6 Vorteile der pferdegestützten Therapie

· 4. Mai 2019

Die pferdegestützte Therapie, auch Hippotherapie genannt, ist ein relativ neuer Trend. Aber bereits im Jahr 460 v. Chr. sprach Hippokrates über die Vorteile von Pferden bei der Behandlung von Gesundheitsproblemen. Erst in den 1960er Jahren fingen die Menschen nun wieder an, die Hippotherapie als eine Form der Rehabilitation anzuwenden.

Beim Reiten beginnt der Patient, Bereiche seines Körpers zu stimulieren, die er zuvor möglicherweise nie trainiert hatte. Dies verbessert seine Balance und Mobilität und ermöglicht dem Reiter eine unglaubliche kommunikative Resonanz. Dazu müssen die Patienten nicht in einer konventionellen Position reiten. Beispielsweise können sie verkehrt herum, stehend oder auch in anderen Positionen sitzen.

Der Rhythmus des Trabes eines Pferdes ähnelt den Bewegungen des Beckens beim Gehen, weshalb die Hippotherapie ideal ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die Hippotherapie wird auch für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen, Down-Syndrom, Zerebralparese und vielen anderen neurologischen Erkrankungen empfohlen. Jedoch sollten wir bedenken, dass dies eine alternative Therapie ist, die immer mit einer medizinischen Behandlung einhergehen sollte. Wenn dies nicht der Fall ist, kann eine Verbesserung ausbleiben.

Ein Pferd wird gestreichelt.

Therapie mit Pferden

Tiere stellen oft eine besondere Beziehung zum Menschen her, und dies gilt insbesondere für Pferde, denn die physische und damit nonverbale Kommunikation zwischen Reiter und Pferd stärkt die entstehende emotionale Bindung. Es braucht keine Worte, damit sie perfekt aufeinander abgestimmt sind. Außerdem wird ein Raum für Gefühle geschaffen und die Bindung zwischen Patient und Pferd umfasst Liebe und Verständnis, die oft unbeschreiblich sind.

Pferde traben auf einer Wiese.

Während der Hippotherapie trainiert und benutzt der Patient viele verschiedene Muskeln. Es bedarf Gleichgewicht, Kraft und Geschicklichkeit. Der Patient sollte dabei immer von einer Person begleitet werden, die zu jeder Zeit aufmerksam ist und im Bedarfsfall eingreifen kann.

Diese Therapie fördert die Beweglichkeit der Gelenke und stärkt Bauch und Rücken, das Gesäß, Beine und Arme. Ebenfalls ist es eine ausgezeichnete Therapie zur Stärkung der Wirbelsäule und zur Korrektur von Fehlhaltungen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Körpertemperatur des Pferdes dem Reiter hilft, sich zu entspannen. Alle diese Vorteile machen die Hippotherapie zu einer empfehlenswerten Therapieergänzung.

„Es ist edel, stark, majestätisch, aber auch sensibel und einfühlsam. Das Pferd lehrt die, die wissen, wie man beobachtet.“

Gabriel Oliverio

Die Hippotherapie verbessert das Selbstwertgefühl

Eine Therapie mit Pferden hilft Menschen mit jeder Art von Behinderung, sich nützlich zu fühlen. Denn Tiere urteilen nicht, verspotten oder kritisieren nicht. Sie behandeln alle Menschen gleichermaßen, ohne Unterschied. Zudem verstehen sie es, dankbar für jede Zuneigung und Liebe zu sein.

Die Hippotherapie wirkt als Katalysator für komplexere Emotionen. Die Liebe und das Verständnis, die ein Tier uns geben kann, bereichern manchmal viel mehr als das, was manche Menschen bieten können. Das weiß jeder, der mit einem Tier gelebt hat.

Sie erhöht die Aufmerksamkeitsspanne

Diese Therapie verbessert die Konzentration und Aufmerksamkeit, was bei Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung wirklich wertvoll ist. Der Patient konzentriert sich auf die Beziehung zum Pferd, wodurch die räumlich-zeitliche Orientierung verbessert und das präoperative Denken gefördert wird.

Von allen Patienten mit Aufmerksamkeitsdefiziten sprechen Kinder besonders gut an. Die Schulung und Steigerung ihrer Fähigkeit zur Kontrolle und Aufrechterhaltung ihrer Aufmerksamkeit ist wichtig. Dies gilt auch, wenn die in der Hippotherapie erzielten Wirkungen auf andere Lebensbereiche übertragen werden sollen.

Andererseits erhöht diese Form der Therapie auf sensorischer und kognitiver Ebene die Stabilität und Reflexe.

Ein Mädchen umarmt ein Pferd.

Sie entspannt und entlastet zu gleichen Teilen

Diese Art von Therapie ist eine großartige Übung, um den Geist vom Alltagsstress zu befreien. Viele Psychologen empfehlen Varianten der tiergestützten Therapie, um mit Angst- und Stressproblemen fertig zu werden.

Ebenso werden sie in einigen Fällen von Anorexie und Bulimie verwendet. Denn sie helfen dem Patienten, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, die sich außerhalb ihres gewöhnlichen Umfelds befinden.

Zudem verbessern sie die Regulierung von Emotionen und lehren die Patienten, ihre Gefühle in geeigneter Weise auszudrücken.

Im Kontakt mit der Natur

Der Patient findet sich nicht an einem formalen oder künstlichen Ort wieder, wie beispielsweise im Büro des Psychologen. Durch die pferdegestützte Therapie wird Kontakt zur Natur geschaffen; der Behandelte ist draußen an der frischen Luft. Der Kontakt mit der Natur ist therapeutisch und ermöglicht es dem Patienten und dem Tier, in förderlicher Umgebung zu interagieren. Die natürliche Umgebung gibt dem Patienten die Möglichkeit, seine Sinne zu erweitern. Dies wiederum steigert sein Wohlbefinden.

Heutzutage praktizieren viele Menschen auf der ganzen Welt die pferdegestützte Therapie. Dank der unzähligen Vorteile der Hippotherapie wird sie immer häufiger eingesetzt. Jedoch sollten wir bedenken, dass sie immer mit einer spezialisierten Behandlung kombiniert werden muss und kein Alleinheilmittel ist.