5 Zitate von Albert Camus, die deine Sicht auf das Leben verändern werden

8. Juni 2017 en Bücher 0 Geteilt

Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Albert Camus sticht besonders durch seine Sicht auf das Leben hervor. In seinen Büchern finden sich klare Beispiele für die Entwicklung der Charaktere – je nach ihrer Persönlichkeitsstruktur. Jeder einzelne von uns kann sich in ihnen wiederfinden.

Albert Camus ist für seine humanistische Literatur bekannt. Er wurde von der Philosophie Friedrich Nietzsches beeinflusst und legt daher einen besonderen Schwerpunkt auf die Absurdität der conditio humana – den Bedingungen des Menschseins. Er strebte danach, durch sein schriftstellerisches Werk ein Bewusstsein für die Dinge und Perspektiven zu vermitteln.

Albert Camus und sein existentialistischer Gedanke

In seinem Gesamtwerk ist der Existentialismus sehr ausgeprägt. Der Autor offenbart in seinen bekanntesten Büchern wie Der Fremde, Die Pest, Der Mythos des Sisyphos  etc.  seine tiefsten Zweifel sowie eine überlegte und klare Philosophie zur menschlichen Existenz.

Er spricht in seinen Werken über die spirituelle Krise unseres Zeitalters. Im Kontext des religiösen, politischen und künstlerischen Ausdrucks nähert er sich dieser Krise an. Er bietet uns seine philosophische Ideen und neue Dimensionen an, wie wir mit den Themen umgehen können, die uns alle beunruhigen.

In Camus Sätzen können wir seine großartigen Betrachtungen und Sorgen erkennen. Er hinterlässt uns ein literarisches Erbe, auf dass wir den Mut haben, uns selbst anzuschauen. Damit wir uns selbst ansehen können mit all unserem Elend und Wahnsinn, unseren Tugenden, Täuschungen und Fähigkeiten. Wir werden nun einige seiner charakteristischen Sätze genauer betrachten:

“Nicht geliebt zu werden ist ein schlichtes Unglück; die wahre Schmach ist es, nicht zu lieben.”

In diesem Satz macht er die Stärke und die Fülle sichtbar, die im Akt der Liebe enthalten ist. Das ist ein Beweis für alle diejenigen unter uns, die eine unerwiderte Liebe erlebt haben: Unsere Gefühle waren den ganzen Schmerz wert, den wir erfahren haben – ungeachtet aller Sorgen.

In just diesem Akt der Liebe können wir uns selbst sehen. Nämlich unsere Fähigkeit, ein anderes Wesen in seiner ganzen Schönheit zu bewundern. Und zwar mit einem Blick, der die Ratio übersteigt. Jeder, der dieses Gefühl – obwohl es frustrierend sein kann – schon erlebt hat, wird wissen, dass er es lieber gefühlt hat, als es nicht erfahren zu haben. Es ist etwas so Wertvolles, was in unserem Wesen generiert wird – mit keiner anderen Absicht, als zu lieben.

“Jedes Mal, wenn ein Mensch in dieser Welt angekettet wird, werden wir mit ihm angekettet. Freiheit muss es für einen jeden geben oder für überhaupt keinen.”

Ein Satz mit humanistischem Kern: Er besagt, dass Freiheit nicht existieren kann, wenn es auf der Welt noch einen einzigen Menschen gibt, der sie noch nicht besitzt. Und es ist ein unmenschlicher Akt, wenn wir die Freiheit erlangen, indem andere die ihre verlieren.

Camus fordert daher Mitgefühl und Solidarität, sodass jeder Mensch die gleichen Rechte bekommt. Er macht öffentlich bekannt, dass er dagegen ist, wenn nur einige wenige diese Rechte erhalten. Und zwar auf Kosten anderer, die ihrer Rechte beraubt werden.

“Ein Mensch hat zwei Seiten: Er kann nicht lieben, ohne sich selbst zu lieben.”

Viele Philosophen und große Denker weisen uns auf diese Idee hin. Die Idee, dass es unmöglich ist, zu lieben, ohne dass wir uns zuerst selbst lieben. Diese Vorstellung basiert auf der Hypothese, das wir nur das geben können, was wir haben. Und dabei ist die Liebe keine Ausnahme. Es ist unbestreitbar, dass die Liebe das Ergebnis dessen ist, was wir geben können.

Wenn du in der Lage bist, Selbstliebe zu kultivieren, dich um dich selbst zu kümmern und auf dich aufzupassen, dann schaffst du so die notwendigen Voraussetzungen, um anderen das Gefühl des Geliebtwerdens geben zu können. Beruhend auf dem, was du bist und aus der ehrlichen Liebe heraus, die du in dir hast wachsen lassen.

“Im tiefsten Winter fand ich heraus, dass ich, tief in mir, einen unsterblichen Sommer mit mir trug.”

Die Hoffnung wohnt in uns, in den Grenzen unserer Haltung und der Perspektive, die wir in jedem gegebenen Augenblick einnehmen können. Wenn wir uns als unsere Erfolge und Besitztümer wahrnehmen, verankern wir unseren Wert außerhalb von uns selbst.

Es ist eine einfache und vorhersagbare Tatsache, dass dieser oberflächliche Wert kurz und vergänglich ist. Und dass er früher oder später der Zerstörung anheimfallen kann. Wir begründen unseren Wert auf das, was wir sind und nehmen unsere Schwierigkeiten und Ängste an. Auf diese Weise lernen wir, uns auf uns selbst zu verlassen – im Falle, dass Sorgen und frustrierende Themen aufkommen.

 “Wahre Großzügigkeit in Bezug auf die Zukunft liegt darin, alles deiner Gegenwart zu geben.”

Es ist uns bewusst, dass alles, was wir sind, auf dem gegenwärtigen Augenblick beruht. Darum macht die Anhäufung solcher Augenblicke unsere Zukunft aus. Wir säen in jedem Augenblick, sodass die Erfahrung dann einmal erblühen kann. Und so lernen wir auch unsere Lektionen.

Alles dem gegenwärtigen Augenblick zu geben, bedeutet, dass wir in jedem gegebenen Augenblick alles tun, was wir vermögen – immer gemäß unserer Absichten. Genau so gestalten wir unser Schicksal: Wir konzentrieren uns auf jede einzelne Situation und versuchen, unser Bestes zu geben. Was wir im Moment leben, ist die Folge dessen, was wir gelernt haben. Und auch eine Folge unserer Haltung, die wir zu jeder einzelnen unserer Erfahrungen haben.

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