörigen Symbole ans Licht zu bringen.

Spirituelles Bild mit einer Blume

Das Rote Buch ist kein philosophisches, wissenschaftliches, oder literarisches Buch. Es ist ein unklassifizierbares Werk mit prophetischen und mythenhaften Nuancen, das zahlreiche Interpretationen erlaubt. Und es erfordert mehrere Versuche, wenn du es verstehen, oder sogar genießen möchtest. Es ist schließlich ein großartiges Juwel, dass sich lohnt, gelesen zu werden, nachdem du etwas mehr von Jungs Theorie verstanden hast.

„Es gab einmal eine Blüte, ein Stein, ein Kristall, eine Königin, einen König, einen Palast, einen Liebenden und seine Geliebte, irgendwo, vor langer, langer Zeit, auf einer Insel mitten im Ozean, vor 5000 Jahren – Solcher Art ist die Liebe, die mystische Blume der Seele. Das ist das Zentrum, das Selbst.“
Ausschnitt aus: Das Rote Buch

Zusammenfassend, trotz der Tatsache, dass es viel mehr Bücher, Essays, Artikel, Werke, etc. von Carl Gustav Jung gibt, bieten diese elf Empfehlunen eine exzellente Respäsentation einer unentbehrlichen und unvergesslichen Figur, die ein wenig unserer Zeit verdient. Was wir vom Lesen dieser Bücher von Carl Gustav Jung bekommen, ist genauso bereichernd, wie faszinierend.

Literaturliste

Jung, Carl G., (1985), Der Mensch und seine Symbole. Patmos Verlag.

Jung, Carl G., (2009), Die Archetypen und das kollektive Unbewusste. Patmos Verlag.

Jung, Carl G., (2009), Die Beziehungen zwischen dem Ich und dem Unbewussten. dtv. Verlag.

Jung, Carl G., (1952), Synchronizität, Akausalität und Okkultismus. dtv.

Jung, Carl G., (1997), Seelenprobleme der Gegenwart. dtv.

Jung, Carl G., (1910), Über Konflikte der kindlichen Seele. Leipzig, Deuticke Verlag.

Jung, Carl G., (1991), Die Psychologie der Übertragung. dtv.

Jung, Carl G., (2001), Traum und Traumdeutung. dtv.

Jung, Carl G., (2013), Schriften zu Spiritualität und Transzendenz. Patmos Verlag.

Jung, Carl G., (2016), Erinnerungen, Träume, Gedanken. Patmos Verlag.

Jung, Carl G., (2013), Das Rote Buch, Patmos Verlag.

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