Ballontechnik: Kindern helfen, sich zu beruhigen

· 24. Oktober 2018

Die Ballontechnik ist eine gute Methode, Kindern zu helfen, ihre Emotionen zu regulieren und emotionale Intelligenz zu erhöhen. Diese Technik kann es Kindern einfacher machen, sich zu beruhigen, und gleichzeitig können sie so mehr Bewusstsein für ihren Körper entwickeln. Es ist eine einfache Technik, die Eltern ab dem 7. Lebensjahr des Kindes anwenden können.

Niemand ist gern dabei, wenn Kinder von ihrer Frustration überwältigt werden. Auch möchte niemand Zeuge eines Wutanfalls werden, bei dem sich ein Kind wütend und schreiend zu Boden wirft. Vor allem dann, wenn die Kinder noch sehr jung sind, kann ihre emotionalen Innenwelt, die ihnen noch nicht vertraut ist, schnell zu einem Problem und einer Quelle familiärer Spannungen werden.

„Die Prämisse ist, dass Kinder über ihre Emotionen lernen müssen, dass alle Gefühle in Ordnung sind, aber das nicht alle Reaktionen in Ordnung sind.“

Daniel Goleman

Man sollte jedoch auch nicht über das Ziel hinausschießen. Das Ziel der Eltern sollte nicht sein, alle Faktoren, die dem Kind Angst machen, aus dem Leben des Sprösslings zu entfernen. Das wäre nicht sinnvoll. Es ist auch keine gute Idee, den Weg des Kindes so zu ebnen, dass alles immer angenehm und perfekt ist. Denn die Welt funktioniert leider nicht so. Der Schlüssel liegt darin, den Kindern die Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie ihre Angst, Wut und Traurigkeit selbst bewältigen können.

Die Ballontechnik ist eine originelle und äußerst nützliche Strategie, die man Kindern dazu beibringen kann.

Ein kleiner Junge scheint wütend zu sein.

Die Gefühle eines Kindes respektieren, ohne seine Angst zu stärken

Kinder nutzen oft Schluchzen, Schreien und Wutanfälle, um mit einem Problem umzugehen. Das kann etwas sein, was ihnen nicht gefällt, oder eine Situation, die ihnen Angst bereitet. Diese Techniken sind oft die einzigen Werkzeuge, die sie zur Verfügung haben. Erwachsene sollten darauf nicht frustriert reagieren oder eine Standpauke halten bzw. die Situation durch Bestrafung noch verschlimmern. Stattdessen sollten sie sich in die Lage des Kindes versetzen. Oder, um genauer zu sein, Eltern müssen verstehen lernen, was im Kopf ihres Kindes vor sich geht.

Die Großhirnrinde reift stetig, aber langsam, bis ins dritte Lebensjahrzehnt. Daher entwickeln sich Impuls- und emotionale Kontrolle erst nach der Pubertät in vollem Maße. Das ist ein langer Zeitraum, der mit vielen Konflikten für die Heranwachsenden verbunden ist.

Manche Kinder regulieren ihre Emotionen gut. Dann gibt es Kinder, die viel sensibler sind und sich unbehaglicher fühlen. Diese Kinder sind generell lauter, wenn es darum geht, ihre Ängste zu artikulieren. Sich dieser Tatsache bewusst zu sein, ist sehr wichtig. Letztendlich sollte das wesentliche Ziel der Eltern sein, ihrem Kind gegenüber einfühlsam aufzutreten. Sie sollten versuchen, seine Frustration und Wut zu verstehen. Dabei sollten sie auch daran denken, dass die Bestätigung einer Emotion nicht dasselbe ist, wie sich mit der Reaktion auf diese Emotion einverstanden zu zeigen. Es bedeutet nur, anzuerkennen, dass diese Emotion existiert.

Eltern sollten in diesem Kontext Werkzeuge bereitstellen, die es dem Kind ermöglichen, seine Emotionen zu verstehen. Diese werden ihm helfen, mit seinen Gefühlen besser umzugehen bzw. diese zu verarbeiten. Daher ist die Ballontechnik auch so nützlich. Es ist eine wunderbare Methode, die man Kindern beibringen kann, wenn sie das 7. Lebensjahr erreicht haben.

Wie kann die Ballontechnik Kindern helfen?

Die Ballontechnik ist eine Übung, die man Kindern beibringen kann, damit sie sich beruhigen und ihre Impulse besser kontrollieren können. Sie sollte vor allem dann ausgeführt werden, wenn die Kinder nervös oder wütend sind. Wenn ein Kind sich in einem solchen Zustand befindet, hilft ihm diese Methode, sich selbst zu kontrollieren und die Ruhe zu bewahren. Gleichzeitig werden seine psychomotorischen Fähigkeiten stimuliert und es wird darin unterstützt, ein Bewusstsein für seinen Körper zu entwickeln.

Ein Mädchen in einer Spielecke hält einen Ballon in seinen Händen.

Was brauchen wir für diese Technik?

Um die Ballontechnik mit einem Kind auszuprobieren, bedarf es folgender Materialien und folgende Bedingungen sollten geschaffen werden:

  • Ein Ballon für das Kind
  • Matten oder Kissen, damit es sich entspannen kann
  • Ruhe – es ist anzustreben, dass das Kind sich in einer komfortablen, geräumigen und sicheren Umgebung befindet, die ohne viele Stimuli auskommt

Diese Technik sollte nicht ohne Aufsicht angewendet werden. Ein Ballon sollte nicht an Kinder ausgehändigt werden, die jünger als 7 Jahre sind, da dies gefährliche Konsequenzen für die Gesundheit des Kindes haben kann.

Was müssen wir tun?

Um diese Technik zu üben, sollten die folgenden Schritte ausgeführt werden:

  • Das Kind sollte keinen Ballon erhalten, bis der Erwachsene erklärt hat, wie diese Aktivität (oder dieses Spiel) funktioniert.
  • Diese Erklärung sollte in einfachen Worten beschreiben, wie der menschliche Körper auf besondere Weise reagiert, wenn er Spannungen und Emotionen wie Wut, Zorn oder Frustration erlebt.
  • Sobald dem Kind dies klar ist, erhält es den Ballon. Danach wird es gebeten, den Ballon so weit aufzublasen, bis dieser platzt. Während das Kind dies tut, sollten wir ihm sagen, wie unsere Emotionen diesem Ballon gleichen. Je wütender wir sind, desto mehr negative Emotionen fressen wir in uns hinein. Daher wird der innere Druck immer weiter ansteigen. Bis wir an einem bestimmten Punkt explodieren, um diesen Druck entweichen zu lassen.
  • Nachdem der Ballon geplatzt ist, geben wir dem Kind einen weiteren Ballon. Aber dieses Mal sagen wir ihm, dass es den Ballon nur ein wenig aufblasen und dann die Luft entweichen lassen soll. Der Ballon wird in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehren, ohne zu platzen. Der Ballon versinnbildlicht nun, dass wir einen entspannten Zustand erreicht haben.
  • Zuletzt sollten wir das Kind bitten, sich auf den Boden (auf die Matten oder Kissen) zu legen.
  • Jetzt soll sich das Kind vorstellen, es wäre ein Ballon. Ein wütender und zorniger Ballon, der sich mit viel Luft füllt. Sein Bauch füllt sich, ihre Arme, ihre Beine … Es soll sich vorstellen, dass es bald platzen werde, weil seine negativen Emotionen die Oberhand gewonnen haben.
  • Was jetzt? Jetzt soll das Kind ruhig ausatmen und sich vorstellen, wie diese negative Emotionen aus ihm entweichen. Wahrscheinlich wird es sich danach erleichtert fühlen.
  • Abschließend sollten wir das Kind daran erinnern, dass es an den Ballon denken soll, wenn es von seiner Wut überwältigt wird.
Ein Junge liegt entspannt auf einer Wiese.

Wenn wir nervös sind, gibt es nichts Besseres, als tief durchzuatmen und die Luft langsam aus den Lungen entweichen zu lassen. Wenn wir so die innere Anspannung abbauen, werden wir uns sich wohler fühlen.