Aus welchen Gründen essen wir, obwohl wir gar keinen Hunger haben?

2. Mai 2016 en Emotionen 2 Geteilt

Bestimmt hast auch du schon einmal das Erste, was du im Kühlschrank oder in der Speisekammer gesehen hast, als du sie aufgemacht hast, gegessen. Dir ist es vielleicht auch schon mal passiert, dass du auf der Straße gelaufen bist und auf einmal das plötzliche Bedürfnis verspürt hast, dir eine Packung Kekse, einen Snack oder im Sommer ein Eis zu kaufen.

Aber weißt du, wieso du in diesem Moment tatsächlich Hunger hattest?

Um das erklären zu können, beginnen wir zuerst mit einer fast standardmäßigen Definition von Hunger, die wir in vielen Wörterbüchern finden können und die wie folgt lautet:

„Hunger ist das Gefühl, das das natürliche Bedürfnis beschreibt, dem Körper Nahrung zukommen zu lassen, hervorgerufen durch Substanzen, die im Hypothalamus im Gehirn entstehen.“

Wenn du an die Momente, die wir zuvor beschrieben haben, zurückdenkst, kann es gut sein, dass du danach wieder etwas hättest essen können, auch wenn deine letzte Mahlzeit noch nicht einmal verdaut war. Dir ist sicherlich nicht aufgefallen, dass dein Bauch danach grummelte oder im schlimmeren Fall dein Glukosespiegel gesunken ist, was zu Ermüdung und Schwindel führt.

Frau mit einer Schokoladentafel in der Hand

Wichtig ist, dass wir uns darüber im Klaren sind, wann wir aus Hunger essen und wann aus purer Lust. Denn das ist der große Unterschied und hilft uns dabei, diese Gelüste im Zaum zu halten.

Wenn du dich einmal darauf konzentrierst, wirst du erkennen, wie oft du isst, ohne hungrig zu sein. Doch aus welchen Gründen essen wir eigentlich, ohne Hunger zu verspüren? Unser Gemütszustand und unterschiedliche Alltagssituationen spielen hierbei eine große Rolle.

Situationen, die uns zum Essen bewegen, obwohl wir keinen Hunger haben:

1. Stress auf der Arbeit oder Prüfungsstress

Diese Situationen können auf physischer Ebene bewirken, dass wir Stress durch Rauchen, Essen oder übermäßigen Alkoholkonsum abbauen. Außerdem verlieren wir auch über etwas anderes die Kontrolle: Wir greifen zuerst unterbewusst zu ungesunden Lebensmitteln, die Fette, Salze und Zucker enthalten.

Das kann einer der Gründe sein, weshalb wir so viele Zwischenmahlzeiten zu uns nehmen und uns auch noch für die ungesunde Variante entscheiden. Bedenken sollten wir noch, dass wir auch die Übersicht darüber verlieren, wie viel wir essen – ein wichtiger Aspekt im Bezug auf die vielen kleinen Mahlzeiten, die sich summieren.

Die Summe von Zwischenmahlzeiten, bestehend aus ungesunden Nahrungsmitteln und einer Vielzahl an kleinen Mahlzeiten, führt zwangsläufig zu noch mehr Stress, Angst oder sogar zu Reue oder Frustration. Das kann sogar als Folge haben, dass wir auf uns selbst sauer sind, wegen all dem, was wir gegessen haben.

2. Besorgnis wegen anstehender Veränderungen

Wir hören immer wieder Leute sagen, dass sie keinen guten Schlaf haben, weil sie besorgt sind und mitten in der Nacht aufstehen und etwas essen. Wenn wir essen, versuchen wir manchmal, damit unsere Nervosität zu beruhigen, verwechseln das aber mit einem knurrenden Magen. Wie zuvor beschrieben, müssen wir die Situation, die wir als stressig oder außergewöhnlich erleben, hinterfragen, um zu wissen, wieso wir diese Gelüste verspüren.

Die Besorgnis darüber, ob etwas gut gehen wird und wir die Ziele dieser Veränderung erreichen werden, ist es, was Sorgen oder Stress auslösen kann. Diese beiden Übeltäter sind dafür verantwortlich, dass wir nicht gut schlafen können oder den ganzen Tag über die Folgen der besagten Veränderung nachdenken. Und diese Situation kann auch unsere Essgewohnheiten bestimmen.

Nervoese Frau sitzt an Tisch voller Essen

3. Die Werbung beeinflusst unser Essverhalten

Tricks der Werbung lösen bei uns unterbewusst gewisse Gefühle aus und die Werbemacher nutzen das, um ihre Verkäufe zu steigern; sie wollen, dass wir uns an die Melodie ihrer Werbung erinnern oder ihren Slogan kennen.

Wenn wir hier einmal tiefer in die Materie gehen, passiert doch eins: Wenn wir einen Werbespot zu einem Nahrungsmittel sehen oder hören, werden wir dazu verleitet, dieses auch zu konsumieren, egal wie viel Uhr es ist. Wie oft hast du schon einen Werbespot über ein Erfrischungsgetränk gesehen und bist an den Kühlschrank gegangen und hast es herausgenommen und getrunken?

Wie können wir diese Reaktionen aber kontrollieren?

  • Zähle die Stunden, in denen du nicht isst. Wenn es weniger als drei sein, versuche, nichts zu dir zu nehmen, bis du wirklich ein Gefühl von Hunger verspürst.
  • Halte kurz inne, atme tief durch, finde heraus, ob du nervös bist oder den ganzen Tag unter Stress gestanden hast. Wenn dem so ist, dann bist du bestimmt nicht hungrig, sondern hast das Bedürfnis, dich von deiner emotionalen Erschöpfung zu befreien.
  • Du siehst gerade einen Film, eine Serie oder irgendetwas anderes im Fernsehen und nachdem du ein bestimmtes Lebensmittel dort gesehen hast, hast du Lust darauf bekommen. Vielleicht hast du Durst und du kannst probieren, ein Glas Wasser zu trinken, anstatt zum Erfrischungsgetränk zu greifen. Probier es mal, vielleicht reicht dir das schon aus.

Egal aus welchem Grund du ohne Hungergefühl isst – es ist zuerst wichtig, dass du dir vor Augen  führst, dass du es tust und du musst es akzeptieren, um danach herausfinden zu können, was eigentlich dahinter steckt. Dann kannst du versuchen, den Stier bei den Hörnern zu packen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

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