Angst wird niemals verschwinden

9. Mai 2019

Die Annahme, dass die Angst niemals verschwinden werde, kann zu noch mehr Angst führen. Allein der Gedanke daran lässt dein Herz schneller schlagen. Das ist etwas ganz Natürliches oder zumindest Verständliches. Die Gesellschaft hat dir beigebracht, vor der Angst zu fliehen, anstatt sie einfach anzunehmen. Vor allem aber hast du gelernt, Angst zu vermeiden, auch wenn du nicht weißt, ob sie sich manifestieren wird oder nicht.

Dieses Gefühl, das wir oft als „negativ“ bezeichnen, ist immer präsent. So sehr du es auch zu verdrängen versuchst, es ist unmöglich, denn es spielt eine wichtige Rolle für dein Überleben: Angst versetzt dich in einen Alarmzustand und macht dich dafür bereit, auf mögliche Gefahren zu reagieren.

Vor Tausenden von Jahren war dies sehr hilfreich, als der Mensch regelmäßig wirklichen Gefahren ausgesetzt war. Heute aber leben wir normalerweise sehr ruhig und unsere Ängste haben sich deutlich verändert. Sie haben sich so sehr verändert, dass dein instiktives Kampf- oder Fluchtverhalten praktisch nutzlos geworden ist. Mit anderen Worten, in den Situationen, in denen du wirklich gefährdet bist, hast du heute viel seltener Angst. In denen aber, die deine physische Integrität nicht bedrohen, wirst du krank vor Angst.

Ist dein Leben wirklich in Gefahr, wenn du einen Vortrag an der Uni oder auf Arbeit halten musst? Wirst du sterben, wenn du dich von deinem Partner trennst oder er sich von dir? Die Ängste, die sich aus diesen Situationen ergeben, sind andere, neue Ängste. Sie gefährden dich nicht, auch wenn sie vielleicht der Befriedigung deiner Bedürfnisse im Weg stehen. Es ist sogar so, dass sie dich auf eine Art und Weise reagieren lassen, die dich einer Lösung keinen Deut näherbringt.

Manchmal lassen wir auch zu, dass die Angst uns sogar lähmt. Das hätte vor Tausenden von Jahren noch zum Tod geführt. Deshalb will deine Angst, dass du sofort handelst, anstatt ruhig zu bleiben und deinen Kurs mit Bedacht zu ändern.

Veränderung lässt dich wachsen

Angst wird niemals gänzlich verschwinden, weil es immer Veränderungen in deinem Leben geben wird. Wenn du beispielsweise daran denkst, ein Unternehmen zu gründen, hast du wahrscheinlich Angst, damit zu scheitern. Ebenso hast du Angst, nicht die notwendigen Einnahmen zu erzielen oder dass andere über deine Fehler lachen. Dennoch ist es gut, wenn du dich selbstständig machst, weil du, egal was passiert, auf dein Ziel zugegangen bist und als Person daran wächst.

Zum Problem wird deine Angst, wenn du dich hinter ihr versteckst, anstatt dich ihr zu stellen. Mit anderen Worten, wenn du in deiner Komfortzone bleibst, ohne ein Risiko einzugehen und etwas zu wagen, das dein momentanes Gefühl der Sicherheit gefährden könnte. Und dann beginnst du, dir vorzustellen, was alles Schreckliches passieren könnte, obwohl in Wirklichkeit niemand weiß, was die Zukunft bringt. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf trittst du immer auf derselben Stelle, während Stunden, Tage und Jahre vergehen. Mit der Zeit fühlst du dich leblos, als hättest du keine Ziele mehr im Leben. 

Eine Frau, die von Fäden gehalten wird, wie eine Marionette

Ja, es ist schön und bestimmt auch sehr sicher in deiner Komfortzone. Gleichzeitig nimmst du hier aber eine passive Haltung an. So sehr, dass, wenn sie ein Garten wäre, nichts darin wachsen würde außer Unkraut. Der Grund, warum es so verlockend ist, in deiner Komfortzone zu verweilen, ist, dass sie dich wohlfühlen lässt. In ihr bist du sicher und bleibst gesund. Es kann jedoch auch passieren, dass das Gefühl aufkommt, dass du deine Zeit verschwenden und Gelegenheiten verstreichen lassen würdest. Und damit lägst du gar nicht so falsch.

Menschen, die Angst vor Veränderungen haben, beneiden oft diejenigen, die Risiken eingehen und ständig ihre Komfortzone verlassen. Etwas in diesen Menschen schreit „Mach etwas!“  oder „Du hast auch Träume und Wünsche, gehe ihnen nach!„.  Für einen Moment spürst du vielleicht einen gewissen Drang und überlegst, etwas zu unternehmen. Aber wenn es dann an der Zeit ist, zu handeln, entscheidest du, doch wieder nur am Fleck zu verharren und einfach nichts zu tun.

Verwende die Angst zu deinen Gunsten

Selbst wenn du versuchst, zu rennen, wird die Angst niemals verschwinden. Es wird immer Situationen geben, die dich überraschen und deine alltägliche Routine völlig aus dem Konzept bringen. Dann wird deine Komfortzone erschüttert und du empfindest Angst. Und du hast die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen: Wenn dir deine Ängste in die Quere kommen, denke daran, dass all deine Wünsche auf der anderen Seite liegen. Willst du deine Träume wirklich aufgeben?

Wie kann es sein, dass die Angst niemals verschwindet? Wir kannst du besser mit ihr umgehen? Wie kannst du sie zu deinen Gunsten einsetzen? Um dies zu erreichen, geben wir dir zwei kurze Ratschläge. Obwohl sie auf den ersten Blick einfach erscheinen mögen, setzen wir sie im Moment der Wahrheit oft nicht ein. Wenn du jedoch diesen sehr restriktiven Ängsten endlich ein Ende setzen möchtest, kannst du mit den folgenden Tipps wirklich gute Ergebnisse erzielen:

  • Wenn die Angst dich lähmt, denke nicht lange nach, handle! Sobald dieses Gefühl der Angst dich zu lähmen beginnt, musst du aufhören, darüber nachzudenken. Dein Geist ist sehr mächtig. Blockiere diese Gedanken und handle einfach, ohne darüber zu grübeln. Sobald du aktiv wirst, wirst du feststellen, dass deine Angst nachlässt.
  • Verwende deine Angst als Quelle der Motivation. Wenn dir etwas Angst macht, nutze diese Emotion, um sie in etwas Positives umzuwandeln. Lass die Angst zu deinem Antrieb werden. Wenn du beispielsweise Angst davor hast, dein eigenes Unternehmen zu gründen, motiviere dich mit dieser Angst, damit du dich besser vorbereitest und nach Möglichkeiten suchst, bei denen du dich sicherer fühlen kannst. Sprich beispielsweise mit Personen, die dir helfen können, oder suche nach erfahrenen Partnern für dein Geschäft.
Ein Mädchen, das auf Vögeln in den Himmel fliegt

Da die Angst niemals verschwinden wird, ist es besser, sie zu deinem Verbündeten zu machen. Angst kann dir helfen, Hürden zu überwinden und zu erkennen, dass du mehr Optionen hast. Denke daran, dass deine Ängste immer noch da sind, auch wenn du dich vorwärtsbewegst und wächst. Du kannst jedoch beginnen, deine Ängste zu deinen Gunsten einzusetzen, um das zu bekommen, was du möchtest.