Aktiv Altern - Was hat es damit auf sich?

05 November, 2020
„Aktiv Altern“ ist eine neue Orientierung für die letzte Lebensphase. In diesem Rahmen kann man also über Verluste und deren Deckung sprechen, aber auch über Erfahrung und ihren immensen Wert. Wie können wir diejenigen pflegen und schützen, die weiterhin ein großes Erbe hinterlassen?

Jeder Mensch altert anders. In einem Kontext, der den Einfluss von Kultur, Gesellschaft, erblichen Faktoren oder Erziehung anerkennt,betont die Weltgesundheitsorganisation, dass „Aktiv Altern“ außerordentlich wichtig ist. Aber warum ist das so?

Heute berichten wir, worum es beim Altern geht und wie es sich im Laufe der Geschichte entwickelt hat. Wir werden auch über einen interessanten Vorschlag im Zusammenhang mit diesem Thema sprechen.

Aktiv Altern wird von der Weltgesundheitsorganisation betont

Die Geschichte des Alterns

Das Altern wurde im Laufe der Geschichte auf unterschiedliche Weise konzipiert:

  • Antikes Griechenland. In Politeia bezeichnete Platon das Alter als eine positive Phase. Aristoteles sagte jedoch, es sei eine Phase der Schwäche und des Mitgefühls in der Rhetorik. Darüber hinaus charakterisierte er ältere Menschen als misstrauisch, launisch, egoistisch und zynisch.
  • Cicero. Er betrachtete das Alter als das Stadium des Verstandes und der Vernunft. Darüber hinaus sprach er von der Bedeutung der Vorbereitung auf das Alter.
  • Horacio. Dieser Mann meinte, dass das Alter keine goldene Phase sei, weil es mehr Anpassungen erfordere.
  • Mittelalter. Zu dieser Zeit schlug der heilige Thomas von Aquin vor, dass das Alter gleichbedeutend mit Dekadenz sei.
  • Renaissance. Diese Ära war geprägt von einer Flucht vor dem Tod. Darüber hinaus wurden ältere Menschen in dieser Zeit als „im Verfall“ betrachtet. Einige sagten, die älteren Menschen seien Experten für Tricks und Hexerei.
  • 19. Jahrhundert. Die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen gaben dem Konzept des Alters eine Wendung.
  • 20. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellten Wissenschaftler eine größere Bevölkerung fest. Nach der Bekämpfung verschiedener Infektionskrankheiten stieg die Lebenserwartung dank des Fortschritts von Protokollen und medizinischer Technologie.

Altern in der Neuzeit

Derzeit ist das Altern ein Stadium, über das sich die Menschen nicht allzu viele Sorgen machen, abgesehen von denjenigen, die pflegende Angehörige sind, und denjenigen, die dieses Stadium erreicht haben. Es gibt viele ältere Menschen in der westlichen Welt. Vielleicht liegt das daran, dass die Gesellschaft die Menschen ermutigt, länger jung zu bleiben, und viele von ihnen halten das Altern, unter anderem durch zahlreiche Arten von Produkten, Bewegung und Operationen ab.

Darüber hinaus sprechen wir nicht groß über den Tod. Tatsächlich ist es so, als ob es sich um eine Sache handelt, die die Menschen einfach nicht wahrhaben wollen, sodass sie erst gar nicht darüber sprechen.

Dasselbe gilt für das Altern. In verschiedenen Ländern wird die ältere Bevölkerung ausgegrenzt und sie lebt hauptsächlich in Pflegeheimen. Die meisten sind von ihrem familiären Kern getrennt. Mit anderen Worten, die Gesellschaft ist von der Wertschätzung der Erfahrung eines älteren Erwachsenen zu einer völligen Unterschätzung übergegangen. Die meisten Menschen wollen nicht glauben, dass sie eines Tages dieses Alter erreichen werden.

Im Osten sieht das Ganze jedoch anders aus. In asiatischen Ländern, wie beispielsweise Japan, gelten ältere Erwachsene aufgrund ihrer vielen Fähigkeiten und Weisheiten als ehrenwert. Deshalb behandeln die Menschen sie mit Respekt und Bewunderung.

Was bedeutet “Aktiv Altern”?

Aktiv Altern besteht laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) darin, das Wohlbefinden auf drei Ebenen zu optimieren:

  • Körperlich. Diese Ebene besteht aus allem, was mit dem physischen Körper zu tun hat.
  • Sozial. Diese Ebene besteht aus den Interaktionen, die Menschen herstellen. Zum Beispiel kann eine toxische Umgebung zu einer schlechten Lebensqualität führen.
  • Geistig. Diese Ebene betrifft die affektive und kognitive Welt.

Die Idee ist es, sie alle zu berücksichtigen. Doch zu welchen Zweck? Um die Lebensqualität, Produktivität und gesunde Lebenserwartung aller Menschen im Alter zu erhöhen.

Aktiv Altern betont somit die Gesundheit auf ganzheitliche Weise. Es berücksichtigt alle Phasen, die der Einzelne durchläuft, da die Prävention dazu beitragen könnte, sie zu verbessern.

Aktiv Altern besteht laut der WHO darin, das Wohlbefinden auf drei Ebenen zu optimieren

Aktiv Altern: Warum ist es so wichtig?

Es handelt sich um eine wichtige Angelegenheit, da die Idee darin besteht, Menschen in der Alterungsphase ein mehrdimensionales Wohlbefinden zu bieten. Dazu müssten sie in verschiedenen Bereichen aktiv werden:

  • Gesundheit. Sowohl zur Unterstützung als auch zur Vorbeugung.
  • Wirtschaftlich. Damit Menschen, die ein hohes Alter erreichen, auch finanziell stabil sind.
  • Bildung. Zur Vorbeugung von Krankheiten und um den Geist aktiv zu halten.
  • Beruf. Einige Leute denken, dass sie nicht mehr arbeiten können, weil sie älter sind.

Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, um das Projekt Aktiv Altern in die Tat umzusetzen. Wir müssen lediglich ein System schaffen, an das wir uns anpassen können. Tatsächlich könnten ältere Menschen in jedem Bereich arbeiten, in dem sie wollen, da das Alter ein umfassendes Konzept ist. Darüber hinaus schlägt die Initiative Aktiv Altern Veränderungen in den Bereichen Verkehr, Wohnen und Gerechtigkeit vor.

Aktiv Altern geht jeden etwas an. Es geht darum, in verschiedenen Bereichen zusammenzuarbeiten, um die Lebensqualität in dieser Phase zu verbessern. Wir alle werden irgendwann alt. Wenn alle miteinander kooperieren, wird Aktiv Altern eine Realität.

Kalache, A., Plouffe, L. / Voelcker, I. (2015). Envejecimiento Activo. Un marco político ante la revolución de la longevidad.

Organización Mundial de la Salud. (2015)Informe mundial sobre el envejecimiento. Recuperado de: www.who.int